Weitere Kulturmeldungen in Ö1 Inforadio.
Eine andere Seite
Jüdische Gangster in Amerika
Jüdische Gangster in Amerika
Tatortfotos, die zerschossenen Autos, übel zugerichtete Leichen und große Blutlacken zeigen in Schwarz-Weiß gut gekleidete, doch grimmig aussehende Herren, die unzweifelhaft vom Polizeifotografen zum Gruppenbild gebeten wurden. Dazwischen sieht man farbig gemalte Porträts von Männern, die in großer Mehrheit eines unnatürlichen Todes starben.
"Kosher Nostra - Jüdische Gangster in Amerika 1890 - 1980", die dritte Kunstinstallation von Oz Almog, ist mit Sicherheit nicht das, was man sich normalerweise von Ausstellungen im Jüdischen Museum Wien erwartet. Bei der Presseführung gab es jedenfalls bereits erregte Diskussionen über die Sinnhaftigkeit einer solchen Schau.

"Kosher Nostra - Jüdische Gangster in Amerika 1890 - 1980", die dritte Kunstinstallation von Oz Almog, ist mit Sicherheit nicht das, was man sich normalerweise von Ausstellungen im Jüdischen Museum Wien erwartet. Bei der Presseführung gab es jedenfalls bereits erregte Diskussionen über die Sinnhaftigkeit einer solchen Schau.

Gangsterbosse chronologisch geordnet
"Es fängt immer bei den Todesdaten an. Das zählt nämlich häufig zu den ganz wenigen Fakten, die gesichert sind", erläuterte der österreichisch-israelische Künstler Almog. Dutzende Gangsterbosse hat er in einer chronologischen Anordnung, die sich als Zeitschleife durch den Raum zieht, dokumentiert - soweit sich das Leben in der Unterwelt eben überhaupt mit historischen Details belegen lässt.
Man begegnet hier Namen wie Meyer Lansky, "Bugsy" Siegel, Dutch Schultz oder Louis "Lepke" Buchhalter und Ereignissen wie dem Valentinstagmassaker von 1929, die man aus Filmen oder Dokumentationen kennt. Das Fotomaterial stammt vor allem aus dem Archiv der New Yorker "Daily News".
"Es fängt immer bei den Todesdaten an. Das zählt nämlich häufig zu den ganz wenigen Fakten, die gesichert sind", erläuterte der österreichisch-israelische Künstler Almog. Dutzende Gangsterbosse hat er in einer chronologischen Anordnung, die sich als Zeitschleife durch den Raum zieht, dokumentiert - soweit sich das Leben in der Unterwelt eben überhaupt mit historischen Details belegen lässt.
Man begegnet hier Namen wie Meyer Lansky, "Bugsy" Siegel, Dutch Schultz oder Louis "Lepke" Buchhalter und Ereignissen wie dem Valentinstagmassaker von 1929, die man aus Filmen oder Dokumentationen kennt. Das Fotomaterial stammt vor allem aus dem Archiv der New Yorker "Daily News".
Zusammenhang mit Gesamt-Kriminalität
"Es handelt sich hier um Individuen. Nichts, was jeder einzelne getan hat, steht für die anderen oder die ganze Gruppe", betont Almog. Dennoch interessiert natürlich nicht die Abfolge von Einzelereignissen, sondern der gemeinsame Hintergrund.
Die Geschichte jüdischer Gangster in den USA könne nur im Zusammenhang mit der gesamten Entwicklung der organisierten Kriminalität in den Vereinigten Staaten verständlich gemacht werden, schreibt Erich Metz im zweibändigen Katalog. Rein jüdische Gangsterbanden hätte es nicht gegeben.

"Es handelt sich hier um Individuen. Nichts, was jeder einzelne getan hat, steht für die anderen oder die ganze Gruppe", betont Almog. Dennoch interessiert natürlich nicht die Abfolge von Einzelereignissen, sondern der gemeinsame Hintergrund.
Die Geschichte jüdischer Gangster in den USA könne nur im Zusammenhang mit der gesamten Entwicklung der organisierten Kriminalität in den Vereinigten Staaten verständlich gemacht werden, schreibt Erich Metz im zweibändigen Katalog. Rein jüdische Gangsterbanden hätte es nicht gegeben.

Meist pragmatische Einzelgänger
"Die Juden beanspruchten selbstbewusst und nicht minder skrupellos ihren Platz neben den klassischen italienischen Familienclans." Während jedoch die Italiener geradezu dynastisch organisiert waren, wären die jüdischen Gangsterbosse dagegen meist "Einzelgänger mit einer vergleichsweise pragmatischen Weltsicht" gewesen, die ihre Geschäfte streng von der Familie getrennt hielten.
"Manche haben es geschafft, alt zu werden und in ihrem Bett zu sterben", erzählt Oz Almog. Ihre Zahl nimmt zu, je näher sich die Schau der Gegenwart nähert.
"Die Juden beanspruchten selbstbewusst und nicht minder skrupellos ihren Platz neben den klassischen italienischen Familienclans." Während jedoch die Italiener geradezu dynastisch organisiert waren, wären die jüdischen Gangsterbosse dagegen meist "Einzelgänger mit einer vergleichsweise pragmatischen Weltsicht" gewesen, die ihre Geschäfte streng von der Familie getrennt hielten.
"Manche haben es geschafft, alt zu werden und in ihrem Bett zu sterben", erzählt Oz Almog. Ihre Zahl nimmt zu, je näher sich die Schau der Gegenwart nähert.
Letztes Datum: 24. Dezember 2000
Doch das letzte Datum der Schau, der 24. Dezember 2000, markiert wieder einen Mord: An diesem Tag wurde die Autorin Susan Berman ermordet. Ihr Vater David Berman war Geschäftspartner des Gangsterbosses Bugsy Siegel. Ein Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen kann nicht ausgeschlossen werden.
Doch das letzte Datum der Schau, der 24. Dezember 2000, markiert wieder einen Mord: An diesem Tag wurde die Autorin Susan Berman ermordet. Ihr Vater David Berman war Geschäftspartner des Gangsterbosses Bugsy Siegel. Ein Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen kann nicht ausgeschlossen werden.
Tipp
Kosher Nostra - Jüdische Gangster in Amerika 1890-1980,
3. Dezember 2003 - 25. April 2004 im Jüdischen Museum Wien.
Ö1 Club-Mitglieder erhalten 40 Prozent Ermäßigung.
Link
Jüdisches Museum Wien
Kosher Nostra - Jüdische Gangster in Amerika 1890-1980,
3. Dezember 2003 - 25. April 2004 im Jüdischen Museum Wien.
Ö1 Club-Mitglieder erhalten 40 Prozent Ermäßigung.
Link
Jüdisches Museum Wien