Inland
12:00
Di, 27.01.2009
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Di, 27.01.2009
Studie
Muslimische Lehrer: Jeder Fünfte gegen Demokratie
Muslimische Lehrer: Jeder Fünfte gegen Demokratie
Österreich ist eines der wenigen Länder Europas, in denen es an Den Pflichtschulen einen Religionsunterricht für das Studienfach Islam gibt - eine Tatsache auf die das offizielle Österreich immer wieder mit großem Stolz hinweist. Eine neue Studie zeigt jetzt allerdings, dass in diesem Religionsunterricht zum Teil problematische Dinge unterrichtet werden.
Jeder Vierte gegen Menschenrechte
"Lehnen Sie Demokratie ab?" 21 Prozent der islamischen Religionslehrer sagen Ja. "Lehnen sie die Menschenrechte ab?" 27 Prozent sagen Ja. "Sollen Muslime, die vom Glauben abfallen, mit dem Tod bestraft werden?" 18 Prozent sind dafür. "Ist es vereinbar, Muslim und Europäer zu sein?" 28 Prozent sagen: Nein, das sei nicht vereinbar. Das sind einige der Ergebnisse einer neuen Studie des Religionssoziologen Mouhanad Khorchide von der Universität Wien, die der Stadtzeitung "Falter" vorliegt.
30.000 Schüler
Für die Studie hat Khorchide 200 Lehrer befragt, also etwa die Hälfte der islamischen Religionslehrer, die es in Österreich gibt. Der Unterricht findet in den normalen Schulen statt, genauso wie der katholische oder evangelische Religionsunterricht. Insgesamt nehmen etwa 30.000 Kinder an diesem Religionsunterricht teil.
Glaubensgemeinschaft für Inhalte verantwortlich
Die Lehrer werden von der Republik Österreich bezahlt. Für die Inhalte ist allerdings die Islamische Glaubensgemeinschaft verantwortlich, der Präsident der Glaubensgemeinschaft Anas Shakfeh ist zugleich de oberste Schulinspektor.
"Unkündbare Altfälle"
Von der Glaubensgemeinschaft heißt es in einer ersten Reaktion: Die beanstandeten Lehrer seien Altfälle, die nicht in Österreich ausgebildet worden seien. Aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen könne man sie nicht einfach entlassen.
Lehrer wollen Überlegenheitsgefühl vermitteln
Dem widersprechen aber die Ergebnisse der Studie: Gerade die jungen Religionslehrer sehen ihre Aufgabe nicht darin, das Zusammenleben in Österreich zu fördern. Gerade in Hauptschulen haben viele Lehrer die Vorstellung, sie müssten den Schülern ein Überlegenheitsgefühl der Muslime gegenüber den Nicht-Muslimen vermitteln.
Kein einheitliches Unterrichtsmaterial
Es ist nicht das erste Mal, dass es Kritik am islamischen Religionsunterricht gibt: Mehr als die Hälfte aller muslimischen Kinder wird vom Religionsunterricht abgemeldet - eine deutlich höhere Quote als bei anderen Religionen. Nach wie vor gibt es auch kein einheitliches Unterrichtsmaterial, also etwa ein einheitliches Religionsbuch. Von der Glaubensgemeinschaft heißt es seit Jahren, dass ein solches Buch in Vorbereitung sei und der Lehrplan überarbeitet würde.
Umstrittenes Religionsbuch
Auslöser für diese Ankündigungen war das Buch des ägyptisch-britischen Religionsgelehrten Yusuf Al-Karadawi, das ebenfalls problematische Ansichten zum Verhältnis zwischen Islam und Demokratie enthält. Es ist mehrere Jahre im Unterricht verwendet worden ist. Die Islamische Glaubensgemeinschaft war erst nach massivem Druck des Unterrichtsministeriums dazu bereit, dieses Buch nicht mehr in den Schulen zu verwenden.
Jeder Vierte gegen Menschenrechte
"Lehnen Sie Demokratie ab?" 21 Prozent der islamischen Religionslehrer sagen Ja. "Lehnen sie die Menschenrechte ab?" 27 Prozent sagen Ja. "Sollen Muslime, die vom Glauben abfallen, mit dem Tod bestraft werden?" 18 Prozent sind dafür. "Ist es vereinbar, Muslim und Europäer zu sein?" 28 Prozent sagen: Nein, das sei nicht vereinbar. Das sind einige der Ergebnisse einer neuen Studie des Religionssoziologen Mouhanad Khorchide von der Universität Wien, die der Stadtzeitung "Falter" vorliegt.
30.000 Schüler
Für die Studie hat Khorchide 200 Lehrer befragt, also etwa die Hälfte der islamischen Religionslehrer, die es in Österreich gibt. Der Unterricht findet in den normalen Schulen statt, genauso wie der katholische oder evangelische Religionsunterricht. Insgesamt nehmen etwa 30.000 Kinder an diesem Religionsunterricht teil.
Glaubensgemeinschaft für Inhalte verantwortlich
Die Lehrer werden von der Republik Österreich bezahlt. Für die Inhalte ist allerdings die Islamische Glaubensgemeinschaft verantwortlich, der Präsident der Glaubensgemeinschaft Anas Shakfeh ist zugleich de oberste Schulinspektor.
"Unkündbare Altfälle"
Von der Glaubensgemeinschaft heißt es in einer ersten Reaktion: Die beanstandeten Lehrer seien Altfälle, die nicht in Österreich ausgebildet worden seien. Aufgrund arbeitsrechtlicher Bestimmungen könne man sie nicht einfach entlassen.
Lehrer wollen Überlegenheitsgefühl vermitteln
Dem widersprechen aber die Ergebnisse der Studie: Gerade die jungen Religionslehrer sehen ihre Aufgabe nicht darin, das Zusammenleben in Österreich zu fördern. Gerade in Hauptschulen haben viele Lehrer die Vorstellung, sie müssten den Schülern ein Überlegenheitsgefühl der Muslime gegenüber den Nicht-Muslimen vermitteln.
Kein einheitliches Unterrichtsmaterial
Es ist nicht das erste Mal, dass es Kritik am islamischen Religionsunterricht gibt: Mehr als die Hälfte aller muslimischen Kinder wird vom Religionsunterricht abgemeldet - eine deutlich höhere Quote als bei anderen Religionen. Nach wie vor gibt es auch kein einheitliches Unterrichtsmaterial, also etwa ein einheitliches Religionsbuch. Von der Glaubensgemeinschaft heißt es seit Jahren, dass ein solches Buch in Vorbereitung sei und der Lehrplan überarbeitet würde.
Umstrittenes Religionsbuch
Auslöser für diese Ankündigungen war das Buch des ägyptisch-britischen Religionsgelehrten Yusuf Al-Karadawi, das ebenfalls problematische Ansichten zum Verhältnis zwischen Islam und Demokratie enthält. Es ist mehrere Jahre im Unterricht verwendet worden ist. Die Islamische Glaubensgemeinschaft war erst nach massivem Druck des Unterrichtsministeriums dazu bereit, dieses Buch nicht mehr in den Schulen zu verwenden.