Exklusiv und innovativ
Innovativ und exklusiv soll die jährliche Veranstaltung sein – das ist das Ziel von Christian Wallner uns Markus Grüner, dem künstlerischen Leiter der ARGE Kultur. "Es war von Anfang an die Absicht, nichts von dem auf dem Spielplan zu haben, was man gemeinhin unter Comedy versteht, sondern es war immer diese literarisch musikalische Linie - traditionell in der Begrifflichkeit von Kabarett - für uns relevant", sagt Christian Wallner.
"Dem sind wir auch seit 1983 immer nachgekommen", so Wallner weiter. "Wir haben gesagt: selbstverständlich wollen wir lachen, aber wir wollen das Denken nicht hinten anstellen. Für uns und auch für viele Künstlerinnen und Künstler gibt es ja auch keinen Ausschließungsgrund zwischen denken und lachen, weil: nachdenken kann ja auch Spaß machen."
Er hat bereits das erste MotzArt-Festival in Salzburg mit seinem satirischen Blick auf die Welt bereichert: Sigi Zimmerschied. Auch bei der 28. Ausgabe dieser Veranstaltung darf er nicht fehlen, zumal der Passauer Kabarettist aktuell gerade mit seiner Werkschau namens "Zeitgeister" im deutschsprachigen Raum unterwegs ist. In seinen Soloprogrammen bearbeitete Sigi Zimmerschied stets ausführlich den niederbayerischen Mikrokosmos mit all seinen Tücken, Zwängen und Fallstricken.
Die Erlebnisse aus seinem Alltag, in dem er den Widerspruch niemals scheute, hat Sigi Zimmerschied in seinen Programmen festgehalten. "Betondeppen", "Ihobs", "Diddihasi", "Passauereien", "Scheißhaussepp", "Hirnrisse", "Danemlem" – das sind nur einige Titel jener Programme, die er in den vergangenen Jahrzehnten auf die Kabarettbühne gebracht hat. In seinen "Zeitgeistern" präsentiert Zimmerschied eine Werkschau auf 35 Jahre im Dienste des Kabaretts.
Seine Zeitgeister beschwört Sigi Zimmerschied am 6. Februar im Rahmen des MotzArt Festivals bei der ARGE Kultur in Salzburg.
Eine besondere Akquisition für 2010 gelang den Veranstaltern der MotzArt mit dem Engagement von Annamateur und ihrer Band, die Außensaiter. Annamateur, abseits der Bühne Anna Maria Scholz genannt, stammt aus Dresden und hat sich in der Rolle des wuchtigen Vamps in der musikalischen Satire bereits einen Namen gemacht. Im Vorjahr wurde Annamateur mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet. Mit einem Abend namens "Bandaufstellung nach B. Hellinger" kommt die Spezialistin für schräge Töne am 1.Februar nach Salzburg.
Zum ersten Mal in Salzburg ist I Stangl mit seinem aktuellen Solo "Born to be wild". Darin riskiert der Kabarettist einen Blick zurück auf jene Generation, die ohne Laptop, aber dafür in Glockenhosen den Widerstand aus sicherer Distanz freundlich begleitet hat - für den "Summer of 69" gerade noch zu jung, aber mit der vagen Idee ausgestattet, man hätte Teil der Bewegung sein können.
In der Rolle des Veteranen aus der Generation 40plus erzählt Stangl den Ahnungslosen der Generation 40minus, der Einfachheit halber "Minuse" genannt, wie man einst Politik gemacht und Geschichte geschrieben hat. I Stangl ist "born to be wild" – und zwar genau am 4. Februar 2010.
"Wenn Worte reden könnten oder: vierzehn Tage im Leben einer Stunde" nennt der in Bochum lebende Spezialist für das Geschäft des Sprechens Jochen Malmsheimer sein aktuelles Solo. Malmsheimer gehört zu jenen Kabarettisten, die es mit der Sprache recht genau nehmen. Und daher ist es auch kein Zufall, dass Malmsheimer gerade mit Günther Paal die Achse Bochum-Wien schmiedete.
"Selbdritt" nannten sie das Programm, das sie im Vorjahr gemeinsam mit Werner Brix in Salzburg auf die Bühne brachten. Am 5. Februar stellt Jochen Malmsheimer sein Solo in Salzburg vor und kommt zu dem Schluss: "Wenn Worte reden könnten, dann könnten Zahlen rechnen."

Der lächelnde Barpianist Hagen Rether
Den Abschluss des Festivals macht heuer der deutsche Kabarettist Hagen Rether. Es heißt, mit ihm sei das Musikkabarett endlich im 21. Jahrhundert angekommen. Doch seine Pose als lächelnder Barpianist ist reine Ablenkung. Ebenso wie der Titel seiner Work-in-Progress-Performance "Liebe". Inhaltlich nimmt der als Sohn deutschsprachiger Eltern in Bukarest und Hermannstadt aufgewachsene Hagen Rether alles auseinander, was die Menschheit bewegt: Politik, Religion, die Konsumgesellschaft, das Establishments. Er ist subversiv, nonchalant und seinen Attacken kommen ohne Vorwarnung.
"Wer Essen kennt, dem gefällt es überall!", ätzt Hagen und erzählt: "Es kommt schon vor, dass Sie abends mal in Essen ausgehen, einen schönen Abend haben wollen, Sie kommen zurück und Ihr Auto ist abgeschleppt. Das kann natürlich auch in Köln passieren, aber dort hatten Sie wenigsten einen schönen Abend."
Contra, Sonntag, 24. Jänner 2010, 22:05 Uhr
Veranstaltungs-Tipp
28. MotzArt Kabarett-Festival, 30. Jänner bis 7. Februar 2010, ARGE Kultur Salzburg
Links
ARGE Kultur Salzburg
Sigi Zimmerschied
Annamateur
Jochen Malmsheimer
Hagen Rether
kabarett.at
kabarett.cc
20 Jahre Bühne im Hof
Welt Ahoi hilft die Tiere aufzuwecken
Alles bestens für Eckel
"Welt Ahoi!" will Beweise!
Steinböcks Bonanza
Welt Ahoi ist kein Opfa mehr
Nadja Maleh ist "Radio-Aktiv"
Welt Ahoi! goes Olympia
Gery Seidl serviert Spaghetti mit Ohne
Welt Ahoi goes Karneval
Dirty Pepi Hopf
Köbernick & Krämer
Lieder aus der Dusche 2
Welt Ahoi! XIV
MotzArt-Festival
Welt Ahoi! XIII
Kabarettpreis Salzburger Stier
Peter & Teutscher haben "Nachtdienst"
Welt Ahoi! XII
Andreas Rebers auf Gegenbesuch
Das Team von "Welt Ahoi!"
Welt Ahoi XI
Werner Schneyder ist "konservativ"
1.130 Mal Guglhupf
Being Gidon Kremer
Welt Ahoi! IX
Frauen ohne Gedächtnis
Welt Ahoi VIII
Zwei Musterknaben
Welt Ahoi VII