Österreich 1 überträgt die Premiere der "Götterdämmerung" live aus der Wiener Staatsoper. Es dirigiert Franz Welser-Möst.
Die Keimzelle des "Rings"
"Götterdämmerung" unter Franz Welser-Möst
"Götterdämmerung" unter Franz Welser-Möst
In der Aufführung der Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" stellt die "Götterdämmerung" das Schlussstück dar, in der Entstehung des Bühnenfestspiels markiert sie aber den Beginn: Richard Wagner, Komponist und Librettist in Personalunion, hatte "Siegfrieds Tod" - so der ursprüngliche Titel - als erstes Werk seines monumentalen Nibelungen-Zyklus entworfen und gedichtet, aber als letztes komponiert. 26 Jahre liegen zwischen den ersten Dokumenten zur bühnenmäßigen Gestaltung des Stoffkreises 1848 und der Vollendung der Vertonung 1874.
Schon kurz nach den ersten Entwürfen zu "Siegfrieds Tod" wurde Wagner immer klarer, dass er einerseits zwar ein faszinierendes Sujet gefunden hatte, andererseits in einem einzigen Bühnenwerk aber nur einen allzu kleinen Ausschnitt der ganzen hochkomplizierten Geschichte darstellen könne. "Es drängte ihn", so Opernführer Kurt Pahlen in seinen Erläuterungen zur "Götterdämmerung", "dem Betrachter zu erklären, warum Brünnhilde den von ihr über alles geliebten Siegfried dem Meuchelmörder Hagen überliefern muss; mehr noch, woher der strahlende Held seine Kraft bezog."

An der Wiener Staatsoper stellt die live übertragene Premiere der "Götterdämmerung" noch nicht das Finale zu dem von Sven-Eric Bechtolf inszenierten und von Franz Welser-Möst dirigierten "Ring"-Projekt dar.
Schon kurz nach den ersten Entwürfen zu "Siegfrieds Tod" wurde Wagner immer klarer, dass er einerseits zwar ein faszinierendes Sujet gefunden hatte, andererseits in einem einzigen Bühnenwerk aber nur einen allzu kleinen Ausschnitt der ganzen hochkomplizierten Geschichte darstellen könne. "Es drängte ihn", so Opernführer Kurt Pahlen in seinen Erläuterungen zur "Götterdämmerung", "dem Betrachter zu erklären, warum Brünnhilde den von ihr über alles geliebten Siegfried dem Meuchelmörder Hagen überliefern muss; mehr noch, woher der strahlende Held seine Kraft bezog."

An der Wiener Staatsoper stellt die live übertragene Premiere der "Götterdämmerung" noch nicht das Finale zu dem von Sven-Eric Bechtolf inszenierten und von Franz Welser-Möst dirigierten "Ring"-Projekt dar.
Entstehung in umgekehrter Reihenfolge
Wagner entschloss sich daher, "Siegfrieds Tod" ein weiteres Drama voranzustellen: "Der junge Siegfried", später kurz "Siegfried" betitelt, mit dem Aufstieg des furchtlosen Helden - doch auch dies war dem Komponisten und Dichter noch nicht Erklärung genug, weshalb schließlich noch "Die Walküre" und "Rheingold" skizziert wurden: Der "Ring des Nibelungen" ist also in den Entwürfen in umgekehrter Reihenfolge, vom Ende zum Anfang, entstanden.
Die "Götterdämmerung" war aber auch jener Teil, der während des Entstehungsprozesses des "Rings" die meisten Änderungen erfahren hat. "Als Wagner den Gedanken zu diesem Werk fasste", so nochmals Kurt Pahlen, "stand ihm ein Revolutionsdrama vor Augen, ein Stück, in dem ein ‚junger, freier Held‘ durch sein Leben und seinen Tod die ‚alte Welt‘ zertrümmert und das Tor zu glücklicheren Zeiten der Menschheit aufstößt. Als er es beendete, war das Werk in erster Linie zu einer Tragödie geworden: Wagner war nicht mehr der stürmische Aufrührer, er war zum Freund eines Königs geworden."
Wagner entschloss sich daher, "Siegfrieds Tod" ein weiteres Drama voranzustellen: "Der junge Siegfried", später kurz "Siegfried" betitelt, mit dem Aufstieg des furchtlosen Helden - doch auch dies war dem Komponisten und Dichter noch nicht Erklärung genug, weshalb schließlich noch "Die Walküre" und "Rheingold" skizziert wurden: Der "Ring des Nibelungen" ist also in den Entwürfen in umgekehrter Reihenfolge, vom Ende zum Anfang, entstanden.
Die "Götterdämmerung" war aber auch jener Teil, der während des Entstehungsprozesses des "Rings" die meisten Änderungen erfahren hat. "Als Wagner den Gedanken zu diesem Werk fasste", so nochmals Kurt Pahlen, "stand ihm ein Revolutionsdrama vor Augen, ein Stück, in dem ein ‚junger, freier Held‘ durch sein Leben und seinen Tod die ‚alte Welt‘ zertrümmert und das Tor zu glücklicheren Zeiten der Menschheit aufstößt. Als er es beendete, war das Werk in erster Linie zu einer Tragödie geworden: Wagner war nicht mehr der stürmische Aufrührer, er war zum Freund eines Königs geworden."
"Rheingold" folgt im Mai 2009
An der Wiener Staatsoper stellt die live übertragene Premiere der "Götterdämmerung" noch nicht das Finale zu dem von Sven-Eric Bechtolf inszenierten und von Franz Welser-Möst dirigierten "Ring"-Projekt dar: Erst mit der Neuproduktion von "Rheingold" im Mai wird der neue Wiener "Ring" fertig geschmiedet sein und danach auch gleich dreimal komplett über die Staatsopernbühne gehen.
An der Wiener Staatsoper stellt die live übertragene Premiere der "Götterdämmerung" noch nicht das Finale zu dem von Sven-Eric Bechtolf inszenierten und von Franz Welser-Möst dirigierten "Ring"-Projekt dar: Erst mit der Neuproduktion von "Rheingold" im Mai wird der neue Wiener "Ring" fertig geschmiedet sein und danach auch gleich dreimal komplett über die Staatsopernbühne gehen.
Text: Michael Blees
Mehr dazu in oe1.ORF.at
Hör-Tipp
Richard Wagner, "Götterdämmerung", 8. Dezember 2008, 17:00 Uhr
Link
Wiener Staatsoper
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Richard Wagner, "Götterdämmerung", 8. Dezember 2008, 17:00 Uhr
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