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Traditionelle Demos und Straßenproteste zeigen immer weniger Wirkung, aber wie effektiv und erfolgreich sind die neuen, digitalen Protestformen?

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Protest Reloaded
Digitale Protestformen
Als in den 1990er Jahren online die ersten Protestaktionen stattfanden, da orientierten sich die Organisatoren dieser Aktionen sehr stark an traditionellen Protestformen - diese wurden gewissermaßen ins Internet verlagert und den technischen Gegebenheiten und Möglichkeiten online angepasst.

Allen voran zu nennen sind in diesem Zusammenhang virtuelle "Sit-Ins", also eine virtuelle Variante der klassischen Form der Blockade und Besetzung - im Internet besser bekannt unter der Bezeichnung DoS- oder Denial of Service-Attacke.
Legitimer Protest
Das berühmteste Beispiel einer solchen DoS-Attacke ist - zumindest im deutschsprachigen Raum - eine Aktion gegen die deutsche Fluglinie Lufthansa im Jahr 2001. Damals beteiligten sich 13.000 Aktivisten online an der virtuellen Blockade der Lufthansa-Website, um damit gegen die Abschiebung von Flüchtlingen mit Lufthansa-Maschinen zu protestieren.

Diese Aktion ist auch deshalb von Bedeutung, weil die Lufthansa damals gegen die Organisatoren klagte und diese Form des Online-Protests nach langjährigem Rechtsstreit vor Gericht schließlich als legitime Demonstrationsform anerkannt wurde.

Nähe zu IT-Themen
Auffällig ist, dass die Themen, die online im letzten Jahrzehnt die größten Proteste auslösten, meist einen starken IT- oder Internet-Bezug hatten. Dazu gehören etwa die Online-Proteste für die Link-Freiheit und gegen Software-Patente und speziell in den letzten Jahren auch Proteste gegen die Kriminalisierung von Filesharing und gegen die Vorratsdatenspeicherung im Auftrag der Polizei.

Wie in der Frühzeit des Internet so ähneln auch heute noch viele Formen des Online-Protests denen herkömmlicher Straßenproteste. Was auf der Straße das Transparent ist, ist online die Vorschaltseite - eine simple Seite mit einer Botschaft, die der eigenen Website eine Zeitlang vorgeschalten wird.

Alter Wein in neue Schläuche
Ein weiteres Beispiel einer Re-Inszenierung klassischer Straßen-Demos im Internet sind sogenannte Foto-Demos, die es seit etwa 2005 gibt - dabei laden User ihr Photo samt Kommentar oder Slogan auf eine jeweils eigens zu einem Thema eingerichtete Website hoch.

Im Zeitalter von Breitband-Internet lässt sich das Konzept der Foto-Demo natürlich auch technisch upgraden - die britische Umweltschutzorganisation Friends of the Earth macht das mit ihrer aktuellen Protestaktion The Big Ask vor: Auf der Website TheBigAsk.com können Sympathisanten eine Videobotschaft hochladen und solcherart von der britischen Regierung schärfere Klimaschutzgesetze fordern.

Protestieren im Kollektiv
Das Schaffen neuer medialer Räume und einer neuen Form von Gegenöffentlichkeit ist ein wichtiges Element von Protestbewegungen im Internet. Vorbild und Vorreiter auf diesem Gebiet ist das globale Medien- und Kommunikationsnetzwerk Indymedia, das erstmals 1999 anlässlich der Proteste gegen ein Treffen der Welthandelsorganisation in Seattle in Erscheinung trat.

Bei Indymedia sind die Aktivisten zugleich auch Journalisten und verschwimmen somit die Grenzen zwischen Artikel und Agitation und zwischen Demonstration und Dokumentation.

Marion Hamm, die an der Universität Luzern an einem Forschungsprojekt über Protestkultur und Medien arbeit und die selbst jahrelang Aktivistin bei Indymedia in Großbritannien war, weist darauf hin, dass Indymedia publizistische Phänomene wie Blogs und Bürgerjournalismus vorweggenommen hat, dass bei Indymedia allerdings nie der Einzelne, sondern stets die kollektive Medienproduktion im Vordergrund stand.

Online reicht nicht
Generell skeptisch, was die agitatorischen und mobilisatorischen Möglichkeiten des Internet anbelangt, ist Dieter Rucht vom Wissenschaftzentrum Berlin für Sozialforschung. Der Protestforscher beobachtet, dass sich über das Internet nur ein bereits interessiertes und informiertes Publikum erreichen lässt und dass die neuen digitalen Medien dort am besten funktionieren, wo sie Protestaktionen im realen Raum online unterstützen und vorbereiten helfen.

Ein Paradebeispiel dafür findet sich ausgerechnet in Österreich - in Form des "Demokratischen Salons". Dabei handelt es sich um eine Initiative, die gerade ein Volksbegehren für mehr demokratische Mitbestimmungsrechte vorbereitet.

Initialzündung für die Einrichtung des "Demokratischer Salons" war ein Posting im Webforum von derStandard.at - in dem dazu aufgerufen wurde, nicht nur online zu diskutieren, sondern sich auch einmal real zu treffen und konkrete Aktionen vorzubereiten.
Text: Richard Brem
Hör-Tipp
Matrix, Sonntag, 4. Mai 2008, 22:30 Uhr

Links
Politik digital - Streik und Sit-In im Netz
Republicart - Indymedia
The Big Ask
Demokratischer Salon
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augur am 05.05.2008, 12:30
Um
auf Frage auf der Frontsite zurück zu kommen: Wenig bis gar nicht. So wie bisherige Protestaktionen WENIG bis GAR NICHT effektiv waren. Interessiert mich der Protest, bin ich auf Seiten des Protests dann JA! Dann hatte jede kleine Straßendemo bislang ihren Sinn. Interessierts mich nicht, oder bin ich dagegen ists BESTENFALLS Ärgernis (wenig) oder es tangiert mich periphär (gar nicht) und verfehlt somit jegliche Wirkung. Da ich einer jener wenigen bin die GAR NICHT auf Werbung reagieren, reagiere ich auch GAR NICHT auf Demo's (egal wie sie jetzt in Szene gesetzt werden). PLUS: Man hat sich an Straßenproteste & DEmos gewöhnt, also wird man sich auch an das gewöhnen wodurch die W
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