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Für viele Berichterstatterinnen und Berichterstatter des ORF stellte das Jahr 1989 einen Höhepunkt in ihrer journalistischen Tätigkeit dar.
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ORF-Berichterstatter erinnern sich
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Barbara Coudenhove-Calergi über das Wendejahr
Länge: 0:45 min
20 Jahre sind vergangen seit dem Wendejahr 1989, als ein kommunistisches Regime in Europa nach dem anderen durch - meist friedliche - Revolutionen gestürzt wurde. Zahlreiche ORF-Reporter und -Reporterinnen waren damals live dabei. Für viele war das Jahr 1989 ein Höhepunkt in ihrem journalistischen Leben, wie etwa für Barbara Coudenhove-Calergi, die das Wendejahr als Sternstunde Europas bezeichnet.

(c) APA
Im November 1989 wird ein Teil der deutsch-deutschen Grenzübergänge geöffnet. Millionen DDR-Bürger fahren auf Kurzbesuch in den Westen.

Geschichte lebt
Durch ganz persönliche Erinnerungen der ORF-Journalistinnen und Journalisten werden die Ereignisse von damals wieder lebendig: Joana Radzyner hat die Beratungen am Runden Tisch in Warschau hautnah mitverfolgt; Karl Stipsicz war dabei, als die Außenminister Alois Mock und Gyula Horn den Eisernen Vorhang zwischen Österreich und Ungarn durchschnitten; Susanne Scholl und Helmut Brandstätter berichteten rund um den Fall der Mauer in Deutschland, der von niemandem erwartet worden war.

Barbara Coudenhove-Calergi schildert den bewegenden Sieg der Samtenen Revolution in Prag und Ernst Gelegs die Euphorie, die wegen des Zusammenbruchs der kommunistischen Systeme in den Nachbarländern damals in Österreich herrschte. Helmut Opletal hat die blutige Revolution in Rumänien miterlebt, die ganz anders verlaufen ist als die friedlichen Umstürze in den anderen Ländern - ihr genauer Hergang ist bis heute nicht endgültig geklärt. Und Roland Machatschke, damals Außenpolitikchef beim ORF-Radio, erinnert sich an die Schwierigkeiten, mit denen die Redaktionen in Wien damals aufgrund der sich überstürzenden Ereignisse konfrontiert waren.
Von den Ereignissen überrollt
Niemand hätte wohl zu Beginn des Jahres 1989 voraussagen können, wie es enden würde - das galt auch für die ORF-Berichterstatter und Berichterstatterinnen von damals. Die Ereignisse entwickelten sich dermaßen schnell, dass ein Bericht oft schon veraltet war, bevor er auf Sendung gehen konnte, erinnert sich Susanne Scholl, damals ORF Deutschland. Niemand wusste, was am nächsten Tag passieren würde, meint auch der damalige Büroleiter des ORF Bonn, Helmut Brandstätter: Er war am Tag des Mauerfalls gemeinsam mit Bundeskanzler Kohl in Warschau, statt am Ort des Geschehens in Berlin: "Ich habe gelitten, weil ich in Warschau war!"
Besondere Rolle des ORF
In vielen Teilen der CSSR und Ungarns konnten die Menschen ORF-Radio und Fernsehen empfangen und aufgrund ihrer guten Deutschkenntnisse auch verstehen. Was der ORF damals berichtete, war für viele Tschechen, Slowaken und Ungarn daher eine wichtige unabhängige Informationsquelle, da etwa das CSSR-Staatsfernsehen gar nicht über die damaligen Ereignisse berichtete. Barbara Coudenhove-Calergi erinnert sich, dass das ORF-Team von den Menschen immer freudig begrüßt und bevorzugt behandelt wurde und dass sie nach der samtenen Revolution in Brünn wie eine Königin empfangen wurde.
Schwierigkeiten bei der Berichterstattung
Doch es gab auch Probleme bei der Berichterstattung: In einigen Ländern, allen voran in Rumänien, war es schwierig, überhaupt an Informationen heranzukommen, da es in den streng abgeschirmten kommunistischen Staaten oft keine ausländischen Korrespondenten gab. Hinzu kamen technische Probleme: Damals gab es weder Handies noch Satellitentelefone, was die Arbeit etwa fürs Radio deutlich erschwerte, schildert der damalige Außenpolitikchef beim ORF-Radio, Roland Machatschke. Hinzu kamen Fehler bei der Einschätzung und Deutung der sich überschlagenden Ereignisse.

Alle ORF-Berichterstatter und Berichterstatterinnen von damals sind sich jedoch einig: 1989 war etwas ganz Besonderes, ein Jahr, in dem in Europa Weltgeschichte geschrieben wurde.
Text: Elisa Vass
Hör-Tipp
Journal Panorama, Donnerstag, 30. Dezember 2009, 18:25 Uhr
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