Ungleiche Voraussetzungen
Wenig unterscheidet das Fußballspielen am PC oder auf einer Konsole mittlerweile von der TV-Übertragung eines echten Spiels. Und wie im echten Fußball gibt es in der digitalen Kicker-Szene Jahr für Jahr das Duell der Giganten. FIFA 09 von der US-amerikanischen Entwicklerfirma EA Sports gegen Pro Evolution Soccer vom japanischen Herausforderer Konami. Was unterscheidet die beiden nun und wer hat heuer das Duell gewonnen?

Fußball ist immer eine Frage der Zugehörigkeit.
In beiden Spielen wird die jeweilige Spielsituation mit Kommentaren von deutschen Fernsehkommentatoren untermalt. Aber hier hören die Gemeinsamkeiten auch schon wieder auf. Und wie im richtigen Fußball entscheidet auch beim Computerspiel-Match letztlich das Geld.
Der Computerspielgigant EA Sports beauftragt jedes Jahr ein riesiges Entwicklerteam, um an der nächsten FIFA-Version zu arbeiten. Die Herstellerfirma Konami muss für Pro Evolution Soccer mit weitaus weniger Entwicklern auskommen. Der finanzielle Hintergrund schlägt sich auf das Angebot nieder. Bei FIFA gibt es so gut wie jeden auch nur halbwegs bekannten Fußballer aus allen erdenklichen Ligen. Nicht so bei Pro Evolution Soccer. Aufgrund fehlender Lizenzen gibt es viel weniger Mannschaften und einige Spieler müssen Phantasienamen tragen.
In der großen Community der Fußballspiel-Fans herrscht aber seit jeher große Sympathie mit dem japanischen Underdog. Der Grund ist einfach. Der Spielspaß war bei Pro Evolution Soccer in den letzten Jahren einfach größer und das Spiel viel näher an der Realität.
Diese moralische Niederlage ließ EA Sports im letzten Jahr nicht mehr auf sich sitzen. Die realistischen Steuerungsmöglichkeiten des Konkurrenten wurden übernommen und verbessert, das zusätzlich Angebote ausgebaut. So können bei FIFA 09 pro Woche aktuelle Daten der realen Fußballer heruntergeladen und ins Spiel integriert werden.
Im Be-a-Pro-Modus steuert man einen einzelnen Spieler. Finden sich weitere Interessierte, kann online eine ganze Mannschaft gebildet werden, in der zehn Spieler vor ihrem Bildschirm sitzen und gemeinsam auf dem virtuellen Rasen agieren.
Allesamt Entwicklungen, bei denen Pro Evolution Soccer heuer zum ersten Mal nicht mehr mithalten kann. Viele deklarierte Konami-Anhänger haben bereits die Tribüne gewechselt und stimmen nun in den EA Sports Chor ein. Denn heuer spielt das Geld tatsächlich den besseren - virtuellen - Fußball.
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