Wenn ich definieren könnte, was Kunst ist, dann wäre ich schon sehr weit.
Woher kommt Ihre Kreativität?
Die kommt von außen - ich bin offen für alles.
Ihr Motto lautet?
Ich habe keines.
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Siegerin des Bewerbs für Ö1 Talentebörse-Schau

Taife Smetschka
"Das Schwierigste bei meiner Arbeit ist das Herumtüfteln, wie ich die Umsetzung mache. Denn für mich ist es sehr wichtig, dass die Arbeiten so einfach wie möglich sind. Der Besucher soll, ohne etwas lesen zu müssen, schnell erfassen, wie etwas funktioniert", erläutert die Nachwuchskünstlerin.
Gleich mit ihrer ersten Arbeit "blow!" hatte Taife Smetschka Erfolg: "Auf diesem Video, das nur sieben Sekunden lang ist, sieht man zuerst nur eine Szene aus Billy Wilders Film 'Das verflixte 7. Jahr' mit Tom Ewell und Marilyn Monroe. Es ist jene berühmte Szene, wo ihr Rock durch Wind aus einem Luftschacht hochgehoben wird. Ich habe vor die Leinwand ein Mikrofon im Stil der 1950er Jahre hingestellt. Und wenn man nun in das Mikro hineinbläst, dann setzt sich das Video in Bewegung - und Monroes Rock flattert hoch", beschreibt sie diese Video-Installation.

Video-Installation "blow!" (2005): "Diese Arbeit ist sehr gut angekommen. Ich denke, eben wegen ihrer Schlichtheit", so Taife Smetschka.
Ende Juni 2007 wurde die ambitionierte Nachwuchskünstlerin von einer Fachjury für die erste Ö1 Talentebörse-Ausstellung, die in Kooperation mit der Kunsthalle Krems stattfindet und am 11. August 2007 im Unabhängigen Literaturhaus NÖ eröffnet wird, ausgewählt.
"Es war unglaublich für mich, als ich den Anruf von Ö1 erhielt. Aus einem Kreis so zahlreicher interessanter Talente ausgewählt zu werden, ist eine ganz besondere Auszeichnung", äußert Taife Smetschka ihre große Freude. Bei der Schau, die bis 2. September 2007 geöffnet war, zeigte sie ihre Video-Installationen "blow!" (2005), "Ritter der Kokosnuss" (2006) sowie "Brabbylon" (2007).
Mehr zur Ö1 Talentebörse-Ausstellung in oe1.ORF.at

"Die scheinbar einfachsten Sachen sind ja am Schwierigsten umzusetzen", stellt Taife Smetschka fest.
Derzeit arbeitet die Nachwuchskünstlerin zusammen mit Margit Blauhut an dem Art Project extended "Ascii Analog Voice", das bis Herbst 2007 fertig sein soll. Bei dieser Arbeit sieht sich der Besucher selbst, in digitalisierter Form, als "Ascii"-Schnappschuss auf eine weiße Plexiglasscheibe projiziert. Um die Vergänglichkeit des digitalen Ichs zu demonstrieren, rieselt der Schnappschuss Zeichen für Zeichen - wie Sand - zu Boden.
Das letzte verbleibende "Ascii"-Zeichen des bildlichen digitalen Schnappschusses wird gespeichert und transformiert. Es fällt dann als analoges Abbild (konkret als Plastikkugel) des digitalen Zeichens in einen Plexiglas-Bilderrahmen. Nach und nach entsteht ein analoges, persistentes Bild, aufgebaut aus den einzelnen herauskristallisierten "Ascii"-Zeichen der jeweiligen digitalen Besucher-Schnappschüsse. Mit diesem Projekt wollen die Künstlerinnen aufzeigen, dass auch das momentan durch Web2 populär gehypte digitale Ich vergänglich ist.
"Brabylon", ebenfalls ein Gemeinschaftsprojekt von Smetschka und Blauhut, thematisiert Sprachlosigkeit, Verständigungsschwierigkeiten und Sprachunverständnis. Denn Sprache ist eines der wichtigsten Werkzeuge der emotionalen und sozialen Kommunikation. Sprache bedeutet "Macht", eine Sprache nicht zu beherrschen ist daher gleich zusetzten mit "Machtlosigkeit". Dieses Projekt wurde auch für den Inter Kultur Preis 2007 und war im "virtual residency.net" zu sehen.
Das Projekt "Brabylon ist eine interaktive multimediale Installation, die diese Thematik aufgreift und dem Besucher vor Augen führen soll. Fast jeder Migrant hat den Satz gehört: "Wenn du in unserer Gesellschaft bzw. unserem Land leben möchtest, so ist es das Mindeste, dass du unsere Sprache erlernst." Sehr oft gibt es in Alltagssituationen Unverständnis, Ignoranz oder Boykott gegenüber Menschen mit Sprachschwierigkeiten. Basierend auf der Geschichte der babylonischen Sprachverwirrung versucht diese multimediale interaktive Installation die Bereiche Sprache und Verständnis zu thematisieren.
Mit ihrer Installation "Ritter der Kokosnuss" war Smetschka ebenfalls beim renommierten Ars Electronica Festival 2006 vertreten. Bei dieser Arbeit, die aus einer Videoprojektion, aus dem Monty-Phyton-Streifen "Die Ritter der Kokosnuss“ und Kokosnusshälften besteht, kann man durch Aneinanderschlagen der Kokosnusshälften das Video zum Laufen bringen. Womit ein Rennen zwischen zwei Rittern der Tafelrunde von König Arthus beginnt.

"Die Ritter der Kokosnuss" von Taife Smetschka: Bei dieser Installation haben jeweils zwei Besucher die Möglichkeit, mit Kokosnüssen ein Wettrennen gegeneinander zu veranstalten.
Seit ihrem Studium hat sich die ambitionierte Nachwuchskünstlerin mit Gelegenheitsjobs durchgeschlagen. Und in letzter Zeit hat sie auch diese Jobs reduziert, um sich vor allem dem Studium zu widmen und auch genügend Zeit für ihre 10-jährige Tochter zu haben.
Was wünscht sich Taife Smetschka am Meisten für ihre Zukunft? "Natürlich so viele Ausstellungen wie möglich zu haben, um meine Arbeiten dem Publikum zu zeigen - und hoffentlich auch einmal von meiner Kunst leben zu können."
Taife Smetschka
Hör-Tipp
Österreich 1 extra, Samstag, 1. September 2007, 22:05 Uhr
Veranstaltungs-Tipp
Ö1 Talentebörse-Ausstellung Taife Smetschka, Eröffnung: Samstag, 11. August 2007, 15:00 Uhr, Dauer der Ausstellung: 12. August bis 2. September 2007, Vortragssaal des Unabhängigen Literaturhauses NÖ (schräg vis-à-vis der Kunsthalle Krems), Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10:00 - 18:00 Uhr, freier Eintritt, Steiner Landstraße 3, 3504 Krems an der Donau.
Links
Kunstuniversität Linz
Ars Electronica - Ritter der Kokosnuss
Gesellschaft für Kulturpolitik - Inter Kultur Preis 2007
we make-money-not art.com - blow
ACS Acquisition Services
Kunsthalle Krems
MIZMIZ
Neue Galerie Graz
Virtual Residency
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Lavinia Lanner, bildende Kunst
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