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Profunde Ausbildung und Flexibilität

Jolene McCleland
Nach Abschluss ihres Studiums empfahl ihr André Howard noch weiter zu studieren. Ich war damals deprimiert, weil ich noch kein Engagement hatte. Und dann meinte meine Klavierlehrerin, ich könnte nach Europa gehen und in ihrem Haus in Portugal leben. Um diesen Europa-Aufenthalt finanzieren zu können, nahm mein Vater damals einen Kredit auf", schildert die Nachwuchssängerin.
In Portugal erhielt sie Privatunterricht bei Jorge Vaz de Cavalho und Liliana Bizinecke, danach nahm sie bei Ileana Cotrubas, die der jungen Sängerin großes Potenzial attestierte und weiter zu lernen empfahl, in Südfrankreich Gesangsstunden.
Im Rahmen ihres Europa-Aufenthalts kam Jolene McCleland schließlich nach Wien, wo ihr Colin Rae Holmes empfohlen worden war - und fand, was sie gesucht hatte:
"Es war wie eine Erleuchtung. In einer halben Stunde waren plötzlich Sachen möglich, die ich davor nicht geschafft hatte. Es ist eine wunderbare Zusammenarbeit, vor allem schätze ich die natürliche Technik von Rae Holmes. 2002 habe ich auch für die Opernschule am Konservatorium vorgesungen, flog wegen des Visums nach Südafrika zurück und habe dann im Herbst dort mein Studium aufgenommen."
"Man kann eine sehr gute Technik entwickeln, wenn man den richtigen Lehrer gefunden hat. Allerdings muss man das nötige Durchhaltevermögen haben - denn es kann sehr lange dauern. Das heißt, diese Zeit finanziell und emotional gut zu meistern. Jetzt, wo ich in den Profibereich komme, muss ich lernen, das Singen mit dem Leben zu verbinden, ein Mensch zu bleiben", beschreibt Jolene McCleland die Probleme des Sängerberufs.
"Und Angelika Kirchschlager hat mir bestätigt, wie wichtig es ist, mit der Seele zu singen und mir die Unterschiede sehr gut gezeigt. Es war ein Erlebnis, mit ihr zusammenarbeiten zu dürfen", erzählt sie über den Meisterkurs, den sie im Vorjahr im Rahmen ihres Studiums bei der prominenten Sängerin absolvierte.

Jolene McCleland als Kind in Ravels "Das Zauberwort" (Theater Akzent, Wien 2005): "Es ist ganz wichtig, dass der Gesang aus der Seele kommt - und es nicht nur gute Technik ist."
Jüngst gewann die Nachwuchssängerin den zweiten Preis beim Wiener Klassik-Mania-Wettbewerb, bei dem sie im Finale die Dorabella-Arie "Smanie implacabili" aus Mozarts "Cosi fan tutte" vortrug.
Einen Bericht über den Wettbewerb, der heuer bereits zum dritten Mal stattfand, sowie über Jolene McCleland sendet Ö1 am Montag in der Sendung Intrada - Festivalmagazin um 10:05 Uhr.
Davor sang die junge Mezzosopranistin im vergangenen Mai im Rahmen einer Aufführung der Privat-Uni im Theater Akzent in Benjamin Brittens Oper "Albert Herring" die Nancy.
"Ich habe eine große Affinität zu Britten und es ist eine wunderbare Rolle - ich spiele eine junge, umschwärmte Frau, die von zwei Männern geliebt wird. Die Partie liegt mir stimmlich ausgezeichnet. Und die Atmosphäre, denn Michael Pinkerton ist ein exzellenter Regisseur. Außerdem singe ich mit zwei wunderbaren Kollegen: Daniel Serafin und Bryan Rothfuss", so McCleland vor der Premiere.
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"Im Moment singe ich vor allem Mozart, der mir sehr liegt. Diesen Sommer werde ich die Dorabella in 'Cosi fan tutte' beim Festival in Schloss Kirchstetten in der Regie von Philipp Harnoncourt und unter der musikalischen Leitung von Hooman Khalatbari, worauf ich mich schon sehr freue", erzählt die junge Sängerin.

Jolene McCleland als Dorabella in "Cosi fan tutte" (Konservatorium der Stadt Wien, 2003): "Ich bin sehr glücklich mit Mozart, der ideal für meine Stimme ist", so die junge Mezzosopranistin, die diese Partie im Sommer beim Festival Kirchstetten singt.
Inzwischen verfügt Jolene McCleland über vielfältige Bühnenerfahrung: So wirkte sie im Vorjahr bei der Europäischen Uraufführung von Tsippi Fleischers "Kane and Abel" unter Hugh James im Wiener Semperdepot mit und sang im Rahmen einer Japan-Tournee die Zweite Dame in Mozarts "Zauberflöte".

Jolene McCleland in der Rolle des Lamms in Tsippi Fleischers "Kane and Abel" (Semperdepot Wien, April 2005).
Ebenso wichtig sind der jungen Nachwuchssängerin aber auch Lied und Oratorium, wie sie mit Nachdruck feststellt: "Ich bin in Südafrika ja vor allem mit Liedern aufgewachsen. Besonders liegen mir die Strauss-Lieder und ich möchte nächstes Jahr auch einige Konzerte geben."
Und mittlerweile hat sie sich auch auf dem Gebiet der Sakralmusik und des Oratoriums ein Repertoire erarbeitet: dazu zählen u.a. das Mozart-Requiem, die "Krönungsmesse" von Mozart, Rossinis "Petite Messe Solennelle" sowie die "Markus Passion" und das "Magnificat" von Bach.

Jolene McCleland als Hänsel in Humperdincks "Hänsel und Gretel" (Theater Akzent, Wien 2004): "Ich meine, es ist wichtig, nicht nur auf einem Gebiet tätig, sondern flexibel zu sein. Das macht einen Künstler aus."
Neben den Vorstellungen und ihrer Probenarbeit bereitet sich die junge Sängerin, die mittlerweile perfekt Deutsch spricht, derzeit auch auf Wettbewerbe und Vorsingen für ein fixes Engagement vor.
"Für eine junge Sängerin ist es heute schwer, weil die Konkurrenz so groß ist. Aber ich hoffe, von jemandem entdeckt zu werden, der meine Qualitäten erkennt - dass ich eine gute Stimme und eine gute Technik habe, spielen kann und über Bühnenpräsenz verfüge", nennt Jolene McCleland ihren Zukunftswunsch.
Jolene McCleland
Hör-Tipp
Intrada - Festivalmagazin, Freitag, 16. Juni 2006, 10:05 Uhr
Links
Konservatorium Wien Privatuniversität
Klassik-Mania 2006
Opernwerkstatt Wien
Schloss Kirchstetten
Stellenbosch University
Theater Akzent
Volksoper Wien
Diana-Marina Fischer, Sopran
Sarantos Zervoulakos, Schauspielregie
Andrejus Kalinovas, Tenor
Raimund Orfeo Voigt, Szenografie
Angela Smigoc, Schauspielerin
Simona Eisinger, Koloratursopran
Martina Mikelic, Altistin
Markus Subramaniam, Schauspieler
Michael Großschädl, Schauspieler
Regina Riel, Sopran
Alexander Meile, Schauspieler
Stefan Leonhardsberger, Schauspieler
Martina Lechner, Musikalisches Unterhaltungstheater
Eva Maria Sommersberg, Schauspielerin
Marie Jung, Schauspielerin
Andrè Schuen, Bassbariton
Steffen Jäger, Regie
Emily Cox, Schauspielerin
Anna Unterberger, Schauspielerin
Theresa Langer, Schauspielerin
Verena Rotky, Bühnengestaltung
Ines Schiller, Schauspielerin
Louisa von Spies, Schauspielerin
Susanne Inkiow, Regie
Anita Götz, Sopran
Katja Lehmann, Regisseurin
Nikoletta Korkos, Tänzerin
Irene Mattausch, Sopran
Sophia Freynhofer, Schauspielerin
Johannes Pölzgutter, Musiktheaterregie
Nanina R. Kotlowski, Tänzerin
Florian Köhler, Schauspieler
Matthäus Schmidlechner, Tenor
Christiane Karg, Sopranistin
Matthias Lier, Schauspieler
Alexander F. Zieglarski, Schauspieler
Barbara Schulte, Theater-Regie
Petra Staduan, Schauspielerin
Anna Maria Nowak, Tänzerin
Nikolaus Barton, Schauspieler
Sirkka Mentlein, Musiktheater-Regie
Hannes Perkmann, Schauspieler
Thomas Frank, Schauspieler
Taylan Memioglu, Tenor
Magdalena Kronschläger, Schauspielerin
Florian Berger, Tanz
Jolene McCleland, Mezzosopran
Bettina Schwarz, Schauspielerin
Barbara Novotny, Schauspielerin
Bryan Rothfuss, Bariton
Peter Gregor Pertusini, Schauspieler
Tania Oppel, Koloratursopran
Anisha Bondy, Musiktheater-Regie
Daniela Keckeis, Schauspielerin
Katharina Knap, Schauspielerin
Rainer Sellmaier, Bühnenbild
Thiemo Strutzenberger, Schauspieler