Inland
12:00
Mo, 23.03.2009
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Spionageverdacht
Die Vorwürfe gegen Zilk
Die Vorwürfe gegen Zilk
Profil schreibt, die Redaktion verfüge über den "Geheimdienstakt Zilk", der in Prag in den Jahren 1965 bis 1974 angelegt worden sei. Demnach lägen Belege für Zahlungen der Staatssicherheit der kommunistischen CSSR an Helmut Zilk in der Höhe von 70.000 Schilling vor, in heutiger Währung und mit heutiger Kaufkraft eine Summe von 30.000 Euro. Für die Zahlungen habe Zilk Quittungen unterschrieben, den ersten sogar mit seinem eigenen Namen, mit dem Zusatz, spätere mit dem Tarnnamen "Johann Maiz".
Vorbereitung für TV-Sendung
Der damals 40jährige Fernsehjournalist habe laut CSSR-Akt durch die Vorbereitungsarbeiten zu einer aus Prag übertragenen Fernsehsendung des ORF Kontakt zur tschechoslowakischen Botschaft bekommen, im konkreten auch zu einem Geheimdienstmitarbeiter, dem - so das Zitat aus dem Akt - Zilk gesagt habe, er sei bereit, sich eine gemeinsame Zusammenarbeit anzusehen.
Regelmäßige Treffen
Und Sozialdemokrat Zilk soll demnach hinzugefügt haben, sein Gegenüber genieße sein Vertrauen, dass eine von ihm, Zilk unterschriebene Quittung, nicht in die Hände der ÖVP gelangen würde. Zweieinhalb Jahre lang habe, so Profil, Zilk dann alle zwei Wochen einen Geheimdienstmann getroffen und über österreichische Themen informiert: Etwa die außenpolitische Linie der neuen ÖVP-Regierung, den Machtkampf in der SPÖ nach der Wahlniederlage.
Angeblich Verhandlungspositionen verraten
Zilk informierte demnach auch darüber, dass die österreichische Regierung von der Tschechoslowakei 160 Millionen Dollar Entschädigung für das Vermögen von 33.000 Altösterreichern erwarte. Verhandlungen, die sich übrigens noch jahrelang hinzogen und erst 1974 unter Bundeskanzler Kreisky in einen Vertrag zwischen der Tschechoslowakei und Österreich mündeten. Profil formuliert, Zilk habe den Tschechen die "Schmerzgrenze" der Österreicher verraten.
Keine Staatsgeheimnisse
In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin sagt der Prager Militärhistoriker Prokop Tomek, Zilk habe Informationen geliefert, die zwar vertraulich gewesen seien, es habe sich dabei aber um keine Staatsgeheimnisse gehandelt. Sondern um, so der tschechische Militärhistoriker, für die CSSR wertvolle ergänzenden Informationen.
Deckname "Holec"
Im Jahr 1968, dem Jahr, in dem die Sowjets mit ihren Panzern die tschechoslowakischen Reformbestrebungen, den Prager Frühling, niederwalzten, endete die von der Profil-Redaktion als bewiesen erachtete Informationsweitergabe Zilks an den tschechoslowakischen Geheimdienst. Alle drei Führungsoffiziere Zilks seien damals in den Westen abgesprungen, schreibt das Magazin. Und Profil zitiert aus einem internen Akt der tschechoslowakischen Staatssicherheit aus dem Jahr 1969: "Die österreichische Staatspolizei ist voll über unsere Beziehung zu Holec" informiert. Holec ist der Deckname, mit dem Zilk in den zitierten tschechoslowakischen Akten bezeichnet wird.
Mehr dazu in Ö1 Inforadio:
Fekter: Keine Akten mehr vorhanden
ÖVP sieht SPÖ am Zug
Wien war Spionagedrehscheibe im Kalten Krieg
Zilk bestritt 1998 Spionagevorwurf entschieden
Helmut Zilk im Ö1 Mittagsjournal vom 27. Oktober 1998
Helmut Zilk in der ZiB am 28. Oktober 1998
Link
Profil
Vorbereitung für TV-Sendung
Der damals 40jährige Fernsehjournalist habe laut CSSR-Akt durch die Vorbereitungsarbeiten zu einer aus Prag übertragenen Fernsehsendung des ORF Kontakt zur tschechoslowakischen Botschaft bekommen, im konkreten auch zu einem Geheimdienstmitarbeiter, dem - so das Zitat aus dem Akt - Zilk gesagt habe, er sei bereit, sich eine gemeinsame Zusammenarbeit anzusehen.
Regelmäßige Treffen
Und Sozialdemokrat Zilk soll demnach hinzugefügt haben, sein Gegenüber genieße sein Vertrauen, dass eine von ihm, Zilk unterschriebene Quittung, nicht in die Hände der ÖVP gelangen würde. Zweieinhalb Jahre lang habe, so Profil, Zilk dann alle zwei Wochen einen Geheimdienstmann getroffen und über österreichische Themen informiert: Etwa die außenpolitische Linie der neuen ÖVP-Regierung, den Machtkampf in der SPÖ nach der Wahlniederlage.
Angeblich Verhandlungspositionen verraten
Zilk informierte demnach auch darüber, dass die österreichische Regierung von der Tschechoslowakei 160 Millionen Dollar Entschädigung für das Vermögen von 33.000 Altösterreichern erwarte. Verhandlungen, die sich übrigens noch jahrelang hinzogen und erst 1974 unter Bundeskanzler Kreisky in einen Vertrag zwischen der Tschechoslowakei und Österreich mündeten. Profil formuliert, Zilk habe den Tschechen die "Schmerzgrenze" der Österreicher verraten.
Keine Staatsgeheimnisse
In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin sagt der Prager Militärhistoriker Prokop Tomek, Zilk habe Informationen geliefert, die zwar vertraulich gewesen seien, es habe sich dabei aber um keine Staatsgeheimnisse gehandelt. Sondern um, so der tschechische Militärhistoriker, für die CSSR wertvolle ergänzenden Informationen.
Deckname "Holec"
Im Jahr 1968, dem Jahr, in dem die Sowjets mit ihren Panzern die tschechoslowakischen Reformbestrebungen, den Prager Frühling, niederwalzten, endete die von der Profil-Redaktion als bewiesen erachtete Informationsweitergabe Zilks an den tschechoslowakischen Geheimdienst. Alle drei Führungsoffiziere Zilks seien damals in den Westen abgesprungen, schreibt das Magazin. Und Profil zitiert aus einem internen Akt der tschechoslowakischen Staatssicherheit aus dem Jahr 1969: "Die österreichische Staatspolizei ist voll über unsere Beziehung zu Holec" informiert. Holec ist der Deckname, mit dem Zilk in den zitierten tschechoslowakischen Akten bezeichnet wird.
Mehr dazu in Ö1 Inforadio:
Fekter: Keine Akten mehr vorhanden
ÖVP sieht SPÖ am Zug
Wien war Spionagedrehscheibe im Kalten Krieg
Zilk bestritt 1998 Spionagevorwurf entschieden
Helmut Zilk im Ö1 Mittagsjournal vom 27. Oktober 1998
Helmut Zilk in der ZiB am 28. Oktober 1998
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