Gerhard Rühm (Österreich)
Gerhard Rühm
Gerhard Rühm
WDR, 1983 (Übernahme)
Elisabeth Hartmann (Sprecherin)
Matthias Ponnier (Sprecher)
Collegium Vocale Köln
Othello Liesmann (Cello)
Gerhard Rühm (Stimme und Klavier)
Es ist, vermutlich, sein berühmtestes Hörspiel. Und es basiert ausschließlich auf dokumentarischem Material. Doch auf eine "emotionalisierende Darbietung" wollte der Dichter, Komponist und bildende Künstler Gerhard Rühm deswegen keineswegs verzichten. Also montierte er Musik, Vogelgezwitscher, Meinungsumfragen, Texte und Nachrichten zu einem 33-minütigen Statement, das seine Wirkung zur Zeit der sauren Regengüsse nicht verfehlte.
"Dieses Hörspiel", sagt Gerhard Rühm, "soll vor allem eine durch künstlerische Mittel besonders eindringlich gewordene Mitteilung sein, die - ohne Kommentar, ohne Polemik und durch kein persönliches Credo belastet - den Hörer zu eigener Stellungnahme provozieren will."
1984 wurde "Wald - ein deutsches Requiem" mit dem angesehenen "Hörspielpreis der Kriegsblinden" ausgezeichnet. Das Sterben des Waldes konnte, wie wir heute wissen, zwar weitgehend verhindert werden, Rühms Hörspiel hat in seiner zwingenden Verschränkung von künstlerischem Anspruch, Formgebung und politischer Intention aber bis heute unvermindert Bestand.
Am 12. Februar feiert Gerhard Rühm, Mitbegründer der Wiener Gruppe und einer der vielseitigsten Künstler Österreichs, seinen 80. Geburtstag. Grund genug in Zeiten einer drohenden Klimakatastrophe sein - auch für die Entwicklung des Genres - wegweisendes Hörspiel ein weiteres Mal zu hören.
09.10.1984 (Ü, ca. 33 min)
09.02.2010 (Ü, ca. 33 min)