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Highlights
Im "Internationalen Astronomiejahr 2009" treffen Galilei und Kepler zehn Mal in der Ö1 Sendung "Dimensionen" aufeinander und vermessen in fiktiven Dialogen den heutigen Kosmos.
Contact
Die Vermessung des Kosmos
Galileo Galilei richtete 1609 ein Fernrohr in den Himmel und entdeckte damit die Sonnenflecken. Johannes Kepler veröffentlichte 1609 seine ersten beiden Gesetze zu den Planetenbewegungen um die Sonne. Die beiden Wissenschaftler schrieben einander Briefe, sind sich aber niemals begegnet.

Jetzt, 400 Jahre später, treffen die beiden in einer wissenschaftlichen Fiktion zum "Internationalen Jahr der Astronomie 2009" aufeinander. In ihrem fünften von zehn Gesprächen gehen die beiden ins Kino, sehen sich dort den Hollywood-Streifen "Contact" an und diskutieren über die Suche nach extraterrestrischem Leben und außerirdischer Intelligenz.

Zeit: 2009, Ort: Apollo Kino, Wien

(c) Kiefer, DPA
Verwechslungen mit realen Personen und dem Universum, wie es die moderne Astronomie beschreibt, sind möglich.

Dialog über außerirdisches Leben
Galilei: Was sehen wir uns eigentlich an?

Kepler: "Contact", sehr geehrter Herr Galilei. Einen Hollywood-Streifen.

Galilei: Muss das sein, egregio Signor Kepler?

Kepler: Regie Robert Zemeckis. 1997.

Galilei: Ich schätze den europäischen Film - und Fellini.

Kepler: Hauptrolle Jody Foster.

Galilei: Ich mag Giulietta Masina.

Kepler: Die Romanvorlage zu "Contact" stammt von Carl Sagan.

Galilei: Dem amerikanischen Physiker und Exobiologen? - Immerhin. Genre?

Kepler: Science-Fiction.

Galilei: Also mehr Fiction als Science.

Kepler: Soll spannend ...

Galilei: ... wie langweilig...

Kepler: ...gemacht sein.

Galilei: Verraten Sie mir vielleicht noch, worum es geht?

Kepler: Eine Astronomin entdeckt Radiosignale einer außerirdischen Intelligenz!

Galilei: Kosmisches Fernweh made in Hollywood.

Kepler: Die Menschheit nimmt Kontakt zu Außerirdischen auf!

Galilei: Wie unrealistisch.

Kepler: Wir sind im Kino.

Galilei: Dem einzigen Ort, an dem Außerirdische existieren, Kepler.

Kepler: Wenn es irgendwo da draußen intelligente Wesen gibt, dann können sie unsere Radio- und Fernsehprogramme vielleicht empfangen?

Galilei: Wahrscheinlich ist das der Grund, weshalb die Aliens noch nicht geantwortet haben.

Kepler: Und umgekehrt horchen die Astronomen heute mit riesigen Radioteleskopen in das Weltall hinaus.

Galilei: Ganz großer Lauschangriff, im kosmischen Stil - sozusagen?

Kepler: Radioastronomie. Scheint mir die ökonomischste Technologie für die Kommunikation mit Aliens zu sein, Galilei.

Galilei: Aber nicht problemlos, Kepler.

Kepler: Radiosignale sind wenig störungsanfällig, Galilei.

Galilei: Das Radiofenster der Erde ist begrenzt. Die Atmosphäre lässt nur Wellen im Frequenzbereich von etwa zehn- bis fünfzigtausend Megahertz durch.

Kepler: Immerhin liegt die wichtigste Frequenz in diesem Bereich.

Galilei: Welche wäre?

Kepler: 1420 -1721 Megahertz.

Galilei: Wieso?

Kepler: In diesem Frequenzbereich liegen die Emissionslinien des Wassermoleküls.

Galilei: Eine Art kosmischer Leitfrequenz. Ohne Wasser kein Leben.

Kepler: Und wo es Leben gibt, existiert vielleicht Intelligenz.

Galilei: Das sehe ich nicht so.

Kepler: Selbstverständlich sucht man auch nach primitiven Lebensformen.

Galilei: Und, was hat man bisher im Universum gefunden?

Kepler: Auf dem Jupitermond Ganymed....

Galilei: .... nichts! Keine genügsamen Einzeller, keine mickrigen Vielzeller!

Kepler: .... könnte es Schwefel fressende... Bakterienkolonien geben...

Galilei: Keinen grünen Schleim, nicht einmal irgendwelchen organischen Matsch!

Kepler: ... so genannte "Black Smokers", ...

Galilei: ...keine Aminosäuren....

Kepler: ...so wie in den Ozeanen der Erde - vermutet man jedenfalls...

Galilei: Nichts, einfach nichts hat man bisher gefunden! Und sie, Kepler, sind tatsächlich überzeugt,...

Kepler:...dass es irgendwo Aliens gibt. Ja, bin ich, Galilei! - wie unsere Filmheldin Ellie Arroway. Sehen Sie!

Galilei: Bloße theoretische Extrapolation. Nichts weiter.

Kepler: Das versucht unsere Astronomin jetzt einem jungen Mann zu erklären.

Galilei: Theologe...

Kepler:...und gut aussehend.

Galilei: Natürlich. Ich weiß,....

Kepler: ...warum Sie Hollywood nicht mögen.
Text: Armin Stadler
Hör-Tipp
Dimensionen, Montag, 6. Juli 2009, 19:05 Uhr
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