"Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an", so einst der deutsche Dichter E. T. A. Hoffmann. Und dies trifft auf die Kunst - bei mir ist eben die Musik - zu. Es ist mir wichtig, mich auf dem Podium nicht zu verschließen, sondern meine Emotionen mit dem Publikum zu teilen.
Woher kommt Ihre Kreativität?
Wahrscheinlich von meinen Vorfahren mütterlicherseits: meine Mutter ist Musikerin, mein Urgroßvater war Kunstmaler.
Ihr Motto lautet?
Ich habe kein festes Motto, aber ich glaube, dass letztlich alles vom eigenen Willen abhängt - ob man die Chancen, die man bekommt, auch nutzen kann.
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Bereits im internationalen Konzertleben verankert
Sie dachte zunächst, dass es nur ein Hirngespinst sei. Aber nachdem ich ein Jahr gebettelt habe, meinte mein Vater schließlich, ich solle doch Klavier spielen lernen. Und so bekam ich mit vier Jahren meinen ersten Unterricht in München", erzählt Alice Sara Ott, gebürtige Münchnerin deutsch-japanischer Abstammung, Jahrgang 1988, die seit 2000 Jungstudentin bei Karl-Heinz Kämmerling an der Mozarteum-Universität in Salzburg ist.

Alice Sara Ott
Zunächst hatte die junge Musikerin, die zu den größten pianistischen Nachwuchshoffnungen zählt, privaten Unterricht. Für ihre Entwicklung wurde schließlich ein Wechsel notwendig: "Ich wusste, dass Professor Kämmerling, der ja international bekannt ist, zu den ganz großen Lehrern zählt. Damals hörte ich aber, dass er seine Klasse verkleinern wollte und keine Schüler mehr aufnahm. Durch eine Bekannte, die bei ihm studiert, kam ich schließlich in Kontakt mit ihm und durfte vorspielen - und kurz danach kam ich ans Mozarteum", berichtet Ott.
Das Ö1 Magazin "Intrada" präsentierte das Ausnahmetalent in seiner Sendung am 9. Mai 2008.
"Es ist ja kein Melodie-Instrument wie die Geige oder das Cello - das Klavier ist ja sozusagen ein ganzes Orchester. Und diese Wucht des großen Klangs hat mich schon immer fasziniert. Man sagt ja, dass sich das Instrument die Spielerin oder den Spieler aussucht - und wir passen charakterlich einfach ideal zusammen", beschreibt Ott ihre Beziehung zum Klavier.

Ihr Debüt-Konzert mit dem Tonhalle-Orchester Zürich unter David Zinman, bei dem sie Ravels Klavierkonzert in G-Dur interpretierte, zählt für Alice Sara Ott zu ihren bedeutenden musikalischen Eindrücken (Basel, September 2006).
"Es ist mir wichtig, eine große Bandbreite bei meinem Repertoire zu haben. In jungen Jahren sollte man sich noch nicht spezialisieren, denn die Klavier-Literatur ist ja unglaublich groß", berichtet Ott, deren Repertoire von Mozart bis Ravel reicht.
"Im Moment spiele ich sehr viel Liszt und habe kürzlich alle zwölf 'Etudes d'exécution transcendante' aufgeführt. Und ich bin dabei, die Chopin-Walzer zu lernen. Im Konzert-Bereich gehe ich auf das 5. Beethoven-Klavierkonzert zu und spiele sehr viele russische Komponisten: so unter anderem Rachmaninows Paganini-Rhapsodie, sein 2. Klavierkonzert sowie das 1. Tschaikowski-Klavierkonzert", so Ott, die eine besondere Affinität zu Liszt hat.
Am 28. April 2010 wird Alice Sara Ott im Wiener Konzerthaus mit Werken von Chopin, Brahms und Beethoven zu hören sein.
Am 18. Februar gastierte Ott im Auditorium du Louvre in Paris mit einem Recital mit Werken von Beethoven und Chopin. Davor war sie in der Tonhalle Zürich zu hören, wo sie mit dem Züricher Kammerorchester unter Muhai Tang Werke von J.S. Bach spielte. Und am 13. Februar gab die junge Pianistin ein Konzert mit dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra unter Sef Sakari Oramo, bei dem sie Tschaikovskys Klavierkonzert Nr. 1 spielte
Und Anfang dieses Jahres brachte Alice Sara Ott bei der "Deutschen Grammophon" (DG) eine CD mit sämtlichen Walzern von Frederic Chopin anlässlich seines 200. Geburtstages, der sich heuer jährt, heraus.
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Im Frühjahr 2009 erschien, ebenfalls bei DG, ihre Einspielung von Liszts "Etudes d'exécution transcendante".
2009 Debüt in der Münchner Philharmonie
Und im Februar 2009 ging für Ott ein Kindheitstraum in Erfüllung:
"Dass ich in der Münchner Philharmonie mit den St. Petersburger Symphonikern unter Alexander Dmitrijew spielen durfte", so die Ausnahmepianistin, die mit dem Orchester davor auch in St. Petersburg und danach zwei Mal im Salzburger Festspielhaus auftrat. Auf dem Programm standen Rachmaninovs Rhapsodie auf über ein Thema von Paganini sowie Liszts Klavierkonzert Nr. 1.
Am 8. Juni 2008 gab Alice Sara Ott einen Klavierabend im Solitär des Neuen Mozarteums, bei dem sie Franz Liszts "12 Etudes d'execution transcendante" spielte.
Knapp davor absolvierte die junge Pianistin eine Japan-Tournee, danach gastierte sie in Kiew mit Rachmaninows Paganini-Rhapsodie und trat dann beim Davos Festival in der Schweiz auf. Im Herbst 2008 folgte dann eine weitere Japan-Tournee.

Alice Sara Ott bei einer Autogrammstunde nach ihrem Recital in der Hoam Art Hall in Seoul im Rahmen einer Korea-Tournee (Juni 2005).
Und unmittelbar vor Beginn ihrer damaligen Japan-Tournee sprang Ott kurzfristig für einen prominenten Kollegen ein: am 12. Mai 2008 gab sie statt Murray Perahia in Basel einen Klavierabend.
"Ich kam gerade nach Hause und wollte für meinen Flug nach Japan am Sonntag packen, als ich einen Anruf erhielt, ob ich nicht für Murray Perahia in Basel einspringen könnte. Natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut", so die gefragte Pianistin.
Und dieses Konzert bescherte Ott auch einen großen Erfolg: "Mit den 'transzendentalen', an Schwierigkeiten alles übersteigenden Liszt-Etüden reißt sie dann das Publikum von den Stühlen - Standing Ovations gehören bei den Basler Solistenabenden zu den Ausnahmen. Die zyklische Aufführung ist schon im Aufnahmestudio ein Wagnis, nur wenige der großen Pianisten sind es je eingegangen. Live besitzt sie geradezu Seltenheitswert. ( … )", berichtete die "Basler Zeitung".

Im November 2007 spielte Alice Sara Ott Tschaikowskis Klavierkonzert Nr. 1 mit dem Kiev Philharmonic Orchestra in der Suntory Hall in Tokio, einem der berühmtesten Konzertsäle Japans.
"Natürlich ist zunächst die Lernphase wichtig, die Technik sowieso. Ebenso ist es das Wissen um die Hintergründe, wie ein Werk entstanden ist. Ich glaube aber, dass das wirkliche Wachstum eines Stückes erst auf dem Podium beginnt, wo man es erstmals vor Publikum spielt. Denn in diesem Moment kommen so viele Aspekte dazu, die im Alltag und beim Üben nicht vorhanden sind. Und daran reift und wächst das Stück - und ich reife und wachse mit ihm", erläutert Ott ihren künstlerischen Zugang.
Seit seinem 15. Lebensjahr hat das Ausnahmetalent bereits in zahlreichen Konzertsälen Deutschlands, Europas sowie in Japan musiziert und ist ebenso bei Festivals aufgetreten:
"Ganz große Erlebnisse waren für mich, dass ich im Herkulessaal in München spielen durfte, im Concertgebouw Amsterdam sowie mit dem Tonhalle Orchester unter David Zinman. Und 2007 durfte ich in der Suntori Hall, dem bekanntesten und beliebtesten Konzertsaal Japans, spielen. Das war eine ganz große Ehre für mich", berichtet Ott.
Seit 2006 wird die erfolgreiche Pianistin von der Münchner Agentur Concerto Winderstein vertreten, wie sie erzählt: "Das ist sehr wichtig für mich, denn ich weiß, wie schwer es für junge Künstler ist, Fuß zu fassen."

Alice Sara Ott mit dem Kiev Philharmonic Orchestra (Suntory Hall, Tokio, November 2007): Eine selbstbewusste junge Pianistin mit Interesse für das große Spektrum der Kultur, aber ohne Wunderkind-Attitüde.
Bereits 2004 brachte Alice Sara Ott ihre erste CD heraus - als "fulminante Visitenkarte", wie die "Süddeutsche Zeitung" ihre erste Einspielung hervorragend beurteilte. Und fand mit ihrer Einspielung große Resonanz in Europa und Japan.
Eine kometenhafte Karriere im Blitztempo strebt die leidenschaftliche Pianistin, die von der Stiftung zur Förderung von Kultur und Wissenschaft der Centrum Bank in Liechtenstein mit einem Steinway-Konzertflügel gefördert wird, keineswegs an.
Und der Zukunftswunsch der jungen Künstlerin, die trotz aller Erfolge bescheiden geblieben ist? "Ich möchte als Mensch und als Musikerin reifen. Mein größtes Ziel ist es, dass ich mit 70 oder 80 immer noch auf dem Podium sein und mit den Menschen durch die Musik kommunizieren kann", so Alice Sara Ott.
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Kontakt
Alice Sara Ott
CD-Tipps
Alice Sara Ott, Chopin Complete Waltzes, Deutsche Grammophon, CD 477 8095, auch als Download verfügbar, Erscheinungsdatum: Jänner 2010
Alice Sara Ott, Franz Liszt, Etudes d'exécution transcendante, Deutsche Grammophon, CD |D|D|D| 000289 477 8362 6 |G|H|, Erscheinungsdatum: Mai 2009
Alice Sara Ott, Werke von Franz Liszt, ram 50402
Links
Universität Mozarteum Salzburg
Centrum Bank-Stiftung - Musik und Kultur
Deutsche Stiftung Musikleben - Alice Sara Ott
Louvre - Auditorium: Concert Alice Sara Ott
Alice Sara Ott
Concertgebouw Amsterdam
Concerto Winderstein München
Concorsi Internazionali di Musica della Val Tidone
Davos Festival
Gasteig - Münchner Philharmonie
Deutsche Grammophon
Orpheum
Suntory Hall
Stockholm Concert Hall
Tonhalle Orchester Zürich
Wiener Konzerthaus
20. Int. Bodenseefestival
Sophie Pacini, Klavier
Angela Tröndle, Jazzmusikerin
Florian Aichinger, Flötist
Martin Riener, Posaune
Alice Sara Ott, Pianistin
Martin Eckmann, Tuba
Gernot Jöbstl, Oboe
Matthias Kranebitter, Komponist
Matthias Bartolomey, Cellist
David Eggert, Cellist
Alina Pinchas, Geige
Hannes Kerschbaumer, Komponist
Kristina Suklar, Geige
Stephan Maria Karl, Komponist
Michael Lagger, Jazz-Klavier
Herbert Maderthaner, Oboe
Wolfgang Heiler, Fagott
Marios Joannou Elia, Komponist
Rony Moser, Klarinettist
Antanina Kalechyts, Orgel
Meng Li, Dirigentin
Karin Meissl, Schlagwerk
Christoph Ehrenfellner, Dirigent, Komponist, Geiger
Daniela Koch, Flötistin
Christian Wieder, Jazztrompete
Christine Kisielewsky, Popularmusik
Chin-Chao Lin, Dirigent
Nikola Djoric, Akkordeon
Manuel Hofstätter, Schlagzeug
Elke Uta Frenzel, Oboe
Lea Birringer, Geigerin
Sebastian Aigner, Schlagwerk
Piotr Skweres, Violoncello und Komposition
Christoph Pepe Auer, Jazzmusiker
Sarah Christian, Geigerin
Raphael Handschuh, Viola
Ioanna Apostolakos, Geige
Adrian Buzac, Oboe
Daniel Ottensamer, Klarinettist
Clemens Berg, Pianist
Daniel Auner, Geiger
Christian Haimel, Gitarre
Martin August Fuchsberger, Dirigent
Katrina Szederkenyi, Harfenistin
Keiko Hattori, Pianistin
Stefan Stroissnig, Pianist
Bence Kulcsár, Schlagwerker
Gerald Pöttinger, Posaune
Evelyn Pena Comas, Querflöte
Marina Bkhiyan, Violine
Manuel Huber, Hornist
Christoph W. Pirker, Orgel
Katharina Engelbrecht, Geigerin
Jürgen Hofstätter, Trompete
Alex Ladstätter, Klarinette
Christoph Wimmer, Kontrabassist
Yuki Manuela Janke, Geigerin
Johannes Wilhelm, Pianist
Maria Erlacher, Sopran
Caroline Löffler, Violine
Cordula Stepp, Sopranistin
Elisabeth Baumer, Barock-Oboe
Konstanze Ackermann, Klassisches Saxofon
Andreas Penninger, Organist und Dirigent
Adam Rekucki, Kontrabass
Wolfgang Mayer, Komponist
Trio Tritonous, Geige, Cello, Klavier
Thomas Fichtinger, Klarinette
Peter Ovtscharov, Pianist
Andreas Teufel, Pianist
Sergey Malov, Violine
Andreas Ziegler, Tonmeister
Fabian Kerber, Bassposaune
Eva Klampfer, Jazzgesang
Alja Velkaverh, Flöte
Franziska Kober, Kontrabass
Peter Fliecher, Trompete
Veronika Trisko, Pianistin
Lucja Madziar, Geigerin
Christian Hollensteiner, Trompete
Hannes Hölzl, Posaune
Michaela Girardi, Geigerin
Michal Matejcik, Harfe
Johannes Bär, Trompete
Rupert Struber, Schlagzeuger
Jana Kmitova, Komponistin
Sandra Kirschenhofer, Flötistin
Birgit Selhofer, Dirigentin