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Was bedeutet Kunst für Sie?
Spielplatz. Eine Möglichkeit, alles und jeder zu sein. Mit den eigenen Stärken, Schwächen, Engstirnigkeiten und Möglichkeiten konfrontiert zu sein und sich daran zu erfreuen. Eine Chance, sich selbst in allen Facetten kennenzulernen. Kunst ist für mich Spaß am Leben.

Woher kommt Ihre Kreativität?
Es ist das Zusammenspiel von meinen chaotischen, naiven und weltfremden Ideen und Menschen, die sie in die richtigen Bahnen lenken. Oder mir mit ihren Ideen oder einfach nur mit ihrer Art, Dinge zu sehen, ganz neue Blickwinkel und kreative Möglichkeiten eröffnen. Ich muss nur zuhören und versuchen zu verstehen.

Ihr Motto lautet?
Mein ganz spezielles, das gerade in diesem Jahr große Bedeutung für mich hat: Man ist niemals zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn, nicht gut genug. Man ist, wie man ist. Und wenn man das lieben lernt (oder es zumindest versucht) - verleiht es einem die Stärke, etwas Besonderes zu sein.

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Martina Lechner, Musikalisches Unterhaltungstheater
Das Musical als ideales Genre
Audio
M. Lechner: "Blitzo" v. Pirron & Knapp (Ausschnitt)
Länge: 0:30 min
"Durch die Geige kam ich eigentlich zur Kunst und zur Musik. Als ich etwa fünf war, waren meine Eltern bei einem Bekannten, der Geigenlehrer ist, eingeladen. Er drückte mir eine Geige in die Hand und sagte: spiel! Und da es nicht furchtbar klang, sagte meine Mutter: gut, sie soll Geige lernen. So habe ich mit der Geige begonnen und dann auch im Kinderchor mitgesungen.

Es hat mir immer schon Spaß gemacht zu singen und auf einer Bühne zu stehen. Meine Eltern sahen mich damals als Geigerin. Aber sie erkannten auch, dass es mir noch größeren Spaß machte zu singen, mich auszudrücken mit Schauspiel oder mit Tanz.

Mit 13 kam ich auch in eine Tanzgruppe. Dann war es nur noch ein kleiner Schritt zum Schauspiel, das wir auch in der Schule hatten. Und in der Folge entschied ich mich für das Musical", erzählt Martina Lechner, gebürtige Steirerin aus Leoben, Jahrgang 1987, über ihre Anfänge.

(c) Lechner
Martina Lechner

Seit 2007 studiert die junge Nachwuchs-Künstlerin musikalisches Unterhaltungstheater bei Erhard Pauer an der Konservatorium Wien Privatuniversität. Abschließen wird sie 2011.

Davor besuchte Lechner, die ihre Geigen-Ausbildung an der Musikschule Kapfenberg mit Auszeichnung abschloss, ein Jahr als außerordentliche Studentin die Performing Arts Vienna-Studios, wo sie Musical und Show belegte.
Ideale Ausbildung am Konservatorium Wien
"Ich glaube, dass es für jeden, der in Wien Musical machen möchte, das große Ziel ist, an das Konservatorium zu kommen, weil es den besten Ruf hat. Ich tanze sehr gerne, bin aber eher gesangslastig – und das Konservatorium hat nicht nur eine tolle Gesangs- , sondern auch eine hervorragende Schauspielausbildung", erläutert Lechner ihre Wahl.

Zur Ausbildung der künftigen Musical-Darstellerin zählen auch die Bereiche Chanson und Operette.
In "Fame"-Produktion am Konservatorium
Zuletzt war Martina Lechner in der Konservatorium-Produktion des Musicals "Fame", die am 22. Mai 2009 Premiere hatte und in der sie als Zweitbesetzung die Serina sang sowie im Ensemble mitwirkte zu sehen.

© Daniel Czechowski - Power of Photography
Martina Lechner als Gigi in der selbstverfassten Musical-Revue "Jede Geschichte handelt von der Liebe" mit der von ihr mitbegründeten Theatergruppe "Fishing4compliments", einer Jugendplattform für Theater und Musical im Mur/Mürztal (Februar 2009).

Perfekte Kombination von Gesang, Tanz und Schauspiel
"Es ist die Kombination, diese Energie, die das Musical meiner Meinung nach auf die Bühne bringt. Ich finde es faszinierend, wie die Künstler es schaffen, Gesang, Tanz und Schauspiel zu kombinieren. Mich hat das Musical schon als Kind berührt - denn meiner Meinung nach bringt es die Geschichte und die Emotionen am Klarsten zum Publikum", beschreibt Lechner ihren Zugang zu diesem Genre.

© Rolf Bock
Martina Lechner in der Musical-Revue "Beziehungen auf Musicalisch" (2007): "Es war meine erste Produktion am Konservatorium Wien - und zugleich meine erste professionelle Erfahrung mit dem Musical."

Hauptpreis beim 8. Fidelio-Wettbewerb 2009
Und heuer wurde das Können der jungen Bühnen-Künstlerin bereits ausgezeichnet: im Rahmen des 8. Fidelio-Wettbewerbs erhielt Martina Lechner in der Sparte Interpretation einen der Hauptpreise. Beim Preisträger/innen-Konzert, das im vergangenen März im RadioKulturhaus stattfand, trug sie Jeanine Tesoris "Girl In 14G", Xavier Durringers "Ich bin der Typ Frau, an dem gar nichts ist" sowie "Blitzo" von Pirron und Knapp vor.

"Mein Korrepetitor, der mit mir arbeitet, hat mir heuer große Türen geöffnet. Er meinte: du zeigst jetzt, was du kannst. Bereits in der Vorrunde war das Publikum begeistert von meinem Vortrag. Ich war ganz weg, dass ich zu den Siegern zählte", freut sich die ambitionierte Nachwuchs-Künstlerin.

Und auf der Ö1 CD des Finalist/innen-Konzerts des Fidelio-Wettbewerbs 2009, die vor kurzem herauskam, ist Lechner mit zwei Songs zu hören.

© Daniel Czechowski - Power of Photography
Martina Lechner in ihrer ersten Hauptrolle: als Marlene Dietrich in Beatrice Ferollis "Dietrich & Leander" in der Wiener "Neuen Tribüne" (Regie: Erhard Pauer, März 2009).

In "Dietrich & Leander" und in Hakvoort-Revue
Seit 2005 konnte Lechner bereits vielfältige Bühnen-Praxis sammeln: so trat sie unter anderem in Shakespeares "Sommernachtstraum" als Titania auf, spielte in der Musical-Revue "Beziehungen auf musikalisch" und war im Vorjahr beim "Wiener Operettensommer" engagiert.

Heuer wirkte sie bereits in der Konservatorium-Produktion von Brecht/Weills "Dreigroschenoper" als Dolly mit. Im vergangenen März in Beatrice Ferollis "Dietrich & Leander" in der "Neuen Tribüne" in Wien als Marlene Dietrich in der Regie von Erhard Pauer auf. Weiters wirkt sie in Maya Hakvoorts "Maya's Musical Life" im Stadttheater Wien mit.

"Die Produktion 'Dietrich & Leander' war von den Proportionen her perfekt, weil es ein Zwei-Frauen-Stück ist. Musikalisch war es mit Liedern der beiden Diven unterlegt. Wir hatten eine sehr positive Resonanz. Die Besucher meinten, sie hätten sich nicht vorstellen können, dass so junge Darstellerinnen diese beiden Frauen, die im Stück um die 50 sind, so gut darstellen können", berichtet Lechner über ihre erste große Rolle.
Eigene Theatergruppe "Fishing4Compliments"
Und ebenfalls in diesem Jahr hat Lechner die steirische Theatergruppe "Fishing4Compliments" mitbegründet, mit der sie eine Revue plant.
In Westend-Theater eine Hauptrolle spielen
Derzeit arbeitet die junge Nachwuchs-Künstlerin an ihrem Musical-Repertoire.

Wie ihr größter Zukunftswunsch lautet? "Wenn eine gute Fee käme, dann soll sie mich in eines der wunderbaren Theater im Westend zaubern. Denn ich habe es noch nie erlebt, dass soviel Energie von der Bühne zum Publikum strömt wie in London. Einmal im Westend eine Hauptrolle spielen dürfen - das wäre mein ultimativer Wunsch", so Martina Lechner.
Text: Matthias Osiecki
Die Ö1 Talentebörse ist ein Kunstförderprojekt mit Unterstützung der Bank Austria

Kontakt
Martina Lechner

Tipp
Die Porträts der Ö1 Talentebörse können seit 1. September 2008 im Rahmen der Ö1 Podcast nachgehört werden. Alle Sendungen des kostenfreien Radio-Abos finden Sie hier.

Hör-Tipp
Ö1 Talentebörse, Montag, 31. August 2009, 7:55 Uhr

CD-Tipp
8. Fidelio-Wettbewerb 2009 – Finale Sparte Interpretation, ORF-Bestellnummer: 2012341

Links
Konservatorium Wien Privatuniversität
Konservatorium Wien Privatuniversität - Finale Sparte Interpretation - 8. Fidelio-Wettbewerb 2009
Performing Arts Studios Vienna
Wikipedia - West End (London)
Neue Tribüne Wien
radiokulturhaus.ORF.at
Stadttheater Walfischgasse
Wiener Operettensommer
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Ö1 Talentebörse: Bühne

Diana-Marina Fischer, Sopran
Sarantos Zervoulakos, Schauspielregie
Andrejus Kalinovas, Tenor
Raimund Orfeo Voigt, Szenografie
Angela Smigoc, Schauspielerin
Simona Eisinger, Koloratursopran
Martina Mikelic, Altistin
Markus Subramaniam, Schauspieler
Michael Großschädl, Schauspieler
Regina Riel, Sopran
Alexander Meile, Schauspieler
Stefan Leonhardsberger, Schauspieler
Martina Lechner, Musikalisches Unterhaltungstheater
Eva Maria Sommersberg, Schauspielerin
Marie Jung, Schauspielerin
Andrè Schuen, Bassbariton
Steffen Jäger, Regie
Emily Cox, Schauspielerin
Anna Unterberger, Schauspielerin
Theresa Langer, Schauspielerin
Verena Rotky, Bühnengestaltung
Ines Schiller, Schauspielerin
Louisa von Spies, Schauspielerin
Susanne Inkiow, Regie
Anita Götz, Sopran
Katja Lehmann, Regisseurin
Nikoletta Korkos, Tänzerin
Irene Mattausch, Sopran
Sophia Freynhofer, Schauspielerin
Johannes Pölzgutter, Musiktheaterregie
Nanina R. Kotlowski, Tänzerin
Florian Köhler, Schauspieler
Matthäus Schmidlechner, Tenor
Christiane Karg, Sopranistin
Matthias Lier, Schauspieler
Alexander F. Zieglarski, Schauspieler
Barbara Schulte, Theater-Regie
Petra Staduan, Schauspielerin
Anna Maria Nowak, Tänzerin
Nikolaus Barton, Schauspieler
Sirkka Mentlein, Musiktheater-Regie
Hannes Perkmann, Schauspieler
Thomas Frank, Schauspieler
Taylan Memioglu, Tenor
Magdalena Kronschläger, Schauspielerin
Florian Berger, Tanz
Jolene McCleland, Mezzosopran
Bettina Schwarz, Schauspielerin
Barbara Novotny, Schauspielerin
Bryan Rothfuss, Bariton
Peter Gregor Pertusini, Schauspieler
Tania Oppel, Koloratursopran
Anisha Bondy, Musiktheater-Regie
Daniela Keckeis, Schauspielerin
Katharina Knap, Schauspielerin
Rainer Sellmaier, Bühnenbild
Thiemo Strutzenberger, Schauspieler