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RFID-Games
Die mobilen Nachfolger von "Pacman"
In der Mobilindustrie experimentiert man seit 2004 mit Radio Frequency Identification (RFID). Damals brachte Nokia die erste Generation der RFID-Handys auf den Markt. Trotzdem findet man sie in Europa eher nur in Forschungslabors. Im Gegensatz zum Asiatischen Markt ist man hier diesen neuen kleinen Chips gegenüber eher skeptisch eingestellt.

Radio Frequency Identification hinterließ durch die Skandale rund um die Datensammlungen bei Wal-Mart und als angebliches Hilfsmittel zur Bekämpfung des Terrors einen schalen Beigeschmack.

Vielleicht mit ein Grund, warum die Mobilindustrie davon abgegangen ist ihre Geräte als RFID-Handy zu bezeichnen. Das neue Akronym heißt NFC und es steht für Near Field Communication. Die Technik ist dieselbe: ein kleiner, einfacher Chip und eine Antenne. In Japan verwendet man diese Technik zum Kauf von Fahrkarten, als Kreditkartenersatz und zur Überprüfung, wie oft eine bestimmte Jeansmarke in einer Umkleidekabine an- und ausgezogen wird.

(c) ORF, Meinhart
Das neue Akronym heißt NFC und es steht für Near Field Communication.

Fang mich mit RFID
Geht es nach Paul Coulton von der Universität Lancaster in England dann soll diese Technik in Zukunft auch zum Spielen verleiten, denn sie bringt wieder eine neue Perspektive in die Spielwelt ein, indem die Grenze zwischen virtueller und realer Welt aufgehoben wird. Entweder dadurch, dass man Spieler mit Hilfe von PDA's auf Schnitzeljagd durch die Stadt schickt oder mit RFID-Handys ausrüstet. Laut Coulton könne man so das kleine Fenster namens Bildschirm, durch das wir die virtuelle Welt betrachten um einiges erweitern.

Das Spiel "pac-lan" zum Beispiel ist eine mobile Abwandlung des Computerspiel-Veterans "Pacman". Jedoch wird es nicht im dunklen Kämmerlein gespielt, sondern auf der grünen Wiese. Es erinnert ein wenig an eine elektronisch aufgemotzte Art von Völkerball: Als erstes wird das Labyrinth am Gelände abgesteckt. Die Pillen, die man sonst am Bildschirm einsammelt, sind in der realen Welt Plastikscheiben, die mit RFID-Chips versehen sind.

Ein zentraler Server empfängt von den RFID¬Chips die Daten und leitet sie an die Handys der Spieler weiter. Damit lassen sich nicht nur die Standorte der "4 Geister" ermitteln, sondern auch die Position von "Pacman" im virtuellen Labyrinth. Zu Ende ist das Spiel, wenn die Geister den RFID-Chip auf der Kleidung von Pacman berühren oder wenn es Pacman schafft, mit seinen eingesammelten RFID-Pillen die Geister um die Ecke zu bringen.

Pädagogisch wertvoll und trotzdem elektronisch
Mobile location based games ist das Stichwort, mit denen Eltern ihre Kinder wieder aus dem Zimmer in die Parks bringen sollen, ohne dass die auf ihr elektronisches Spielzeug verzichten müssen. Schließlich ist es mittlerweile mobil. Anstatt sich zu überlegen, wie man Jugendlichen die dreidimensionale Welt am Bildschirm näher bringen könnte, schickt Paul Coulton sie lieber dorthin, wo sie erfahrbar ist: Nämlich in die reale Welt.
Text: Mariann Unterluggauer
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Hör-Tipp
Matrix, Sonntag, 3. September 2006, 22:30 Uhr

Download-Tipp
Ö1 Club-DownloadabonnentInnen können die Sendung nach der Ausstrahlung 30 Tage lang im Download-Bereich herunterladen.

Veranstaltungs-Tipps
Ars Electronica, Donnerstag, 31. August bis Dienstag, 5. September 2006, 10:00 bis 19:00 Uhr, Linz, mehrere Veranstaltungsorte

Ars Electronica, Forum Digital communities and Net Vision, Montag, 4. September 2006, 10:30 bis 17:00 Uhr, Brucknerhaus, Linz

Ö1 Club-Mitglieder erhalten beim Ars Electronica Festival 30 Prozent Ermäßigung auf den Festivalpass und 50 Prozent Ermäßigung auf den Katalog.

Links
MobileRadicals (Paul Coulton)
Wikipedia - RFID
Ars Electronica
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