Deutschlands Hartz IV-Kinder

Wo aber wohnen die Menschen, die sich diese Mieten nicht leisten können? Wir steigen in den Bus, der Chauffeur, zum Beispiel. Wo lebt er?
"Was sind uns die Kinder wert?" steht als Titelzeile in der Wochenzeitung. Inzwischen liegt eine Beschwerde vor dem Höchstgericht in Karlsruhe, zum Jahreswechsel soll entschieden werden, ob der Staat einem Kind mit dieser Summe tatsächlich ein menschenwürdiges Dasein bietet.
Irgendwann in seinem Schulleben braucht fast jeder Schüler Nachhilfe. Die Kosten für Nachhilfe sind in Hartz IV nicht eingerechnet, Ausgaben für Bücher ebenso wenig, auch kein Kino, kein Theater, kein Sport. Wie gut schafft ein Kind die Schule ohne all das? Wenn man 20 Euro pro Kind im Monat mehr zahlt, würde der Staat - 1,7 Millionen Hartz IV Kinder gibt es - dafür eine halbe Milliarde aufwenden müssen. Eigentlich nicht viel, wenn man sich die Summen vor Augen führt, die für Bankenrettungspakete ausgegeben werden.
Ich gehe durch den Supermarkt und versuche mir vorzustellen, was ich kochen könnte, wenn ich für jedes meiner Kinder pro Tag 3,11 Euro zur Verfügung hätte: Frühstück, Jause, Mittag- und Abendessen, dazu Getränke, Obst, Knabberzeug. Ich kann es mir nicht vorstellen. Der Gedanke verdirbt mir die Freude am Einkaufen.
In Österreich gibt es Hartz IV noch nicht. Aber es gibt die Kinderarmut in vergleichbarem Ausmaß und es ist zu befürchten, dass Ideen aus Deutschland früher oder später auch bei uns übernommen werden. Die flotten Sprüche der Politiker im Nachbarland werden auch ihren österreichischen Kollegen einfallen.
Hartz IV dürfe man nicht erhöhen, sagte in Deutschland ein Politiker der Partei, die das C für Christlich im Namen trägt: Wenn die Eltern mehr Geld für ihre Kinder bekämen, dann profitierten nur die Tabakindustrie und die Schnapsbrenner.
Wollte man diesen Kindern wirklich helfen, könnte ihnen der Staat Sachleistung zukommen lassen: Bücher, Nachhilfe, Sport, Freifahrten, Ganztagsschule mit gratis Mittagessen, damit sie nicht in die Suppenküchen gehen müssen, wenn sie sich das Schulmenu nicht bezahlen können. Bildung ist die beste Investition. Kinder sind unsere Zukunft. Möchte man meinen.
Eigentlich wollte ich eine andere Kolumne schreiben, weil ich mich über den mangelnden Service der Banken geärgert habe, die bei gleichen Gebühren immer mehr die Kunden arbeiten lassen. Ich hatte mir überlegt, wie es wäre, wenn der Automechaniker oder der Zahnarzt, die ebenfalls ihre Kosten senken müssen, mir nur noch das Werkzeug in die Hand drücken und die Rechnung schreiben. Der Spaß an der Idee ist mir vergangen, als ich an das Hartz IV Kind denken musste.
wird nichts helfen
ich denke solange die banken mithilfe der politik nach wie vor ihr unwesen treiben dürfen und alle anderen rücksichtlos schalten und walten wird diese situation nur noch schlimmer. wir wundern uns über die verschiedensten unglücke und menschenwirren (zb amokläufe uä) aber dass wir einmal v.a. die herren ganz da oben ernsthaft drüber nachdenken, wieder zurück auf den boden zu kommen, das fällt niemandem ein. ich hab den zughörigen artikel in der zeit gelesen und mich gewundert, dass gerade in zeiten, wo u.a. des mauerfalls gedacht wird eine rückbesinnung erfolgt, spielt sich genau das gegenteil ab. immer noch mehr macht eingen wenigen und die armut breitet sich aus, als wärs da
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