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Webradio Podcast
Highlights
Inspiriert durch "Die Reise um die Erde in 80 Tagen" ist das Linzer Ars Electronica Center im Rahmen von "Linz09" zu einer Reise um die Welt aufgebrochen - real und virtuell.
Wie klingt Gaza?
Das Thema Koexistenz
"Wie klingt Gaza?" ist der Ausgangspunkt des Projekts "Soundshelters", in dem Geräusche aus Gaza nach Linz und wieder retour übermittelt werden. Es geht darum, akustisch zu dokumentieren, dass jede Stadt ihren eigenen Sound hat und den Kontrast zwischen einer kriegsgeplagten Stadt und einer friedvollen Stadt wie Linz wahrnehmbar zu machen.

Vogelgezwitscher für Gaza - ein vielleicht doch eigenartiges "Geschenk" für die Menschen dort. Zuflucht nehmen bei Klängen, aber es ist wohl eher ein Ausdruck der Suche nach einem zu konstruierenden Miteinander als eine echte mögliche Zuflucht. Das virtuelle Projekt zum Thema "Koexistenz" lässt an ein österreichisches Projekt denken, das hier seit Jahren durchgeführt wird.

(c) Hummel, ORF
Next Stop: Gaza - Linz/Österreich

Peacecamp
Die Wiener Psychotherapeutin Evelyn Böhmer-Laufer initiierte ein multikulturelles "peacecamp", bei dem sich 14- bis 18-jährige jüdische und palästinensische Jugendliche aus Israel sowie Gleichaltrige aus Österreich und Ungarn treffen.

Dieses Jahr haben sich 33 Jugendliche unter dem Motto "Let's talk peace" versammelt, um zehn Tage lang über ihren Zugang zur Geschichte und aktuellen Situation des israelisch-palästinensischen Konflikts, über die EU und über ihre persönliche Geschichte zu diskutieren und zu erzählen.

Für Böhmer-Laufer, die seit 2004 dieses Projekt betreut, war es das bisher beste Camp, denn die Jugendlichen hatten sich vorbereitet und mit ihren Lehrern Wissen über die Zusammenhänge des Konflikts erworben.

Dieser Wissenserwerb ermöglicht ein erstes Verständnis für die Situation des Anderen, denn viele Jugendlichen würden sich ihren Eltern und deren Geschichte verpflichtet fühlen, hätten aber eigentlich nichts gegen "die Anderen" einzuwenden, erzählt Böhmer-Laufer, die auf einige Erfolge verweisen kann: Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der früheren peacecamps stehen noch immer miteinander in Verbindung und besondere Freude machte ihr, dass ein Mädchen am Schluss des heurigen Camps meinte: "Ich kann es nicht einmal denken, dass wir Feinde sein sollen".

Jugendliche aus Gaza haben nicht teilgenommen, da es, wie Böhmer-Laufer sagt, für ihre kleine Organisation zu schwierig sei, Visa für die Jugendlichen zu organisieren.
Afrika und Koexistenz
Frühere Formen der Koexistenz wurden in Afrika durch Eingriffe des europäischen Kolonialismus zerstört, heißt es immer wieder - deshalb macht die Weltreise einen Exkurs nach Afrika: Auf dem afrikanischen Kontinent spielt der Umgang mit den Anderen eine große Rolle, beim Miteinander und bei Katastrophen.

Ob es nun der Völkermord 1994 in Ruanda und Burundi war, bei dem bis zu einer Million Menschen ermordet worden sind oder ob es die jüngsten Konflikte in Nigeria sind, immer wieder geht es um Konflikte von Menschen, die lange nebeneinander gelebt haben.

Für Uli Schmidt, der jahrelang in den unterschiedlichsten afrikanischen Ländern tätig war und beim World Food Programme die Versorgung von Flüchtlingen organisierte, bedeutet "Koexistenz" in Afrika etwas anderes als in Europa: "In Afrika ist Koexistenz immer etwas "Physisches", es geht um Raum, um Raumgewinn. Die Auseinandersetzungen drehen sich meist um die Ressourcen, Wasser und Territorium. Der Kampf um Raum ist der Kampf um Existenz".

Und damit ergibt sich wiederum eine Assoziation zu den Auseinandersetzungen, die zwischen den Palästinensern und Israel geführt werden.
Gaza - Israel
Im Gazastreifen leben zirka 1,5 Millionen Palästinenser, und mit mehr als 4.000 Bewohnern pro Quadratkilometer hat der Gazastreifen eine extrem hohe Bevölkerungsdichte. Der Konflikt zwischen Palästinensern und Israel ist alt, geprägt von Kriegen, Terroranschlägen und Verhandlungen und Verhandlungsabbrüchen.

Im Zuge der beiden palästinensischen "Intifadas" und auch danach haben viele Zivilisten ihr Leben verloren. Der Streit über die Räumung von Siedlungen und den Baustopp von Siedlungsprojekten im Westjordanland und in Ost-Jerusalem zeigt, dass es noch lange dauern wird, bis hier in dieser Region von Koexistenz gesprochen werden kann.
Text: Petra Herczeg
"80+1 - Eine Weltreise" ist ein Projekt für
Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas.
Mit freundlicher Unterstützung der voestalpine AG.


Mehr zu Linz09 in oe1.ORF.at

Hör-Tipps
Digital.Leben, ab 15. Juni 2009, Montag bis Donnerstag, 16:55 Uhr, "80+1 - Eine Weltreise", Berichte über das Projekt von "Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas". Die einzelnen Beiträge sind auch über den Ö1 Podcast erhältlich.

Mehr dazu unter Ö1 Podcast

Die Sendungsinhalte zum Projekt "80+1" sind auch mobil unter der Festnetznummer 050 304-2009 abrufbar (Gebühren gemäß den Tarifen Ihres Telefonanbieters).

Buch-Tipp
Bettina Marx, "Gaza. Berichte aus einem Land ohne Hoffnung", Zweitausendeins Verlag

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Tipp
Zum Abschluss von 80+1 und dem gleichzeitigen Beginn der Ars electronica ist Radio Österreich 1 mit dem "Mobilen Ö1 Atelier" als Kommunikationsplattform auf dem Linzer Hauplatz präsent und widmet sich in Zusammenarbeit mit dem Festival dem Kernthema "Human Nature“. Parallel dazu ist das Ö1 Kulturjournal live vor Ort und sendet von 31. August bis 4. September erstmals aus dem obersten Stock des neuen Ars Electronica Center (AEC).

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feldners am 04.08.2009, 19:26
stimmen aus gaza???
Was sind das für Stimmen aus Gaza, wenn die Betroffenen aus ihren Gefängnis nicht heraus können? Da stimmt doch was nicht! Warum wird die Ursache dafür nicht beim Namen genannt?
reaktion
begegnung am 04.08.2009, 20:50
Traumatisierte Stimmen
Unter "Traumatisiert und isoliert" schildert Chris Gunness, UN-Flüchtlingsexperte für Palästinenser, die inhumane Situation von Kindern und Jugendlichen in Gaza (in: www.jungewelt.de/2009/07-30/061.php). In Flüchtlingslagern wachsen Generationen heran ohne Hoffnung auf eine akzeptable Lebensbasis. Laufend werden Familien von in Palästina von Israelis aus ihren Häusern vertrieben. Matth. Reichl, Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, Bad Ischl
begegnung am 04.08.2009, 19:25
Wie klingt Gaza?
Vogelgezwitscher aus Linz nach Gaza - welcher Hohn für Kinderohren in denen noch die Explosionen israelischer Bomben - und lange davor die Tiefflieger - dröhnen! Wie kann die "Koexistenz" mit diesem Grauen der permanenten Bedrohung in einer 80+1-Sendung und in diesem Text deutlich gemacht werden? Oder ist das nicht beabsichtigt, sondern gezielte Desinformation, beeinflusst von israelischer Polit-PR? So auch die Behauptung, nur technische Visaprobleme hätten die Ausreise von Kindern aus Gaza verhindert. Tatsache ist, dass selbst für Schwerkranke - die in zerbombten Gaza-Kliniken nicht versorgt werden können - meist die Grenze geschlossen ist. Das Arrangement von Schlagwörtern im letzten
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