Mehr dazu in der Online-Infomape
Umwelt und Gesundheit

Wie gesundheitsschädlich ist der Straßenverkehr?
Umweltmediziner sind überzeugt: Verkehr macht krank - durch Unfälle, Luftverschmutzung, Lärm, den dadurch verursachten Klimawandel und nicht zuletzt weil wir uns aufgrund der Benützung von Autos und öffentlichen Verkehrsmitteln immer weniger selbst bewegen.
Statistisch betrachtet wird jeder Mensch in Österreich einmal im Leben im Straßenverkehr verletzt oder erkrankt an den Folgen von Verkehrslärm oder Verkehrsabgasen. Die Spannweite reicht dabei von der leichten Verletzung bis hin zum schweren Verkehrsunfall mit jahrelangen gesundheitlichen Schäden. Schlechte Luftqualität ist vor allem für Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis verantwortlich.
Auch für die Entstehung von Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen sind Schadstoffe mitverantwortlich. Dazu kommt der Verkehrslärm, dem die Menschen je nach Wohnort unterschiedlich stark ausgesetzt sind. Bewegungsmangel ist wiederum für Übergewicht und eine wachsende Zahl an Diabeteserkrankungen verantwortlich. Kinder mit Übergewicht haben zudem ein höheres Risiko an Asthma zu erkranken.
Der Verkehrsclub Österreich kommt in einer aktuellen Untersuchung zum Ergebnis, dass die durch den Verkehr verursachten Gesundheitskosten in Österreich mindestens 2,5 Milliarden Euro pro Jahr betragen. Wahrscheinlich dürften die Kosten sogar weit höher liegen - genaue Studien dazu fehlen allerdings bisher.
Sicher ist allerdings, dass die Themen Verkehr und Mobilität auch beträchtliche Möglichkeiten zur Verbesserung der Gesundheit der Menschen und nicht zuletzt auch zur Eindämmung des Ausgabenanstiegs im Gesundheitswesen bieten. Eine Studie aus Holland hat etwa gezeigt, dass Maßnahmen zur völligen Reduktion von Lärm rund zwei Milliarden Euro kosten würden, der Benefit für das Gesundheitswesen wären allerdings Einsparungen von vier bis sechs Milliarden Euro.
Luftverschmutzung setzt sich generell aus einem Gemisch unterschiedlicher Schadstoffe zusammen. Dabei ist es meist nur schwer möglich, einzelne gesundheitliche Beeinträchtigungen einem bestimmten Schadstoff zuzuordnen.
Der motorisierte Verkehr ist aber ein Hauptverursacher der Luftverunreinigung in Österreich. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe werden Substanzen frei, die gesundheitsschädigend und manche sogar krebserregend wirken. Dazu gehören etwa Stickoxide, Kohlenmonoxid, Feinstaub, Ruß und Benzol.
Lärmbelastung wiederum wirkt unterschwellig. Gehörschäden treten zwar eher selten auf, da die Pegelspitzen kaum die Grenze für Dauerschäden von 120 Dezibel erreichen. Trotzdem sind gesundheitliche Auswirkungen von Schlaf- und Kommunikationsstörungen bis hin zum Herzinfarkt statistisch nachweisbar. Die Grenzen dafür liegen bei 65 Dezibel tagsüber beziehungsweise 55 Dezibel in der Nacht. Laut Mikrozensus der Statistik Austria werden mehr als 1,7 Millionen Österreicher durch den Verkehrslärm stark oder sehr stark belästigt.
Die schlechte Datenlage in Österreich zu verkehrsbedingten Gesundheitskosten macht angesichts der geschätzten Größenordnung von rund zehn Prozent der Gesundheitsausgaben eine entsprechende detaillierte Analyse in jedem Fall dringend nötig.
Experten fordern zudem eine Eindämmung des Straßenverkehrs vor allem in Ballungszentren etwa durch Einführung einer Citymaut, deren Einnahmen auch in das Gesundheitswesen fließen könnten. Zudem mache es Sinn, die Einnahmen der Mineralölsteuer für die Finanzierung der Krankenkassen und Krankenhäuser zweckzubinden oder entsprechend zu erhöhen. Die Einnahmen des Staates durch die Mineralölsteuer betrugen im Jahr 2008 3,894 Milliarden Euro. Wichtig sei zudem eine Bewegungsoffensive indem Menschen motiviert werden, kürzere Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.
Wenn Sie Fragen zum Thema haben, dann rufen Sie während der Sendung unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 22 6979 an, oder posten Sie hier.
- Wie gefährlich ist der Verkehr für unsere Gesundheit wirklich?
- Welche Gesundheitsschäden verursachen Luftschadstoffe?
- Wie hängen der Klimawandel und die steigende Zahl an viral bedingten Erkrankungen zusammen?
- Sorgt der zunehmende Verkehr für eine reduzierte Mobilität der Menschen und begünstigt damit Zivilisationskrankheiten wie Diabetes?
- Mit welchen Maßnahmen könnte man den Gesundheitsbelastungen durch den Verkehr gegensteuern?
Hör-Tipp
Radiodoktor - Medizin und Gesundheit, Montag, 16. November 2009, 14:20 Uhr
und Prävention generell?
Jeder Aspekt scheint mir wichtig, wenns um Gesundheit geht - v.a.um Prophylaxe. Besonders wichtig als Präventivmaßnahme fände ich aber die tägliche Turnstunde, die in einer an Bewegungsreizen armen Zeit mit entsprechenden Zielen verbunden Haltungsschäden vorbeugen, Lunge und Kreislauf anregen, Lust an der Bewegung schaffen und Freude an einer gesunden Lebensführung wecken könnte. Die Kosten dieser einen Stunde täglich stünden in keiner Relation zum Einsparungspotential an Gesundheitskosten.
klimaschutz vor kassensanierung
erhöhte mineralölsteuer, citymaut, CO2-steuer... alles wunderbar. autofahren soll unattraktiv und teuer gemacht werden. aber die mehreinnahmen hätt ich dann doch lieber zweckgebunden für den klimaschutz bzw. den ausbau des öffentlichen verkehrs anstatt für die sanierung der krankenkassen!!!
Antwort
Eine zweckgebundene Verwendung dieser Gelder ist sicher sinnvoll, nur sollte man vorher genauer diskutieren, wohin das Geld zu gehen hat.
fetisch auto
wie angesichts all dieser längst bekannten umstände unsere lebensumgebung immer noch weitgehend für das auto optimiert werden kann, ist mir rätselhaft. eben komme ich aus venedig. abgesehen, dass die autos dort bekannterweise boote sind, besteht der verkehr - umgelegt auf eine "normale" stadt wie wien - aus bussen, taxis, lkw, fiakern und jeder menge menschen die selbstverständlich zu fuß gehen. nicht umsonst ist venedig eine der beliebtesten destinationen im städtetourismus.
Antwort
Der emotionale Wert des Autos muss tatsächlich dringend überdacht werden!
Verkehrspolitik
Meiner Auffassung nach MUSS dieses Thema von der Verkehrspolitik ernster genommen werden. Auch wenn die Auswirkungen und Statistiken wahrscheinlich den Entscheidern bekannt sind, handeln sie doch noch immer anders. Von einem aktuellen Beispiel kann ich bereichten: Im Traisental, südl. von St.Pölten planen Politiker und ASFINAG tatsächlich eine vierspurige Schnellstraße S34 zu bauen und die parallel dazu existierende Eisenbahn weiter einzuschränken und teilweise still zu legen. Damit wird den Menschen ein weiteres Angebot gemacht, das Auto zu benutzen, öffentl. Verkehrsmittel werden bewußt unattraktiv gemacht und letztlich ruiniert. Das passiert vor unseren Augen, + in ein
Verkehrspolitik
in einem Feinstaubsanierungsgebiet (St.Pölten) in Zeiten des allgemein bekannten Klimawandels wo finanzielle Mittel für sinnvolle Aufgaben fehlen in einem Land, das seine CO2 Reduktionsziele nicht einhalten kann Warum handelt die Politik so verantwortungslos?
Antwort
Seit vielen Jahren wird von Entscheidungsträgern zwar der öffentl. Verkehr propagiert (mündlich), allerdings setzt sich das nicht in der Realität fort. Manchmal kommt es auch zu gegensätzlichen Entwicklungen. Z.B. warb man vor einiger Zeit in Oberösterreich mit dem Plakat "Straße vor Schiene". Das ist kein Zeugnis einer modernen Auffassung von Mobilität. Und Gesundheitsdaten werden vom Verkehr überhaupt nicht berücksichtigt. Und wissenschaftliche Daten aus allen Fachrichtungen werden so gut wie immer ignoriert.
"Gestorben wird, wenn wir es sagen"
100 Jahre Unfallchirurgie
Achtung, Schnarchgefahr!
Akute und chronische Harnwegsinfekte
Allergie und Komplementärmedizin
Antibiotikaresistenz
Arbeitslosigkeit und Gesundheit
Asthma bronchiale
Atherosklerose-Forschung
Beschwerden in den Wechseljahren
Biologicals
Burnout im Gesundheitswesen
Das Streben nach Gesundheit
Depressionen
Diabetes
Die neue Grippe
Die Wirbelsäule der Frau
Frauengesundheit
Früherkennungsmethoden
Früherkennungsmethoden - Teil 2
Gesund altern
Gesund altern - Teil 2
Gesundheit und Straßenverkehr
Glaukom und Erkrankungen der Makula
Glück zum Selbermachen
Hörschäden nehmen zu
Inkontinenz
Jugendliche Amokläufer
Kinder- und Jugendheilkunde
Krank durch gesundes Essen
Krank durch Lebensmittel?
Legasthenie
Medizinuniversität Salzburg
Narben
Probiotika
Proteomik
Resilienz
Rheuma
Schilddrüsenerkrankungen
Schlafstörungen
Sexualmedizin
Sommersportarten
Trockenes Auge und Bindehautentzündung
Ungewöhnliche Krankheitsverläufe
Unsichtbare Welt der Mikroorganismen
Wer braucht Nahrungsergänzungsmittel?