Wirtschaft
12:00
Sa, 28.07.2007
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Sa, 28.07.2007
FAO-OECD-Studie
Energie versus Essen
Energie versus Essen
Eine gemeinsame Studie der FAO, der Welternährungsorganisation, und der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, besagt, dass sich die Landwirtschaft in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändern wird. Hauptgrund dafür ist der Boom bei Biotreibstoffen aus Getreide und Zucker - also genau jenen Rohstoffen, die auch die Grundlage vieler Lebensmittel sind.
Das Wundermittel für die Zukunft
Biotreibstoff wird derzeit als Wundermittel für die Zukunft gehandelt: Die Industrienationen könnten sich dadurch in Zukunft unabhängiger von Öl und Gas machen. Darüber hinaus gelten Biotreibstoffe als C02-arme Energiealternative. Kein Wunder also, dass der weltweite Anbau von Mais, Weizen oder Zuckerrohr für die Biotreibstoff-Produktion laufend steigt. In den kommenden zehn Jahren wird sich der Anbau mindestens verdoppeln.
Die Auswirkungen
Für die USA heißt das zum Beispiel, dass ein Drittel der gesamten Maisernte zu Biosprit verarbeitet werden wird. Auf den heutigen Anbau bezogen, wäre das mehr als Zehntel weltweiten Maisproduktion - ein Ausmaß, das beachtliche Auswirkungen auf den Markt hat, sagt Martin von Lampe, Landwirtschaftsökonom der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: "Wir rechnen damit, dass die Nahrungsmittelpreise etwa 30 Prozent im Durchschnitt höher sein werden, als dies in den vergangenen Jahrzehnten der Fall war; diese Tendenz hat jetzt schon begonnen."
Die Leidtragenden
Unter den hohen Nahrungsmittelpreisen werde vor allem die städtische Bevölkerung in armen Ländern leiden, sagt von Lampe, und zwar in jenen Ländern, die noch im Entwicklungsprozess stünden, dementsprechend noch geringe Ressourcen hätten und auf Nahrungsmittelimporte angewiesen seien, also viele Länder in Afrika, aber eben nicht nur.
Keine Lebensmittelknappheit
Der steigende Bedarf an Biosprit wird dazu führen, dass die Anbauflächen von Mais, Weizen & Co. weltweit ausgeweitet werden - eine globale Lebensmittelknappheit durch Biosprit befürchtet der Landwirtschaftsökonom deshalb nicht: "Wir werden ganz begrenzte lokale regionale Probleme im Auge behalten müssen und darauf wird man mit Politikmaßnahmen reagieren müssen."
Arme Bauern können profitieren
Von Lampe sieht durch die Biosprit-Produktion nicht nur Nachteile für die Entwicklungsländer: "Auf der gleichen Schiene ist natürlich auch mit zunehmenden Möglichkeiten für die landwirtschaftlichen Produzenten in denselben armen Ländern zu rechnen. Leiden tun unter den hohen Preisen vor allem die armen Verbraucher, während die ebenso armen ländlichen Schichten, die stark von der Landwirtschaft leben, durchaus profitieren können." Besonders für Lateinamerika sieht von Lampe gute Chancen; vor allem Brasilien kann in der Zukunft zu einem wichtigen Exporteur von Biosprit und Lebensmitteln werden.
CO2-Verringerung durch Biosprit
Eine eindeutige Meinung hat von Lampe zur Frage, ob Biosprit umweltpolitisch sinnvoll ist. Von Lampe glaubt nicht, dass Biosprit den CO2-Ausstoß der Industrieländer deutlich verringern wird. Dafür ist es schlicht zu kalt - für die Produktion von Biotreibstoffen müsse in der nördlichen Hemisphäre nämlich so viel fossile Energie aufgewendet werden, dass zwei Drittel der CO2-Ersparnis gleich wieder aufgefressen werden. Anders sieht die Situation in den tropischen Entwicklungsländern aus: "Dort ist der Energiegewinn bis zu 90 Prozent, vorausgesetzt natürlich, dass umweltverträglich produziert wird." Wird der tropische Regenwald für zusätzliche Anbauflächen abgerodet, dann ist allerdings auch im Süden die CO2-Einsparung Schall und Rauch.
Biosprit aus Biomasse
In puncto Umweltbilanz hofft von Lampe auf eine zweite Generation von Biosprit aus Biomasse, also zum Beispiel aus Holz oder Gräsern. Für die Erforschung dieser zweiten Generation müsste die Politik allerdings klare Schwerpunkte setzen und mit einem Einsatz ist auch im besten Fall nicht vor zehn, 15 Jahren zu rechnen.
Das Wundermittel für die Zukunft
Biotreibstoff wird derzeit als Wundermittel für die Zukunft gehandelt: Die Industrienationen könnten sich dadurch in Zukunft unabhängiger von Öl und Gas machen. Darüber hinaus gelten Biotreibstoffe als C02-arme Energiealternative. Kein Wunder also, dass der weltweite Anbau von Mais, Weizen oder Zuckerrohr für die Biotreibstoff-Produktion laufend steigt. In den kommenden zehn Jahren wird sich der Anbau mindestens verdoppeln.
Die Auswirkungen
Für die USA heißt das zum Beispiel, dass ein Drittel der gesamten Maisernte zu Biosprit verarbeitet werden wird. Auf den heutigen Anbau bezogen, wäre das mehr als Zehntel weltweiten Maisproduktion - ein Ausmaß, das beachtliche Auswirkungen auf den Markt hat, sagt Martin von Lampe, Landwirtschaftsökonom der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: "Wir rechnen damit, dass die Nahrungsmittelpreise etwa 30 Prozent im Durchschnitt höher sein werden, als dies in den vergangenen Jahrzehnten der Fall war; diese Tendenz hat jetzt schon begonnen."
Die Leidtragenden
Unter den hohen Nahrungsmittelpreisen werde vor allem die städtische Bevölkerung in armen Ländern leiden, sagt von Lampe, und zwar in jenen Ländern, die noch im Entwicklungsprozess stünden, dementsprechend noch geringe Ressourcen hätten und auf Nahrungsmittelimporte angewiesen seien, also viele Länder in Afrika, aber eben nicht nur.
Keine Lebensmittelknappheit
Der steigende Bedarf an Biosprit wird dazu führen, dass die Anbauflächen von Mais, Weizen & Co. weltweit ausgeweitet werden - eine globale Lebensmittelknappheit durch Biosprit befürchtet der Landwirtschaftsökonom deshalb nicht: "Wir werden ganz begrenzte lokale regionale Probleme im Auge behalten müssen und darauf wird man mit Politikmaßnahmen reagieren müssen."
Arme Bauern können profitieren
Von Lampe sieht durch die Biosprit-Produktion nicht nur Nachteile für die Entwicklungsländer: "Auf der gleichen Schiene ist natürlich auch mit zunehmenden Möglichkeiten für die landwirtschaftlichen Produzenten in denselben armen Ländern zu rechnen. Leiden tun unter den hohen Preisen vor allem die armen Verbraucher, während die ebenso armen ländlichen Schichten, die stark von der Landwirtschaft leben, durchaus profitieren können." Besonders für Lateinamerika sieht von Lampe gute Chancen; vor allem Brasilien kann in der Zukunft zu einem wichtigen Exporteur von Biosprit und Lebensmitteln werden.
CO2-Verringerung durch Biosprit
Eine eindeutige Meinung hat von Lampe zur Frage, ob Biosprit umweltpolitisch sinnvoll ist. Von Lampe glaubt nicht, dass Biosprit den CO2-Ausstoß der Industrieländer deutlich verringern wird. Dafür ist es schlicht zu kalt - für die Produktion von Biotreibstoffen müsse in der nördlichen Hemisphäre nämlich so viel fossile Energie aufgewendet werden, dass zwei Drittel der CO2-Ersparnis gleich wieder aufgefressen werden. Anders sieht die Situation in den tropischen Entwicklungsländern aus: "Dort ist der Energiegewinn bis zu 90 Prozent, vorausgesetzt natürlich, dass umweltverträglich produziert wird." Wird der tropische Regenwald für zusätzliche Anbauflächen abgerodet, dann ist allerdings auch im Süden die CO2-Einsparung Schall und Rauch.
Biosprit aus Biomasse
In puncto Umweltbilanz hofft von Lampe auf eine zweite Generation von Biosprit aus Biomasse, also zum Beispiel aus Holz oder Gräsern. Für die Erforschung dieser zweiten Generation müsste die Politik allerdings klare Schwerpunkte setzen und mit einem Einsatz ist auch im besten Fall nicht vor zehn, 15 Jahren zu rechnen.