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Breites Spektrum von Lied, Oratorium bis Oper
Meine Schwester, die ebenfalls am Mozarteum Gesang studierte, brachte mir eines Tages ein Bass-Album mit. Das war im letzten Schuljahr, da war ich knapp 18. Ich probierte daraus einige Lieder und Arien - und die Liebe zum Gesang war sofort da", berichtet Andrè Schuen, gebürtiger Südtiroler aus Brixen, der im ladinischen La Val aufgewachsen ist, Jahrgang 1984, über seinen Beginn.

Andrè Schuen
Seit 2008 ist er in der Opernklasse bei Josef Wallnig und Hermann Keckeis. Lied und Oratorium hat er bei Wolfgang Holzmair belegt. Abschließen will der junge Nachwuchssänger bis Sommer 2010.
Seinen ersten Violoncello-Unterricht erhielt der junge Sänger, der im Rahmen der "Familienmusik Schuen" bereits sehr früh mit Eltern und Geschwistern musizierte, mit sieben Jahren. Ein Jahr später kam Klavier dazu. Während seiner Schulzeit war er bereits Mitglied zahlreicher Ensembles und Orchester.
"Am Gesang fasziniert mich vor allem, dass man als Körper selbst das Instrument ist. Es stehen einem so viele Facetten zur Verfügung. Auch aus einem Instrument kann man viele Klangfarben herausholen - aber bei der Stimme ist es für mich unendlich", erklärt Schuen seine Wahl.
"Im Moment singe ich viele Oratorien-Partien, denn in Salzburg wird viel Kirchenmusik gemacht und da ist eben die Nachfrage am Größten. Aber als Schwerpunkt ist die schon die Oper mein Ziel. Wobei ich Lied und Oratorium keinesfalls vernachlässigen möchte", skizziert der junge Bassbariton seine Perspektiven.

Andrè Schuen als Mozarts "Figaro" mit Ji-Hwan Moon (Conte Almaviva) und Akiyo Sugawara (Cherubino) in der Produktion der Universität Mozarteum Salzburg (2008/09): "Der Figaro ist die ideale Einsteiger-Partie für die Opernbühne."
Am 29. Jänner 2009 hatte Andrè Schuen in der Titelpartie von Mozarts "Le Nozze di Figaro", einer Produktion der Mozarteum Universität Salzburg, mit dem Orchester des St. Petersburger Konservatoriums unter Leitung von Josef Wallnig Premiere.
Insgesamt wird er diese "ideale Einsteigerrolle", wie er berichtet, sechs Mal singen: "Der Figaro ist sehr spielerisch. Er ist sehr vif, als Charakter sehr wach und kann dem Grafen Paroli bieten, wobei Susanna die noch stärkere ist. Und die Beziehung Figaro-Susanna ist sehr interessant zu spielen. Das zeitgemäße dieser Oper liegt ja hauptsächlich in den zwischenmenschlichen Beziehungen."
Und die Freundin des gutaussehenden jungen Nachwuchssängers wirkt in dieser Produktion, die auf Tournee geht und unter anderem auch in Deutschland gezeigt wird, als Barbarina mit.
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Andrè Schuen (im Bild rechts) in der Titelpartie von Mozarts "Figaro" mit Ji-Hwan Moon als Conte Almaviva (Produktion der Universität Mozarteum Salzburg, 2008/09).
Inzwischen konnte der junge Sänger bereits einige Theater-Praxis sammeln. Und hatte vor drei Jahren gleich einen prominenten Einstieg:
"Ich habe 2006 beim Bach-Chor für den 'Idomeneo' vorgesungen und wurde nach einem weiteren Vorsingen für die Festspielleitung engagiert. Es war zwar nur ein kleines Chor-Solo, das ich zu singen hatte, aber es war eine ganz wichtige Erfahrung für mich, in einer Profi-Produktion unter Sir Roger Norrington mitwirken zu dürfen", erzählt Andrè Schuen.
In der vergangenen Saison war Schuen in Strauss' "Ariadne auf Naxos" am Salzburger Landestheater, das mit dem jungen Bassbariton in Kontakt ist, mit dem Mozarteum Orchester unter Ivor Bolton zu hören.
Und wie Schuen kürzlich erfuhr, wird er bei den diesjährigen Festspielen in Luigi Nonos Oper "Al gran sole carico d´amore" mit den Wiener Philharmonikern unter Ingo Metzmacher in Salzburg mitwirken.
Eine ganz besondere Affinität hat Andrè Schuen zum italienischen Fach - und da vor allem zu zwei Komponisten:
"Verdi und Puccini - die sind mein absoluter Traum auf der Opernbühne. Das ist die Musik, wo mein Herz schlägt. Verdi hat für die Stimme geschrieben - und diese Musik kommt aus der italienischen Seele. Ich hoffe, dass es in Richtung Posa im 'Don Carlo' geht und später vielleicht zum Luna im 'Troubadour', also ins dramatischere Fach."
Im Bereich Oratorium konnte Schuen bereits vielfache Erfahrungen sammeln: so hat er unter anderem Bachs "Weihnachtsoratorium", die "Johannespassion", das Mozart-Requiem, Händels "Messias", Haydns "Schöpfung" sowie das "Deutsche Requiem" von Brahms gesungen. Weiters zählen zahlreiche Messen von Mozart, Haydn bis Biber zu seinem Repertoire.
Aus der Lied-Literatur studierte er Schuberts "Winterreise", Schumanns "Dichterliebe", Wolfs "Michelangelo-Lieder", Iberts "Don Quichotte-Lieder" sowie weitere ausgewählte Lieder verschiedenster Epochen.
Mittlerweile ist Andrè Schuen Solist zahlreicher Ensembles: darunter der Salzburger Konzertgesellschaft, des Collegium Musicum Salzburg, der Bachgesellschaft, der Stiftsmusik St. Peter sowie der Salzburger Dommusik.
Und er trat bereits mit dem Mozarteum Orchester Salzburg, der Camerata Salzburg sowie weiteren renommierten Orchestern auf.
Derzeit erarbeitet der Nachwuchssänger den Rodrigo aus Verdis "Don Carlo", den Riccardo aus Bellinis "I Puritani" sowie den Wolfram aus Wagners "Tannhäuser". Und im Lied-Bereich studiert er den Brahms-Zyklus "Die schöne Magelone".
Wie lauten die Zukunftswünsche des jungen Bassbaritons? "Für die nächste Zukunft vor allem gut in mein Metier einsteigen zu können und ein Fixengagement an einem kleinen, soliden Haus, wo ich richtig eingesetzt werde, zu bekommen. Und in der ferneren Zukunft, dass ich es schaffe, künstlerische Tätigkeit und Privatleben gut zu vereinen", so Andrè Schuen.
Mehr zu Opern-Aufführungen und Konzerten von Andrè Schuen in oe1.ORF.at
Kontakt
Andrè Schuen
Tipp
Die Porträts der Ö1 Talentebörse können seit 1. September im Rahmen der Ö1 Podcast nachgehört werden. Alle Sendungen des kostenfreien Radio-Abos finden Sie hier.
Links
Universität Mozarteum Salzburg
Familie Schuen
Salzburger Festspiele
Salzburger Landestheater
Stefan Konzett
Sarantos Zervoulakos, Schauspielregie
Andrejus Kalinovas, Tenor
Raimund Orfeo Voigt, Szenografie
Angela Smigoc, Schauspielerin
Simona Eisinger, Koloratursopran
Martina Mikelic, Altistin
Markus Subramaniam, Schauspieler
Michael Großschädl, Schauspieler
Regina Riel, Sopran
Alexander Meile, Schauspieler
Stefan Leonhardsberger, Schauspieler
Martina Lechner, Musikalisches Unterhaltungstheater
Eva Maria Sommersberg, Schauspielerin
Marie Jung, Schauspielerin
Andrè Schuen, Bassbariton
Steffen Jäger, Regie
Emily Cox, Schauspielerin
Anna Unterberger, Schauspielerin
Theresa Langer, Schauspielerin
Verena Rotky, Bühnengestaltung
Ines Schiller, Schauspielerin
Louisa von Spies, Schauspielerin
Susanne Inkiow, Regie
Anita Götz, Sopran
Katja Lehmann, Regisseurin
Nikoletta Korkos, Tänzerin
Irene Mattausch, Sopran
Sophia Freynhofer, Schauspielerin
Johannes Pölzgutter, Musiktheaterregie
Nanina R. Kotlowski, Tänzerin
Florian Köhler, Schauspieler
Matthäus Schmidlechner, Tenor
Christiane Karg, Sopranistin
Matthias Lier, Schauspieler
Alexander F. Zieglarski, Schauspieler
Barbara Schulte, Theater-Regie
Petra Staduan, Schauspielerin
Anna Maria Nowak, Tänzerin
Nikolaus Barton, Schauspieler
Sirkka Mentlein, Musiktheater-Regie
Hannes Perkmann, Schauspieler
Thomas Frank, Schauspieler
Taylan Memioglu, Tenor
Magdalena Kronschläger, Schauspielerin
Florian Berger, Tanz
Jolene McCleland, Mezzosopran
Bettina Schwarz, Schauspielerin
Barbara Novotny, Schauspielerin
Bryan Rothfuss, Bariton
Peter Gregor Pertusini, Schauspieler
Tania Oppel, Koloratursopran
Anisha Bondy, Musiktheater-Regie
Daniela Keckeis, Schauspielerin
Katharina Knap, Schauspielerin
Rainer Sellmaier, Bühnenbild
Thiemo Strutzenberger, Schauspieler