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Die Ursachen für Inkontinenz sind vielfältig und reichen von Übergewicht bis zu Altersgründen.

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Inkontinenz
Keine seltene Störung
Kontinenzstörungen treten meist im höheren Lebensalter auf. Die Ursachen sind vielfältig. Bei der Harninkontinenz reichen sie von Schwangerschaften und Geburten, über Übergewicht bis hin zum Alter als Risikofaktor. Aber auch Operationen im Becken können Auslöser von Harninkontinenz sein.

(c) Anspach, DPA
Schätzungen zufolge dürfte etwa jede vierte Frau und jeder zehnte Mann von Harninkontinenz betroffen sein.

Sozialer Rückzug
Kontinenzstörungen sind mit einem starken Tabu behaftet. Betroffene ziehen sich häufig zurück, sprechen weder mit dem Partner noch anderen vertrauten Personen und suchen oft jahrelang keine medizinische Hilfe. Mit der 1. Welt-Kontinenz-Woche von 22. bis 28. Juni 2009 soll auf dieses häufige Problem aufmerksam gemacht werden. Die Betroffenen sollen dazu ermutigt werden, ärztliche Hilfe zu suchen, denn Kontinenzstörungen sind behandelbar.

Bei Harninkontinenz können Fachärzte und Fachärztinnen für Urologie und Gynäkologie helfen. Bei Stuhlinkontinenz sind vor allem speziell geschulte ChirurgInnen und GastroenterologInnen, sogenannte ProktologInnen, die richtigen Ansprechpersonen.
Umfangreiche Diagnostik
Sowohl bei Vorliegen einer Harn- als auch einer Stuhlinkontinenz steht am Beginn der medizinischen Diagnostik ein ausführliches Anamnesegespräch: Wie lange liegt die Störung bereits vor? Wie äußert sie sich und wann tritt sie auf? Auch die Einnahme von Medikamenten und die Ernährung müssen abgefragt werden, weil sie ebenfalls eine wichtige Rolle spielen können.

Die Führung eines mehrtägigen Protokolls zu Harn- und Stuhlentleerung bieten dem Arzt/der Ärztin Aufschluss über die Art der Störung. Bei Harninkontinenz ist zudem eine Untersuchung des Harnstrahls sinnvoll. Bei Stuhlinkontinenz sollten eine Ultraschall-Untersuchung und eine Spiegelung des Enddarms zum Einsatz kommen.
Prävention ist wichtig
Harn- und Stuhlinkontinenz kann in vielen Fällen aktiv vorgebeugt werden. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Prävention - vor allem für Frauen - ist das regelmäßige Beckenbodentraining. Dies sollte bereits in jungen Jahren regelmäßig absolviert werden. Beckenbodentraining stärkt den Blasen- und Darmschließmuskel und beugt so einer Inkontinenz vor. Insbesondere während und nach der Schwangerschaft sollte Beckenbodentraining regelmäßig durchgeführt werden. Vorbeugend wirken außerdem die Vermeidung von Übergewicht und eine gesunde ballaststoffreiche Ernährung.

Inkontinenz sollte nicht schamhaft verschwiegen werden. Wer betroffen ist, sollte vielmehr mit einem Spezialisten für Harn- bzw. Stuhlinkontinenz sprechen, denn die Medizin bietet mittlerweile eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur erfolgreichen Behandlung von Kontinenzbeschwerden an: Das reicht von Verhaltenstherapie, über Beckenbodentraining und Medikamente bis hin zu operativen Verfahren.
Um erfolgreich behandelt werden zu können, müssen Betroffene allerdings zuerst zum Arzt gehen - und das "Tabu" Inkontinenz brechen.
Diskutieren Sie mit!
Wenn Sie Fragen zum Thema haben, dann rufen Sie während der Sendung unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 22 6979 an, oder posten Sie hier.
  • Leiden Sie an Harn- oder Stuhlinkontinenz?
  • Ist das Thema Inkontinenz in ihrem Freundeskreis aktuell?
  • Waren Sie schon einmal wegen Harn- oder Stuhlinkontinenz in Behandlung?
Die Fragen aus dem Online-Forum werden nach der Sendung von einem unserer Sendungsgäste bis zirka 15:15 Uhr beantwortet.
Text: Sabine Fisch
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Hör-Tipp
Radiodoktor, Montag, 22. Juni 2009, 14:20 Uhr
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armerspielmann am 22.06.2009, 15:04
Demenz und Inkontinenz
Mein Vater leidet an fortgeschrittener Demenz. Am späten Nachmittag geht er oft alle paar Minuten auf die Toilette. Nachts, wenn das Schlafmittel nicht mehr wirkt, auch sehr oft. Handelt es sich hier um Inkontinenz? Kann man etwas unternehmen? Vielen Dank A.S.
reaktion
ärzte am 22.06.2009, 15:31
Antwort
Natürlich ist jede Form des Harnverlustes eine Harn-Inkontinenz. Bei Ihrem Vater handelt es sich wahrscheinlich um ein zentral gesteuertes Problem. Eine Abklärung über einen Urologen sollte trotzdem erfolgen, da ein zusätzliches Prostata-Problem auch bestehen könnte.
kordil am 22.06.2009, 15:04
Harninkontinenz
Stimmt es das die Verwendung von Tampons Inkontinenzprobleme bei Frauen verursachen kann? Man hört immer wieder derartige Meinungen.
reaktion
ärzte am 22.06.2009, 15:27
Antwort
Bei leichter Belastungsinkontinenz gibt es sogar eigene Tampons, um den Blasenhals zu heben, welche sich gut auf die Inkontinenz auswirken. Dass Tamponverwendung im allgemeinen zu einer vermehrten Harninkontinenz führt, habe ich noch nicht gehört. Eine Antwort darauf könnte eventuell Prof. Hanzal ergänzen. (Erreichbarkeit: Siehe weiterführende Informationen zu unserer Sendung)
toskana am 22.06.2009, 14:53
Stuhlinkontinenz
Ich hatte eine Hämohorriden-Operation vor etwa 25 jahren. Ich hab auch leicht einen dünnen stuhl, einen nervösen Darm/Magen. Seit damals hab ich bei aufregung probleme, den stuhl zu halten. Besteht da ein zusammenhang? Was kann ich machen? Derzeit schaue ich, dass ich die Wohnung mit entleertem Darm verlasse.
reaktion
ärzte am 22.06.2009, 15:23
Antwort
Eine Operation im Schließmuskelbereich kann durchaus auslösend oder ursächlich für die Stuhlinkontinenz sein. Ich empfehle eine proktologische Untersuchung (Tastuntersuchung, Proktoskopie) des Schließmuskels, inklusive Schließmuskel-Druckmessung und Ultraschall. Daraus leiten sich dann alle möglichen Therapiemassnahmen ab. Als ersten Ratschlag empfehle ich medikamentöse und diätetische Stuhleindickung und gezielte Entleerung mit Zäpfchen morgens.
sirrunrunshaw am 22.06.2009, 14:26
Ab wann
Ab wann spricht man eigentlich von Inkontinenz als Krankheit bzw. was sind die ersten Anzeichen?
reaktion
ärzte am 22.06.2009, 15:19
Antwort
Die ersten Anzeichen sind vielfach ein vermehrter Harndrang und das Unvermögen, den Harndrang zu kontrollieren, was dann zum Harnverlust führt. Bei der Belastungsinkontinenz sind die ersten Anzeichen ein Harnverlust beim Niessen oder sehr starker, plötzlicher Anstrengung. Puncto Stuhl: Unwillkürlicher oder zu spät bemerkter Abgang von Luft, Schleim oder Stuhl.
daten1dandy am 22.06.2009, 14:16
aufbautraining
kann ein geschwächter schließmuskel zur stärkung auch trainiert werden? wenn ja, wie?
reaktion
ärzte am 22.06.2009, 15:16
Antwort
Ja. Er kann mit Beckenbodentraining wie jeder quergestreifte Muskel trainiert werden. Unterstützend hilft ein Biofeedbackgerät, das durch eine Physiotherapeutin vermittelt und angelernt wird.
rosenschoen am 22.06.2009, 13:06
Inkontinent durch Geburten?
Wie kann es sein, dass Geburten Inkontinenz verursachen? Kann es sein, dass hier die Ärzte Schuld sind, z.B. durch schlecht gemachte Dammschnitte?
reaktion
ärzte am 22.06.2009, 15:14
Antwort
Jede Geburt ist natürlich auch ein Trauma. Ein Fehler von ärztlicher Seite ist möglich, wobei eher das Problem auf Seiten des nicht gemachten Kaiserschnitts und des dadurch zu großen Traumas für das Becken liegt. Aber zu beachten ist: Auch die Schwangerschaft per se kann Schäden am Beckenboden anrichten. Somit kann es auch nach Kaiserschnitt zu Inkontinenz kommen.
hirnmitei am 22.06.2009, 13:00
behandlungsmethoden
und wie wird diese inkontinenz überhaupt behandelt? gibt es tabletten dagegen oder muss man da gleich unters messer?
reaktion
ärzte am 22.06.2009, 15:11
Antwort
Für die Reizblase gibt es recht gute Tabletten, die aber individuell verschieden verträglich sind. Konservative Therapie mit Beckenbodentraining für die Belastungsinkontinenz ist oft zielführend, wenn nicht, kann mit einer nur minimal-invasiven kleinen Operation meistens sehr gut geholfen werden.
polis7 am 22.06.2009, 10:28
abhilfe
der markt für elegante, stylische inkontinez-produkte scheint zu boomen, wenn man die werbe-einschaltungen in magazinen betrachtet. sind sie die einzige abhilfe? gibt es medikamentöse hilfe?
reaktion
ärzte am 22.06.2009, 15:09
Antwort
Gemeint sind wahrscheinlich Beckenboden-Trainings-Geräte oder spezielle Einlagen. Es gibt aber gute medikamentöse Hilfe für die Reizblase. Für den Harnverlust beim Husten etc. sind Trainingsgeräte recht gut, oft aber ist eine OP notwendig. Medikamente sind hier kaum zielführend.
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