Journal-Panorama
Montag, 18. Oktober 2004
18:25 Uhr
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Tiroler Asyl-Extreme
Die Quartiere in Scharnitz, Hall und Götzens
Die Quartiere in Scharnitz, Hall und Götzens
Seit vergangener Woche müssen 50 Asylwerber pro Werktag das Flüchtlingslager Traiskirchen verlassen. Einige davon werden nach Tirol gebracht. Doch die Suche nach Herbergen war bisher auch in den Tiroler Gemeinden nicht sehr erfolgreich. Derzeit leben dort 1208 Asylwerber. Davon sind 300 privat, 900 in Heimen untergebracht. 700 Quartiere fehlen noch.

Herberge in Hall

Herberge in Hall
Quoten hinken hinterher
Die Länder sollten endlich die vereinbarten Quoten erfüllen, meinte Innenminister Strasser am vergangenen Wochenende. Sonst könnten die Flüchtlinge in Traiskirchen bald auf der Straße stehen. Eines der Bundesländer, die bei der Erfüllung der Quote hinterherhinken ist Tirol. Das Land sollte 8,4 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen. Die Ablehnung ist auch in Tirol weit verbreitet - viele Bürgermeister wollen keine Flüchtlinge in ihren Gemeinden haben. Allgemein herrscht die Meinung, es funktioniere nicht - sprachliche, kulturelle Barrieren werden befürchtet.
Die Länder sollten endlich die vereinbarten Quoten erfüllen, meinte Innenminister Strasser am vergangenen Wochenende. Sonst könnten die Flüchtlinge in Traiskirchen bald auf der Straße stehen. Eines der Bundesländer, die bei der Erfüllung der Quote hinterherhinken ist Tirol. Das Land sollte 8,4 Prozent der Flüchtlinge aufnehmen. Die Ablehnung ist auch in Tirol weit verbreitet - viele Bürgermeister wollen keine Flüchtlinge in ihren Gemeinden haben. Allgemein herrscht die Meinung, es funktioniere nicht - sprachliche, kulturelle Barrieren werden befürchtet.
Scharnitz will keine Flüchtlinge im Ort
Eine Unterbringungsmöglichkeit hat die Tiroler Landesregierung in Scharnitz gefunden. 30 bis 40 Asylwerber sollen in einem leer stehenden Haus einquartiert werden. Doch die Landesregierung hat nicht mit den Scharnitzern gerechnet. Ein Großteil der Bevölkerung wehrt sich gegen die Ansiedlung von Asylwerbern.
Eine Unterbringungsmöglichkeit hat die Tiroler Landesregierung in Scharnitz gefunden. 30 bis 40 Asylwerber sollen in einem leer stehenden Haus einquartiert werden. Doch die Landesregierung hat nicht mit den Scharnitzern gerechnet. Ein Großteil der Bevölkerung wehrt sich gegen die Ansiedlung von Asylwerbern.
Lichtblick Hall
Die Volkseele kochte auch in Hall bei Innsbruck im vergangenen Sommer. In einem Altersheim sollten die Asylwerber untergebracht werden. "Unmöglich", winkten die Haller ab. Es gab politische Diskussionen und die Wogen schlugen hoch. Doch mit vereinten Kräften konnten die Bedenken aus dem Weg geräumt werden.
Mittlerweile sind die Flüchtlinge ins Annaheim eingezogen. Innerhalb weniger Wochen wurde das ehemalige Altersheim für sie adaptiert. Die Flüchtlinge haben sich mittlerweile ins gesellschaftliche Leben gut integriert.

Bewohner des Flüchtlingsheims in Hall in Tirol: Die Familie Hoseinjam aus Afghanistan fühlt sich in Hall sichtlich wohl.
Die Volkseele kochte auch in Hall bei Innsbruck im vergangenen Sommer. In einem Altersheim sollten die Asylwerber untergebracht werden. "Unmöglich", winkten die Haller ab. Es gab politische Diskussionen und die Wogen schlugen hoch. Doch mit vereinten Kräften konnten die Bedenken aus dem Weg geräumt werden.
Mittlerweile sind die Flüchtlinge ins Annaheim eingezogen. Innerhalb weniger Wochen wurde das ehemalige Altersheim für sie adaptiert. Die Flüchtlinge haben sich mittlerweile ins gesellschaftliche Leben gut integriert.

Bewohner des Flüchtlingsheims in Hall in Tirol: Die Familie Hoseinjam aus Afghanistan fühlt sich in Hall sichtlich wohl.
Neben Herberge auch Arbeit
Die Stadt Hall gibt den Menschen inzwischen nicht nur eine Herberge. Sie hat sogar eine Möglichkeit gefunden, die Flüchtlinge zu beschäftigen. Und auch viele Haller haben ihre Meinung inzwischen geändert. Sie sehen die Flüchtlinge jetzt eher als Bereicherung anstatt als Bedrohung:
"Die Haller helfen jetzt den Flüchtlingen, wo es nur geht, sich in ihrer neuen Heimat wohl zu fühlen", sagt die Leiterin des Flüchtlingsheimes, Kerstin Pfeifer, und sieht auch - was die Sprachbarrieren betrifft - wenig Probleme. Denn Sprachkenntnisse sind bei den Flüchtlingen bereits vorhanden.
Die Stadt Hall gibt den Menschen inzwischen nicht nur eine Herberge. Sie hat sogar eine Möglichkeit gefunden, die Flüchtlinge zu beschäftigen. Und auch viele Haller haben ihre Meinung inzwischen geändert. Sie sehen die Flüchtlinge jetzt eher als Bereicherung anstatt als Bedrohung:
"Die Haller helfen jetzt den Flüchtlingen, wo es nur geht, sich in ihrer neuen Heimat wohl zu fühlen", sagt die Leiterin des Flüchtlingsheimes, Kerstin Pfeifer, und sieht auch - was die Sprachbarrieren betrifft - wenig Probleme. Denn Sprachkenntnisse sind bei den Flüchtlingen bereits vorhanden.
Integration funktioniert auch in Götzens
Ein Beispiel für die erfolgreiche Integration ist auch die Volksschule Götzens bei Innsbruck. Dort gehen bereits seit einem Jahr drei Kinder aus Tschetschenien in die Schule.
Anfangs war es weder für die Flüchtlingskinder noch für deren Lehrerin leicht. Denn gerade die unterschiedlichen Sprachniveaus, mit denen die Kinder in die Schulen kommen, führen oft zu großen Problemen. Doch die drei kleinen Tschetschenen lernten parallel zu den normalen Unterrichtseinheiten Deutsch. So wurden die sprachlichen Barrieren schnell überwunden, und die Kinder wurden von ihren Mitschülern und ebenso von deren Eltern liebevoll aufgenommen.
Vom ganz großen Schritt sind die Flüchtlingskinder und ihre Eltern jedoch noch weit entfernt: Der positive Ausgang des Asylverfahrens, dass sie hier bei uns bleiben können - dieser Wunsch wird nur für wenige in Erfüllung gehen.
Ein Beispiel für die erfolgreiche Integration ist auch die Volksschule Götzens bei Innsbruck. Dort gehen bereits seit einem Jahr drei Kinder aus Tschetschenien in die Schule.
Anfangs war es weder für die Flüchtlingskinder noch für deren Lehrerin leicht. Denn gerade die unterschiedlichen Sprachniveaus, mit denen die Kinder in die Schulen kommen, führen oft zu großen Problemen. Doch die drei kleinen Tschetschenen lernten parallel zu den normalen Unterrichtseinheiten Deutsch. So wurden die sprachlichen Barrieren schnell überwunden, und die Kinder wurden von ihren Mitschülern und ebenso von deren Eltern liebevoll aufgenommen.
Vom ganz großen Schritt sind die Flüchtlingskinder und ihre Eltern jedoch noch weit entfernt: Der positive Ausgang des Asylverfahrens, dass sie hier bei uns bleiben können - dieser Wunsch wird nur für wenige in Erfüllung gehen.
Text: Georgia Schultze
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