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Highlights
"Arbeit" ist ein Thema mit derart vielen Facetten, dass sich Ö1 den unterschiedlichen Aspekten dieses Phänomens ab Ende April schwerpunktmäßig widmen wird.
Und wovon leben Sie?
Neuer Sendungsschwerpunkt ab Ende April
Jeder Arbeitsvertrag wird individuell ausgehandelt, es gibt keine Normverträge mehr. Man kann, je nach Familien- und Biografiesituation, mit verschiedenen transferierbaren Zeitkonten operieren, auf denen man Lebensarbeitszeit verschiebt, ansammelt, handelt und in Altersversorgung umwertet. Ein ‚Grundlohn‘, von dem man gerade die Miete bezahlen kann, wird durch vielfältige Erfolgsbeteiligungen ergänzt.

Man kann das, wie der Zukunftsforscher Matthias Horx (aus seinem Buch "Wie wir leben werden" stammt auch das Zitat), positiv sehen. Schließlich ist Matthias Horx eine etablierte Marke der Kreativökonomie.

Ö1 Dossier: Arbeit (c) APA
Da "Arbeit" ein unerschöpfliches Thema ist, wollen wir es auch nicht bei einer einmaligen Zusammenstellung belassen, sondern werden das Ö1 Dossier: "Arbeit" Schritt für Schritt erweitern.

Immer weniger Sicherheiten
Menschen, die eine Familie gründen wollen, werden der Vision eines "Grundlohns mit Erfolgsbeteiligung" wenig abgewinnen können. Wer langfristig sein Leben plant, ist auf der Suche nach Sicherheiten. Doch gerade diese bietet der Arbeitsmarkt immer seltener. Vollbeschäftigung werde es nicht mehr geben, auch Vollzeitbeschäftigung wird ein rares Gut. Denn die Kreativökonomie, die die Industriegesellschaft ablöst, verlangt einen flexiblen Menschen, der in Projekten denkt und arbeitet.

Steuern wir auf eine Gesellschaft zu, in der 80 Prozent den "Working Poor" zuzurechnen sein werden, in der Menschen auch mit zwei bis drei Jobs von Armut bedroht sind? Oder werden doch die Trendforscher Recht behalten, die in rosigen Farben eine selbstbestimmte schöne neue Arbeitswelt ausmalen?

"Arbeit" ist ein Thema mit derart vielen Facetten, dass es in einer Sendung allein nicht befriedigend behandelt werden kann. Und so bringen wir in der letzten April- und der ersten Maiwoche in Ö1 schwerpunktartig Sendungen, die sich unter verschiedenen Blickwinkeln dem Phänomen "Arbeit" widmen.

Die Sendungen im Überblick
Im Rahmen des ersten Ö1 Dossiers zum Thema "Arbeit" blicken wir etwa zurück auf ein Schlagwort der 1990er Jahre, die Telearbeit, und stellen in "matrix" die Frage, wie "tele" die Arbeit heute ist. Um "Arbeitswut" geht es in einem Buch der Schweizer Wirtschaftsjournalisten Philipp Löpfe und Werner Vontobel, das wir Ihnen in "Kontext" vorstellen. Kathrin Röggla konfrontiert im "Hörspiel-Studio" in ihrem Stück "Draußen tobt die Dunkelziffer" Arbeitslose und Ausgesteuerte mit Berater/innen und Sozialhelfer/innen.

Der Stellenwert von Arbeit für die Integration von Migrant/innen ist eines der Themen im Salzburger Nachtstudio. Wie aus dem Auswanderungsland Türkei allmählich ein Einwanderungsland wird, darüber berichten die "Dimensionen". In "Betrifft: Geschichte" blickt der Historiker Josef Ehmer zurück auf die Industrielle Revolution und die Anfänge des Produktionsmittels Arbeitskraft. Warum auch heute noch manche Kinder arbeiten müssen, ist Thema der Ö1 Kinderuni und ob Arbeit krank macht, beantwortet im Salzburger Nachtstudio unter anderem der Soziologe Anthony Giddens.
Text: Wolfgang Ritschl
Hör-Tipp
Alle Sendungen zum Thema "Arbeit" der kommenden und vergangenen 35 Tage finden Sie in oe1.ORF.at.

Veranstaltungs-Tipp
Diskussion, "Und wovon leben Sie?", Montag, 28. April 2008, 18:00 Uhr, ORF KulturCafe

Mehr dazu in Ö1 Kulturkalender
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suavial am 21.04.2008, 08:52
Offensichtlich können die Zeiten...
...gar nie so schlecht sein, daß dieser Matthias Horx ihnen nicht immer noch etwas Positives abgewinnen kann, auch wenn einmal echte Katastrophen über uns hereinbrechen sollten. Selbst dann wird es noch genügend Realitätsverweigerer geben, die für teures Geld gebannt seinen aus heißer Luft bestehenden Ergüssen lauschen.
essay am 18.04.2008, 13:21
Wann geht der Staat als Arbeitgeber...
...mit gutem Beispiel voran und bezahlt seine Mitarbeiter ("Vertragsbedienstete") menschenwürdig? Ein neuer Mitarbeiter ohne Matura, also in "Verwendungsgruppe v4" (früher "d") verdient netto ca. 870 Euro für 40 Wochenstunden. Bei solchen Grundgehältern hilft das phantasievollste Zulagenunwesen nichts mehr. Und Zulagen gibt es beileibe nicht in allen Bereichen. "If you pay peanuts, you get monkeys".
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