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Was bedeutet Kunst für Sie?
Sicherheit. Im "normalen" Leben kenne ich mich oft nicht ganz aus – aber in der Kunst ist alles selbstverständlich für mich. Da fühle ich mich zu Hause.

Woher kommt Ihre Kreativität?
Es ist eine angeborene, göttliche Begabung, die durch den Vulkan der Emotionen, immer wieder erweckt wird. Und auch durch all jene Menschen, die mir immer zur Seite stehen.

Ihr Motto lautet?
Alles passiert aus einem Grund. Meistens bekommen wir nicht das, was wir uns wünschen, sondern das, was wir brauchen. Und letztlich ist es immer genau das Richtige.

Mehr zur Ö1 Talentebörse
Martina Mikelic, Altistin
Auf neuer Ö1 CD mit Haydn-Erstaufnahmen
Audio
M. Mikelic singt Händel, Brahms, Kienzl und Bizet
Länge: 2:28 min
"Schon als kleines Kind habe ich viel in Kirchen gesungen. Mit neun hatte ich anlässlich der Erstkommunion meinen ersten großen Auftritt, bei dem ich einen Psalm sang. Und die vielen Menschen, die an diesem Gottesdienst teilnahmen, begannen zu weinen. Ich war verunsichert und fragte meine Mutter: Mama, war es wirklich so schlecht, dass sie alle weinen?

Aber es stellte sich heraus, dass die Menschen begeistert und von meinem Gesang berührt waren. Sie sprachen anschließend mit meinen Eltern und meinten, dass man mein Talent unbedingt fördern müsse.

Ich hatte das Glück, dass die Eltern meine Begabung rechtzeitig entdeckten und mir auch die Chance gaben, meine Begabung auch zu entwickeln", erzählt die junge Altistin Martina Mikelic, gebürtige Kroatin aus Split, Jahrgang 1985, über ihre Anfänge.

(c) ORF, Schimmer
Martina Mikelic

Seit 2003 studiert sie an der Musik-Universität Wien Gesang bei Gerhard Kahry, seit dem Vorjahr hat sie mit dem Fach Lied und Oratorium bei Robert Holl begonnen. Abschließen wird sie voraussichtlich 2010.

In Split besuchte Mikelic, die aus einem Kunstinteressierten Elternhaus kommt, die Musikschule und schloss ihre Schulausbildung mit der Matura ab.

Der jungen Nachwuchs-Altistin widmete das Radiomagazin "Intrada" am 13. März 2009 ein Porträt.

Mikelic eröffnete Ö1 Talentebörse-Radioporträts 2009
Und die herausragende Nachwuchs-Sängerin eröffnete am 3. August 2009 die vorjährige Reihe der Ö1 Talentebörse-Radioporträts, die bis 4. September 2009 zu hören war.
Schnelle Entscheidung für Gesang - und für Wien
Es stand aber keineswegs von Beginn an fest, dass Mikelic Sängerin wird. Zunächst überlegte sie, ein Biologie-Studium zu absolvieren. Doch das Schicksal führte Regie:

"Als ich überlegte, Gesang zu machen, lernte ich zufällig die berühmte kroatische Mezzosopranistin Ruza Baldani kennen. Ich durfte ihr Vorsingen und sie meinte, ich müsse unbedingt Gesang studieren - und zwar in Wien. Es ging alles ganz schnell, ich machte damals im Mai die Aufnahmeprüfung und begann im Herbst mit dem Studium in Wien - und konnte damals fast kein Wort Deutsch", schildert die junge Sängerin.

(c) Mikelic
"Was mich am Gesang am Meisten fasziniert, ist, dass ich mich nur ganz fühle, wenn ich singe. Das ist ein ganz tolles Gefühl", so die sympathische Nachwuchs-Altistin Martina Mikelic.

Mit Kahry und Holl die richtigen Lehrer gefunden
Inzwischen hat sie hier eine zweite Heimat gefunden - und die für sie richtigen Pädagogen:

"Ich habe wahnsinnig großes Glück gehabt, dass ich Gerhard Kahry, meinen Gesangslehrer getroffen habe. Er hat mir soviel beigebracht und mir ermöglicht, dass ich mich als Sängerin und als Mensch weiter entwickle. Ich finde gar keine Worte, um ihm meinen Dank auszudrücken", so die junge Sängerin.

Begonnen hat Mikelic als Mezzosopran und entwickelte sich dank der behutsamen Führung ihres Lehrers zur Altistin: "Professor Kahry hat das hervorragend gemacht. Er hat mich geführt, mir aber immer die Möglichkeit gelassen, mich in eine Richtung zu entwickeln, wo ich mich wohl fühle. Und das ist jetzt nach fünf Jahren das Stimmfach Alt - da fühle ich mich wie zuhause."

"Und Robert Holl, der mich nun auf meinem Weg weiter begleitet, ist musikalisch wie menschlich ganz großartig", erzählt Mikelic begeistert.
In Ö1 CD "In Nomine" zum Haydn-Jahr
Und das "Intrada"-Radioporträt hatte positive Folgen für Martina Mikelic: als man eine Altistin für eine Haydn-Neueinspielung suchte, entsann man sich der jungen Altistin:

Nun ist sie auf der Ö1 CD "In Nomine", die anlässlich des Haydn-Jahres 2009 Erstaufnahmen präsentiert und im vergangenen Herbst erschienen ist, mit dem RSO Wien sowie u. a. mit dem Kammerchor der Kunstuniversität Graz zu hören.
Seit 2008 an der Volksoper, seit 2009 Ensemble-Mitglied
Im Herbst 2008 bekam Martina Mikelic eine wichtige Bestätigung für ihr Können: sie sang an der Volksoper vor - und wurde zunächst für eine Saison engagiert:

"Ich habe damals an der Volksoper vorgesungen - und man wollte mich. Debütiert habe ich Ende Jänner 2009 mit der Dritten Dame in der 'Zauberflöte', dann durfte ich in der Wiederaufnahme von Brittens 'Sommernachtstraum' die Hippolyta singen.

Ich bin sehr, sehr glücklich über dieses Engagement an der Volksoper. Die Kollegen sind reizend. Ich werde immer freier - und es macht mir große Freude, auf der Bühne stehen zu dürfen", so Mikelic.

© Volksoper, Dimo Dimov
"Ein Sommernachtstraum" von Benjamin Britten (Volksoper, 2009): Martina Mikelić als Hippolyta mit Einar Th. Gudmundsson als Theseus.

In "Hoffmann" an der Volksoper
Im Mai 2009 iwar Mikelic in Offenbachs "Hoffmanns Erzählungen" als Stimme der Mutter in der Volksoper zu hören.

Davor sang sie in der Wiener St. Augustin-Kirche im Rahmen des Haydn Festivals die "Nelsonmesse" sowie in der "Theresienmesse".
Und kurz nach ihrem Ö1 Talentebörse-Interview erhielt die junge Altistin die nächste Freudenbotschaft: "Seit September 2009 gehöre ich dem Ensemble der Volksoper an", berichtete Mikelic glücklich.

Sie ist nun als Dritte Dame, in Prokofjews "Liebe zu den drei Orangen" sowie in d'Alberts "Tiefland" zu hören.
"Das Zeug für eine große Karriere"
Kein Zweifel, dass die Volksoper von den Qualitäten der jungen Sängerin überzeugt ist:

"Martina Mikelic hat das Zeug für eine große Karriere", bescheinigt Diethmar Straßer, Leiter des künstlerischen Betriebsbüros der Volksoper, der jungen Altistin.
Traumpartie Carmen
Im Opern-Fach hat sie inzwischen unter anderem die Partien der Mamma Lucia in "Cavalleria Rusticana", die "Italienerin in Algier", die Magdelena im "Evangelimann", den Cherubino im "Figaro" sowie den Orlofsky in der "Fledermaus" einstudiert. Eine Partie hat es der jungen Altistin aber besonders angetan:

"Die Carmen ist einfach meine Traumrolle - ob ich sie jemals singen werde, weiß heute natürlich niemand. Ich bin von diesem speziellen Charakter dieser Frau und von der wunderbaren Musik Bizets fasziniert. Und das Temperamentvolle und Zigeunerhafte bringe ich mit. Ich komme ja aus dem mediterranen Raum", schildert die junge Sängerin.

Nachsatz: "Aber wenn, dann möchte ich diese Partie schon mit einem großen Don Jose singen", ergänzt die großgewachsene Künstlerin lachend.

(c) Mikelic
Erste Bühnen-Erfahrungen sammelte Martina Mikelic als Arnalta im Rahmen von Monteverdis "L'incoronatione di Poppea", einer Produktion der Musik-Universität Wien (Schönbrunner Schlosstheater, 2006).

Entwicklung zum Wagner-Fach
Und ein spezieller Bereich dürfte sich für die Nachwuchs-Sängerin noch eröffnen: ihre Stimme entwickelt sich hin zum Wagner-Fach:

"Ich weiß nicht, wann es soweit sein wird. Aber ich liebe diese Musik - denn es ist schon alles in ihr enthalten. Jedenfalls freue ich mich schon auf die Zeit, wenn ich Wagner singen werde", so Mikelic.
Große Affinität zu Lied und Oratorium
Eine ganz besondere Affinität hat Martina Mikelic zu Lied und Oratorium, also jenem Bereich, mit dem sie aufgewachsen ist:

"Ich habe in diesem Genre sehr viel gemacht. Bei Liedern sind es Schumann, Schubert, Brahms, Mahler, Wagner, Strauss und Tschaikowsky. Im Oratorien-Bereich ist es so gut wie alles von Bach, alle Passionen und Messen. Ich liebe die Barock-Musik sehr. Weiters kommen Haydn, Pergolesi, Purcell und Dvorak dazu", erzählt Mikelic, die seit 2007 als Solistin in der Wiener Augustinerkirche verpflichtet ist.
Mehr als nur die Erwartungen erfüllen
Zuletzt arbeitete die erfolgreiche Nachwuchs-Altistin vor allem an den Liedern von Gustav Mahler.

Und wie lauten ihre Wünsche an die Zukunft? "Dass ich den Menschen mit meinem Gesang mehr geben kann, als sie erwarten. Und dass ich ein Mensch bleibe - denn ich möchte keine Diva sein", so Martina Mikelic.
Text: Matthias Osiecki
Die Ö1 Talentebörse ist ein Kunstförderprojekt mit Unterstützung der Bank Austria

Mehr zu Aufführungen, Opern-, Oratorien- und Lied-Repertoire von Martina Mikelic in oe1.ORF.at

Kontakt
Martina Mikelic

Tipp
Die Porträts der Ö1 Talentebörse können im Rahmen der Ö1 Podcast nachgehört werden. Alle Sendungen des kostenfreien Radio-Abos finden Sie hier.

CD-Tipp
"In Nomine - Erstaufnahmen im Haydn-Jahr 2009", Solist/innen: Ursula Fiedler, Sopran; Martina Mikelic, Alt; Robert Kovacs, Orgel; A-Capella-Chor Tulln, Kammerchor der Kunstuniversität Graz, Rso Wien, Dirigentin: Claire Levacher, Ö1 CD

Links
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Carinthischer Sommer
Kirchenmusik in St. Augustin
Klangraum Krems - Imago Dei
ORF-Shop
Volksoper Wien
Wiener KammerOrchester
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Ö1 Talentebörse: Bühne

Diana-Marina Fischer, Sopran
Sarantos Zervoulakos, Schauspielregie
Andrejus Kalinovas, Tenor
Raimund Orfeo Voigt, Szenografie
Angela Smigoc, Schauspielerin
Simona Eisinger, Koloratursopran
Martina Mikelic, Altistin
Markus Subramaniam, Schauspieler
Michael Großschädl, Schauspieler
Regina Riel, Sopran
Alexander Meile, Schauspieler
Stefan Leonhardsberger, Schauspieler
Martina Lechner, Musikalisches Unterhaltungstheater
Eva Maria Sommersberg, Schauspielerin
Marie Jung, Schauspielerin
Andrè Schuen, Bassbariton
Steffen Jäger, Regie
Emily Cox, Schauspielerin
Anna Unterberger, Schauspielerin
Theresa Langer, Schauspielerin
Verena Rotky, Bühnengestaltung
Ines Schiller, Schauspielerin
Louisa von Spies, Schauspielerin
Susanne Inkiow, Regie
Anita Götz, Sopran
Katja Lehmann, Regisseurin
Nikoletta Korkos, Tänzerin
Irene Mattausch, Sopran
Sophia Freynhofer, Schauspielerin
Johannes Pölzgutter, Musiktheaterregie
Nanina R. Kotlowski, Tänzerin
Florian Köhler, Schauspieler
Matthäus Schmidlechner, Tenor
Christiane Karg, Sopranistin
Matthias Lier, Schauspieler
Alexander F. Zieglarski, Schauspieler
Barbara Schulte, Theater-Regie
Petra Staduan, Schauspielerin
Anna Maria Nowak, Tänzerin
Nikolaus Barton, Schauspieler
Sirkka Mentlein, Musiktheater-Regie
Hannes Perkmann, Schauspieler
Thomas Frank, Schauspieler
Taylan Memioglu, Tenor
Magdalena Kronschläger, Schauspielerin
Florian Berger, Tanz
Jolene McCleland, Mezzosopran
Bettina Schwarz, Schauspielerin
Barbara Novotny, Schauspielerin
Bryan Rothfuss, Bariton
Peter Gregor Pertusini, Schauspieler
Tania Oppel, Koloratursopran
Anisha Bondy, Musiktheater-Regie
Daniela Keckeis, Schauspielerin
Katharina Knap, Schauspielerin
Rainer Sellmaier, Bühnenbild
Thiemo Strutzenberger, Schauspieler