Liebe Frau Dr. Suchy,
Wenn Österreicher ihre Frauen prügeln, sagen sie, diese seien gegen den Türstock gelaufen und die Sache hat sich. Für die Polizei.

Das Symbol der Genderpolitik in Österreich ist der Türstock.
Sie sehen: Österreich geht's an - mit Altkleidersammlungen. Geldbußen, sagt Österreich oder ein Teil davon, seien als Strafe für die gehaltsmäßige Ungleichbehandlung der falsche Weg. Auch die Industriellenvereinigung ist richtig verärgert. Statt Frauenquoten im ORF will sie eine Ausweitung der Wirtschaftsberichterstattung.
"Starke Frauen brauchen keine Quote! Schwache Frauen suchen sich einen starken Mann", liest sich ein "Standard"-Posting.
Wir Männer lernen immer besser, wie wir euch Frauen verhindern. Zum Beispiel beim Skispringen. Zugegeben, das betrifft nicht viele, aber auch hier soll Gleichberechtigung nicht Schule machen, das wäre ja fast so, wie wenn Schwarze Weiße vertreiben würden... Österreich darf nicht Haiti werden!
Auch wenn Punkt 5 der grundlegenden Prinzipien der Olympischen Charta besagt, dass jede Form von Diskriminierung eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder aus sonstigen Gründen mit der Zugehörigkeit zur Olympischen Bewegung unvereinbar sei, hat IOC-Präsident Jaques Rogge die Forderung von kanadischen Frauenrechtlerinnen nach Aufnahme des Skispringens für Frauen bei den Winterspielen von Vancouver 2010 zurückgewiesen: Diese Entscheidung sei keine Diskriminierung des weiblichen Geschlechts, sondern unter rein sportlichen Erwägungen gefallen. Sportlichkeit steht über Gleichberechtigung.
Das IOC sei sehr an einer größeren Frauenquote bei den Spielen interessiert, aber sportliche Qualität sei erste Voraussetzung, meint Rogge weiter, aber auch: dass es international noch zu wenige Frauen gebe, die diese Disziplin auf hohem Niveau bestreiten würden. Der Wert einer olympischen Medaille würde verwässert, wenn wir den Wettbewerb schon jetzt ins Programm aufnähmen.
Seien Sie nicht unsportlich! Und kommen Sie mir nicht immer mit Fakten, zum Beispiel, dass Frauen auch 200 Meter weit springen können. Hier geht's nicht um Fakten, und rechnen müssen Sie auch nicht können, wenn's um Gleichberechtigung geht. Diestandard.at meldet am 27. Dezember 2009:
Im Innenressort sieht es anders aus. Hier befindet sich unter den 20 Personen in der obersten Führungsebene nur eine Frau (fünf Prozent), der Anteil soll in den nächsten Jahren auf acht Prozent gehoben werden. (APA)
Berechne die acht Prozent!
Und versteifen Sie sich nicht auf zwei Monate Karenzgeld; da erfasst die neue SPÖ-Bundesfrauensekretärin Andrea Mautz etwas sehr Wesentliches: "Die ständige Debatte darum, ob Alleinerzieherinnen das Geld zwei Monate länger beziehen sollen, kommt mir vor, als wolle die ÖVP immer noch die Frauen dafür verantwortlich machen, wenn ihnen der Mann davon läuft." Klar, wen sonst?
Mit schönem Gruß, Ihr M.M.
Der Standard, 16. Jänner 2010
Kronzeitung, 18. Jänner 2010
Die Standard, 27. und 30. Dezember 2009
Link
Juridicum Journal - Olympische Spiele 2010 ohne Skispringerinnen
Was ist eigentlich "Integration"?
Die Augen der Vegetarier
Heute ist doch... Da war doch was...
Ist Kunst Wirtschaft?
Sommerplanung abgeschlossen?
Frau am Steuer
Warum ich nie Angst hatte vor Johanna Dohnal
Das Lied der Prärie
Zwischen uns
Eins, zwei, drei
Von der Kraut- zur Bildungssuppe
Selbstverständlich weiß ich alles besser
Wellnesshotel Österreich
Wiener "Resonanzen"
Ich kotz mich gleich an
Brief an mich - Teil 22
Prognose 2010. Eine Satire
Ein Jahr Obama
Viel - mehr - zu viel
Draußen das wütende Heer
Weihnachten endlich vorbei!
Last Minute Weihnachten
Mein Beduine
Brief an mich - Teil 21
Die Geschichte ist nicht zu Ende
Molly aus dem Monsterland
Muscheln und Steine
Fest der Freiheit
Von Mauern und vom Mauern
Als wünschen nichts geholfen hat