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Thema beim Internet Summit
Der Name "Summit", also Gipfeltreffen, erscheint etwas hochgegriffen dafür, aber einige Fachleute, Vertreter von Telekommunikationsfirmen und einiges interessiertes Fachpublikum waren auch diesmal wieder vertreten. Sozialminister Erwin Buchinger schickte eine Videobotschaft, Medienministerin Heidrun Silhavy war persönlich anwesend und zu Diskussionen bereit, und im Foyer gab es Informations- und Demonstrationsmaterial zum Thema "e-Inclusion".

Die europäische Kommission hat das Jahr 2008 zum "e-inclusion"-Jahr erklärt.
Bei diesem neudeutschen Begriff, den man als "elektronische Integration" übersetzen könnte, geht es einerseits darum, warum ein Teil der Bevölkerung keinen Zugang zum Internet hat - in Österreich sind das derzeit 35 Prozent der Bevölkerung - und andererseits, welche neuen Formen der Integration mithilfe der Informations- und Kommunikationstechnologien möglich sind.
Aber, ist es wirklich so wichtig, dass alle Menschen das Internet nützen? Manche brauchen oder wollen es ja vielleicht nicht. Paul Timmers, Leiter der Abteilung "ICT for Inclusion" der Europäischen Kommission in Brüssel meint, es gehe nicht nur ums Internet. Vom Kauf einer Bahnfahrkarte über Behördenwege bis zum Telefonieren sei man heutzutage mit neuen Technologien konfrontiert, mit deren Benützung viele Menschen aber Probleme hätten. Es sei nicht akzeptabel, dass diese Menschen vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden.
Die Gründe, warum Menschen die neuen Alltags-Technologien nicht zur Verfügung haben oder gar nicht oder nicht in ihrer vollen Funktion nützen können, sind vielfältig.
Im Englischen lassen sich die Probleme mit den vier A's zusammenfassen: Affordability, also Leistbarkeit, Accessibility, also Zugänglichkeit im Sinne einer Benützbarkeit, Access, also Zugang zur Infrastruktur, und viertens Abilities, also die Kompetenzen, die Technologie zu benützen.
Die Lösung von Problemen in diesen Bereichen werden seitens der EU unterstützt durch Kooperation, durch Aktionspläne, weiters durch Förderungen - zum Beispiel für die Forschung im Bereich von Technologien, die alten Menschen ein unabhängiges Leben ermöglichen, und durch das Aufzeigen guter Beispiele.
Als Anreiz wurde ein Preis für digitale Integration ins Leben gerufen, der im Rahmen der EU-Ministerkonferenz zum Thema e-Inclusion in Wien am 1. Dezember verliehen wird. Bei dieser Konferenz will das Gastland Österreich die "e-Inclusion-Prinzipien" promoten, die beim Internet Summit Austria vorgestellt wurden.
Dabei gehe es einerseits um Verfügbarkeit, Offenheit und Zugang zu Information, so Kurt Einzinger, Generalsekretär der ISPA. Wichtig sei aber auch, den Zugang zu eGovernment, also zu digitalen Angeboten von Behörden zu erleichtern. Zu den Prinzipien zähle aber auch, dass Informations- und Kommunikationstechnologien genützt werden sollten, um Partizipation, also die Teilhabe an politischen und gesellschaftlichen Prozessen zu fördern. Um den Menschen die Scheu vor der IT zu nehmen, sei es auch wichtig, sich um Anwenderschutz, Sicherheit und um den Datenschutz zu bemühen.
Um Menschen den Zugang zum Internet zu ermöglichen, sind also mehrere Maßnahmen notwendig. Wo es am Geld scheitert, können eventuell kostenlose Internetzugänge helfen. Die gebe es schon in zahlreichen Bibliotheken, in Schulen, bei Ämtern oder im öffentlichen Raum, betonte Medienministerin Heidrun Silhavy beim Summit.
Um den Menschen die Scheu vor den Technik zu nehmen, sind Bildungsangebote, persönliche Betreuung - zum Beispiel bei öffentlichen Terminals - und Beratung in Fragen von Technik und Sicherheit wichtig.
Beim Summit wurde kritisiert, dass in manchen Schulen der Computer eher als Einrichtungsgegenstand diene, denn als Arbeitsgerät. Für Menschen mit Behinderungen ist es wichtig, dass Websites Barriere frei gestaltet sind - bisher sind das in Österreich aber erst etwa fünf Prozent.
Vor allem die Wirtschaft sollte erkennen, dass sie potentielle Kunden ausschließe, wenn ihre Angebote im Internet von einem Teil der Bevölkerung nicht genützt werden können, meint Kurt Einzinger. Und Paul Timmers ergänzt, dass barrierefreie und einfach zu benützende Websites und Technologien allen Menschen zugute kommen.
Um allen Menschen den Zugang zum Internet zu ermöglichen, muss zuerst einmal aber die Infrastruktur, sprich ein Breitband-Zugang vorhanden sein. In ländlichen Regionen ist das noch immer nicht selbstverständlich. Kurt Einzinger rührt dafür seit Jahren die Trommel: "Wir glauben, dass ein Wettbewerb notwendig ist, um den Breitbandausbau zu forcieren. In den vergangenen Jahren hat jedoch die Konzentration im Bereich Telekom-Infrastruktur wieder zugenommen."
Matrix, Sonntag, 5. Oktober 2008, 22:30 Uhr
Links
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