Liebe Frau Suchy!

Wenn bei der Olympiade 2012 erstmals 40 Boxerinnen antreten, müssen 40 Boxer auf die Teilnahme verzichten. Ist das gerecht?
"Die Medizinische Universität Wien macht sich auf die Suche nach Gründen für die schlechte Erfolgsquote von Frauen beim Eignungstest (EMS). Im Herbst wird eine interne Arbeitsgruppe die Gründe analysieren, warum Frauen deutlich schlechter beim EMS abschneiden als Männer." Aber es ist Ihnen ja klar: Zu viel darf die Analyse nicht kosten; was glauben Sie, was uns das Gender-Budgeting jetzt schon kostet? In Zeiten der Krise, wenn da die Frauen, und da muss ich meinem Kollegen Christian Ortner recht geben, noch auf Gender-Budgeting bestehen - eine Unverfrorenheit in der heutigen Situation der Wirtschaftswelt.
Gender und Geld - das Wirtschaftsforum der Führungskräfte und Triconsult haben herausgefunden: "Die Differenz zwischen dem jährlichen Gesamteinkommen der Männer und dem der Frauen fällt deutlich aus. Die weibliche Gehaltszufriedenheit (1,97 nach Schulnotensystem) weicht kaum von der der Männer ab (1,93)." Toll - nicht? Wir Männer nehmen den Frauen das Geld weg und die beschweren sich gar nicht. Wir Männer fahren länger auf Dienstreisen als Frauen in Karenz gehen, aber gerade deshalb stellen wir Frauen ungern ein; wer soll denn unsere Arbeit machen, wenn wir auf Dienstreise sind?
Wir sind ja auch gegen Gender-Budgetierungen. Es ist ja ganz einfach: Wenn bei der Olympiade 2012 erstmals 40 Boxerinnen antreten, müssen 40 Boxer auf die Teilnahme verzichten. Ist das gerecht? Wenn es Budgets für weibliche Habilitationsstipendien gibt, fehlt dieses den Wissenschaftsbudgets für die Männer. Wenn für eine Professur für eine Frau oder auch nur für Seminare für Lektorinnen Gender-Budgets vorgesehen werden, blockieren wir einfach die Professur und schreiben keine Seminare aus. Irgendwann, über kurz oder lang, wird das Geld doch wieder uns Männern zur Verfügung stehen. Wir haben einen langen Atem. Die verpflichtende Gehaltsoffenlegung ist ja interessant, den Ministerrat wird sie aber nie passieren. "Wir haben eine andere Mentalität als in Schweden. Es ist nicht üblich, über Einkommen zu sprechen."
Wir machen das so: Wir setzen Frauen auf die Liste unserer Partei, und bitten Sie dann zurückzutreten. Wir setzen die Frauen auf den 3. und 4. Platz und sagen dann, das ist ausgeglichen. Die EU duldet das - und Sie nicht? Oder wir machen's so wie in Afghanistan: Eine Frau als Ministerin sagt, dass eine zu enge Zusammenarbeit zwischen Männer und Frauen die Prostitution fördert. Die afghanische Ministerin ist für Quoten - der Zugang für Frauen soll beschränkt werden. Unser Wissenschaftsminister ist gegen Quoten - Quoten sagt er, würden das Symptom verdecken. Für das Frauenproblem beim Studium der Medizin sei eine Wurzelbehandlung notwendig. Die Frauenministerin sagt, sie ist eine Pro-Quote-Frau, aber sie hält die Quote nicht für klug. Wen oder was halten Sie für klug?
Wissen Sie was Weiberwirtschaft ist - die SPÖ-Gemeinderätinnen in Wien!
Wissen Sie was Muttertag ist - wenn die Tennisspielerinnen in Wimbledon Kinder haben.
Wissen Sie, warum eine Frauenrechtlerin in Burma begnadigt werden könnte? Weil sie die Tochter eines burmesischen Unabhängigkeitskämpfers ist.
Wissen Sie, was Hillary Cinton bei der Pressekonferenz gefragt wird? Was ihr Mann denkt! (Nach ihrer Meinung wird nur gefragt, wenn ihr Mann ein Verhältnis mit einer Praktikantin hat.)
Wir experimentieren mit Oxytocin, um Männer verhandlungsfähiger zu machen, schreibt die Presse. Wohlgemerkt: nur Männer, die Frauen sind's ja schon, sonst würden sie diesen Irrsinn ja gar nicht ertragen. Gender-Wahnsinn - Sie stimmen mir doch zu, mit Ihrer schönen Stimme. Oder beharren Sie auch auf Tittenbonus?
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Gender
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