Wachstums- und Reifungsprozess mit Strauss

Lebenslanges Lernen. Das klingt bedrohlich. Hammerschwer: lebenslang - aber Meisterinterpretinnen und -interperten empfinden es als Luxus, Aufnahmen von geliebten Werken verehrter Komponisten ein zweites Mal auf CD festzuhalten.
Die Aufnahme mit dem Houston Symphony Orchestra unter Christoph Eschenbach, der Renée Fleming den Weg zu Richard Strauss gewiesen hatte, entstand im März 1995. 2008 hat Renée Fleming noch einmal die "Vier letzten Lieder" aufgenommen, mit Christian Thielemann und den Münchner Philharmonikern.
Richard Strauss ist Flemings erklärter Lieblingskomponist, sie liebt die Gräfin, die Marschallin, Arabella und Daphne. Die Rollen passen ihr, so meint Fleming, nicht nur von den Temperamenten her, sondern stimmlich sei es, als seien diese Opernrollen für sie geschrieben worden. Was sie nun bei den "Vier letzten Liedern" anders gemacht habe, wird Renée Fleming im Interview gefragt:
"Christan Thielemann und auch das Orchester haben eine Menge zur Interpretation beigetragen. Er hat gemeint, sie dürfe nicht sentimental sein, sondern lebendig und auch flexibel, sie klingt frischer. Aber das Publikum muss entscheiden, das ist wirklich Geschmackssache - und ich liebe auch meine Arbeit mit Christoph Eschenbach, die ein bisschen romantisch und eher ausschweifend ist."
Bevor sie die "Vier letzten Lieder" sang, habe sie 18 Aufnahmen studiert, sagt Renée Fleming, die ein autobiographisches Buch geschrieben hat, in dem sie hauptsächlich über ihre Stimme schreibt, eine Biographie, die von der Suche nach der "inneren Stimme" handelt und dem dauerndem Kampf mit sich selbst, gegen die eigenen Ängste, die einen täglich begleiten.
Jeden Morgen und tagsüber, immer wieder frage sie an bei ihrer Stimme: Bist du da? "Ich lebe mit dem Gedanken, dass man im Jahr sieben Tage in stimmlicher Höchstform ist - und an diesen Tagen nicht engagiert."
Ausgewählt, Mittwoch, 13. Mai 2009, 10:05 Uhr
Buch-Tipp
Renée Fleming, "The Inner Voice: The Making of a Singer", Penguin
Link
Renée Fleming
Keine Toren, nur Tollheit
Ein tönendes Mysterium
Paganini in Variationen
Kühn und wild
Beethovens Werke für Mandoline
Vokalquartette
Suiten von Händel
Klarinettensoli im Vergleich
Musikalische Rhapsodien
Symphonien für Paris
In darkness let me dwell
Interpretin im Vergleich mit sich selbst
Kunstlied als Volkslied
Mein Singen ist ein Rufen nur aus Träumen
"Sommernachtstraum" mit Text
Beethovens Erstes Klavierkonzert
Lässige Stücke
Marias Lobgesang
Die Entwicklung der Passacaglia
Ernst oder heiter?
Unerträglich schön
Haydns Oratorien
Max Reger
Musikalische "Poèmes"
Streicherserenade heißt nicht Kuschelklassik
Jagdmusik
Höre, Israel
Kompromisslos burlesk
Capricen als Mini-Opern
Sextette im Vergleich