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Was bedeutet Kunst für Sie?
Als Interpretin Alter Musik sehe ich Kunst im etymologischen Wortsinn als durch Übung erworbenes Können, bereichert durch die Geisteshaltung des 18. Jahrhunderts: die künstlerische Betätigung des Menschen und die Schöpfung des Menschengeistes in Musik.

Woher kommt Ihre Kreativität?
Durch die Beschäftigung mit alten Notendrucken, Manuskripten, Instrumenten, Gemälden, Literatur - die Welt des 18. Jahrhunderts fasziniert mich!

Wie lautet Ihr Motto?
Musik und Kunst in ihrem unendlichen Reichtum als Alternative zur erbärmlichen Gier nach Geld und Macht.

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Elisabeth Baumer, Barock-Oboe
Der Kunst der Alten Musik verpflichtet
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Vivaldi: Concerto, Aria aus "Tito Manlio"
Länge: 1:18 min
""Der Anstoß, Musik zu studieren kam von mir und wurde von Anfang an von meinen Eltern sehr gefördert, die zwar musikinteressiert, aber beruflich ganz anders orientiert sind. Nur mein Großvater war Konzertmeister in einem Kärntner Orchester. Die Blockflöte, mit der ich begonnen habe, hat mir zwar sehr gut gefallen, bietet aber relativ wenig Möglichkeiten für Konzertauftritte. Eine Freundin, die bereits in Wien Oboe studierte, riet mir, mit diesem Instrument zu beginnen - und es hat mir sofort gefallen.

Nun ist die Barock-Oboe mein Hauptinstrument. Als Barock-Oboist wird man ja relativ oft für Oboe und Blockflöte engagiert, wie es auch im 18. Jahrhundert üblich war", erzählt Elisabeth Baumer, gebürtige Kärntnerin, Jahrgang 1977, die seit 1998 an der Konservatorium Wien Privatuniversität bei Marie Wolf Barock-Oboe studierte und heuer abgeschlossen hat.

(c) Baumer
Elisabeth Baumer

Ihre erste musikalische Bildung in Blockflöte erhielt die junge Künstlerin am Kärntner Landeskonservatorium, errang erste und zweite Preise bei Landes- und Bundeswettbewerben von "Jugend musiziert" und begann nach ihrer Matura am Musikgymnasium Klagenfurt-Viktring, die sie mit Auszeichnung machte, ein Blockflötenstudium bei Rahel Stoellger an der Wiener Musik-Universität, das sie 2001 ebenfalls mit Auszeichnung absolvierte. "Ich habe dann an der Musik-Universität bei Klaus-Dieter Lienbacher Wiener Oboe studiert. Aber da mich die Alte Musik so fasziniert, wollte ich doch die historische Oboe erlernen", schildert Baumer.
Studium auch bei Paolo Grazzi
Seit dem Jahr 2000 studierte Bauer auch bei Paolo Grazzi, zuerst an der Civica Scuola di Milano und nach seinem Wechsel dann am Conservatorio F.E. dell´Abaco in Verona, wo sie Ende 2004 die Diplomprüfung mit Auszeichnung bestand. "Ich wollte unbedingt bei ihm studieren, denn Grazzi zählt weltweit zu den führenden Oboisten."
Der weiche Klang der Barock-Oboe
"Die Barock-Oboe ist eine möglichst genaue Kopie des Instruments aus dem 18. Jahrhundert. Sie ist aus Buchsbaum, also aus hellem Holz, und hat nur zwei Klappen. Die Wiener Oboe ist ein spätromantisches Instrument, das man heute nur in Wiener Klangkörpern hat. Der Klang der Barock-Oboe ist reicher an Obertönen und weicher im Klang", charakterisiert Baumer das Instrument.
Debüt des "Harmony of Nations Baroque Orchestra"
Das von den Mitgliedern des European Union Baroque Orchestra 2004 gegründete Originalklang-Ensemble, das auf Alte Musik spezialisiert ist, gibt am Montag, 2. Juli 2007, nun sein Österreich-Debüt bei der Trigonale in St. Georgen/Längssee.

Am 6. Juli gastiert das Ensemble bei der Styriarte in Graz. Beide Konzerte leitet der junge römische Star-Barockgeiger Riccardo Minasi als Dirigent und Solist. Auf dem Programm stehen u. a. Bachs 1. Brandenburgisches Konzert, Händels Concerto grosso op. 6/5 und "L' Europe Galante" von André Campra.
Musiker aus 14 Nationen
Das von Baumer gegründete Ensemble, dem junge Musiker des European Union Baroque Orchestra angehören, besteht aus auf Alte Musik spezialisierten Musikern aus 14 Nationen. Im Vorjahr absolvierte es erfolgreich seine Debüt-Tournée in Frankreich und Großbritannien.

Und im Sommer 2006 war das Ensemble beim schwedischen Barockoper-Festival in Lackö mit der Rossini-Oper "La pietra del paragone" sowie mit einem Konzert vertreten", freut sich Elisabeth Baumer über diesen Erfolg.
Live-Gast in Ö1 "Alte Musik - Neu interpretiert"
Im März 2006 war die erfolgreiche Musikerin, die kurz davor ein Konzert in Mailand hatte, live zu Gast in der Ö1 Sendung "Alte Musik - Neu interpretiert" bei Bernhard Trebuch.
Großes Oboen-Repertoire
"Für den Oboisten ist das 18. Jahrhundert eben der Zeitraum, wo es das meiste Repertoire im kammermusikalischen Bereich gibt - Trio-Sonaten, Quartette und Orchesterstücke, die auch Soli enthalten. Und sehr interessant dabei sind die nationalen Stile - vom italienischen bis zum deutschen", erklärt Elisabeth Baumer ihre besondere Beziehung zur Alten Musik.

(c) Baumer
Elisabeth Baumer bei der Aufnahme von Mozarts Bläseroktetten KV 376 und KV 388 mit der Accademia Litta Milano (November 2005): "Mozarts Bläser-Serenaden als Oboist zu spielen, das ist wunderbar."

Konzert und CD mit Accademia Litta
Inzwischen ist die junge Musikerin bereits erfolgreich als freischaffende Künstlerin tätig: "Meine ersten Engagements ergaben sich im Bach-Jahr 2000. Und seither ist es sehr intensiv."

So spielte sie jüngst mit der Accademia Litta in Mailand, wo sie mit dem Ensemble u.a. die Posthorn-Serenade bei einem Konzert aufführte und für die Musikzeitschrift "Amadeus" auch Mozarts Serenade KV 100 für Oboe und Horn einspielte.
Bach, Vivaldi, Haydn und Mozart
"Zu meinen Lieblingskomponisten zählen Bach, Vivaldi, Haydn und Mozart. Früher hat sich die Alte Musik hauptsächlich auf den Zeitraum vom Mittelalter bis zum Barock beschränkt. Ich spiele heute aber auch sehr viele Komponisten der Wiener Klassik. Auch Mendelssohn oder Schubert werden nun mit Originalinstrumenten aufgeführt", so Baumer.
Mit prominenten Ensembles
Inzwischen arbeitet die gefragte Musikerin, die bereits etwa 80 Konzerte pro Jahr spielt, mit zahlreichen Ensembles zusammen, so u.a. mit der Académie d`Ambronay, dem Jeune Orchestre Atlantique unter der Leitung von Philippe Herreweghe und Joes van Immerseel, der Wiener Akademie unter Martin Haselböck, der Akademie für Alte Musik Berlin, der Accademia Bizantina unter Ottavio Dantone, dem Orchestra of the Age of Enlightenment unter Sir Roger Norrington sowie dem European Union Baroque Orchestra unter Leitung von Lars Ulrik Mortensen, wo sie die erste Oboe spielte.

Baumer, die bereits in ganz Europa, im Libanon sowie in Japan gastierte, trat auch bei Festivals wie u. a. dem Carinthischen Sommer, dem Festival International d´Opéra baroque Beaune, beim Musikfest Schwetzingen, den Köthener Bach Festtage, dem Early Music Festival Cracov in Polen sowie in Versailles auf.
Prägendes Erlebnis mit Concentus unter Harnoncourt
Zu den wichtigsten Ensembles, mit denen sie konzertiert, zählen für Baumer die Accademia Bizantina in Ravenna sowie die Mailänder Accademia Litta. "Mit der Accademia Bizantina machen wir nächstes Jahr eine große Tournee, bei der Counter Tenor Andreas Scholl mitwirkt."

(c) Baumer
Kammermusikalisch arbeitet Elisabeth Baumer mit dem Fagottisten Antoine Pecqueur als Duo Éole zusammen, mit dem sie im Vorjahr bereits eine erfolgreiche Tournée im Elsaß absolvierte.

"Zu einem meiner wichtigsten musikalischen Erlebnisse zählt die Mitwirkung beim Concentus musicus unter Nikolaus Harnoncourt, die ich meiner Lehrerin Marie Wolf zu verdanken habe. Im Dezember des Vorjahres durfte ich wieder in Bachs Weihnachtsoratorium mitspielen", berichtet Baumer begeistert.
Text: Matthias Osiecki
Kontakt
Elisabeth Baumer

CD-Tipp
Antonio Vivaldi, "Tito Manlio", Accademia Bizantina, Ottavio Dantone, Naive

Veranstaltungs-Tipps
"La natura selvaggia", Harmony of Nations Baroque Orchestra, Montag, 2. Juli 2007, St.Georgen/Längsee, Stiftskirche, Beginn: 20:00 Uhr

Styriarte, Konzert des Harmony of Nations Baroque Orchestra, Freitag, 6. Juli 2007, Minoritensaal Graz, Beginn: 20:00 Uhr

Links
Konservatorium Wien Privatuniversität
Styriarte - Concentus musicus
Accademia Bizantina
Accademia Litta
Akademie für Alte Musik Berlin
European Union Baroque Orchestra
Harmony of Nations Baroque Orchestra
Naive
Orchestra of the Age of Enlightenment
Styriarte
Trigonale
Wiener Akademie
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Ö1 Talentebörse: Musik

Alice Sara Ott, Pianistin
Martin Eckmann, Tuba
Gernot Jöbstl, Oboe
Matthias Kranebitter, Komponist
Matthias Bartolomey, Cellist
David Eggert, Cellist
Martin Riener, Posaune
Angela Tröndle, Jazzmusikerin
Alina Pinchas, Geige
Hannes Kerschbaumer, Komponist
Kristina Suklar, Geige
Stephan Maria Karl, Komponist
Michael Lagger, Jazz-Klavier
Herbert Maderthaner, Oboe
Wolfgang Heiler, Fagott
Marios Joannou Elia, Komponist
Sophie Pacini, Klavier
Rony Moser, Klarinettist
Antanina Kalechyts, Orgel
Meng Li, Dirigentin
Karin Meissl, Schlagwerk
Christoph Ehrenfellner, Dirigent, Komponist, Geiger
Daniela Koch, Flötistin
Christian Wieder, Jazztrompete
Christine Kisielewsky, Popularmusik
Chin-Chao Lin, Dirigent
Nikola Djoric, Akkordeon
Manuel Hofstätter, Schlagzeug
Elke Uta Frenzel, Oboe
Lea Birringer, Geigerin
Sebastian Aigner, Schlagwerk
Piotr Skweres, Violoncello und Komposition
Christoph Pepe Auer, Jazzmusiker
Sarah Christian, Geigerin
Raphael Handschuh, Viola
Ioanna Apostolakos, Geige
Adrian Buzac, Oboe
Daniel Ottensamer, Klarinettist
Clemens Berg, Pianist
Daniel Auner, Geiger
Christian Haimel, Gitarre
Martin August Fuchsberger, Dirigent
Katrina Szederkenyi, Harfenistin
Keiko Hattori, Pianistin
Stefan Stroissnig, Pianist
Bence Kulcsár, Schlagwerker
Gerald Pöttinger, Posaune
Evelyn Pena Comas, Querflöte
Marina Bkhiyan, Violine
Manuel Huber, Hornist
Christoph W. Pirker, Orgel
Katharina Engelbrecht, Geigerin
Jürgen Hofstätter, Trompete
Alex Ladstätter, Klarinette
Christoph Wimmer, Kontrabassist
Yuki Manuela Janke, Geigerin
Johannes Wilhelm, Pianist
Maria Erlacher, Sopran
Caroline Löffler, Violine
Cordula Stepp, Sopranistin
Elisabeth Baumer, Barock-Oboe
Konstanze Ackermann, Klassisches Saxofon
Andreas Penninger, Organist und Dirigent
Adam Rekucki, Kontrabass
Wolfgang Mayer, Komponist
Trio Tritonous, Geige, Cello, Klavier
Thomas Fichtinger, Klarinette
Peter Ovtscharov, Pianist
Andreas Teufel, Pianist
Sergey Malov, Violine
Andreas Ziegler, Tonmeister
Fabian Kerber, Bassposaune
Eva Klampfer, Jazzgesang
Alja Velkaverh, Flöte
Franziska Kober, Kontrabass
Peter Fliecher, Trompete
Veronika Trisko, Pianistin
Lucja Madziar, Geigerin
Christian Hollensteiner, Trompete
Hannes Hölzl, Posaune
Michaela Girardi, Geigerin
Michal Matejcik, Harfe
Johannes Bär, Trompete
Rupert Struber, Schlagzeuger
Jana Kmitova, Komponistin
Sandra Kirschenhofer, Flötistin
Birgit Selhofer, Dirigentin