Kultur
07:00
Mo, 30.07.2007
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Mo, 30.07.2007
Bühne
Erfolgreiche Premiere von "Eugen Onegin"
Erfolgreiche Premiere von "Eugen Onegin"
So ganz einig war sich das Premierenpublikum Sonntagabend dann doch nicht, zumindest was Andrea Breths Inszenierung betraf, die neben begeisterten Bravos auch einige kräftige Buhrufe abbekam.
Einhelliger Jubel hingegen für Daniel Barenboim und die Wiener Philharmoniker, die zum Schluss geschlossen auf der Bühne erschienen, und für die Sänger, allen voran für Joseph Kaiser als berührend lyrischen Lenski, für die Russin Anna Samuil als Tatjana mit einem Timbre, das alle Facetten von mädchenhafter Schwärmerei bis zu unerbittlicher Entschlossenheit enthält und für den schwedischen Bariton Peter Mattei als Eugen Onegin von nonchalanter Eleganz und verspäteter Verzweiflung.
Intensive Bilder
Auf der Drehbühne hat Martin Zehetgruber intensive Bilder kreiert: die unendlichen Weizenfelder der russischen Steppe, die dumpfen Räume des Landgutes oder den Bankettsaal, in dem Tatjana und Onegin einander nach Jahren wieder begegnen und es zu spät für die Liebe ist.
Doch die intensiven Gefühle, die an Melancholie und Indiffererenz, vor allem aber an den starren Konventionen des 19. Jahrhunderts von Ehre und Anstand scheitern, stehen letztlich doch im krassen Gegensatz zu den 1960er Jahre Kostümen von extrem provinzieller Tristesse. Andrea Breth zeigt keine verklärte Nostalgie, sondern harten Realismus.
Doch abgesehen von den bisweilen irritierenden Widersprüchen zwischen der Welt der Duelle in Puschkins Text und Tschaikowskis Musik und jener von Fernsehapparaten, Schreibmaschinen und nähenden Fabrikarbeiterinnen in Breths Inszenierung, entstehen in dieser Aufführung beeindruckende Bilder und Momente von höchster Spannung und zartester Emotion.
Im Großen Salzburger Festspielhaus steht Tschaikowskis Eugen Onegin in diesem Sommer noch sieben Mal auf dem Programm.
Textbearbeitung: Nick Meinhart
Mehr zu den Salzburger Festspielen in oe1.ORF.at
Link
Salzburger Festspiele
Einhelliger Jubel hingegen für Daniel Barenboim und die Wiener Philharmoniker, die zum Schluss geschlossen auf der Bühne erschienen, und für die Sänger, allen voran für Joseph Kaiser als berührend lyrischen Lenski, für die Russin Anna Samuil als Tatjana mit einem Timbre, das alle Facetten von mädchenhafter Schwärmerei bis zu unerbittlicher Entschlossenheit enthält und für den schwedischen Bariton Peter Mattei als Eugen Onegin von nonchalanter Eleganz und verspäteter Verzweiflung.
Intensive Bilder
Auf der Drehbühne hat Martin Zehetgruber intensive Bilder kreiert: die unendlichen Weizenfelder der russischen Steppe, die dumpfen Räume des Landgutes oder den Bankettsaal, in dem Tatjana und Onegin einander nach Jahren wieder begegnen und es zu spät für die Liebe ist.
Doch die intensiven Gefühle, die an Melancholie und Indiffererenz, vor allem aber an den starren Konventionen des 19. Jahrhunderts von Ehre und Anstand scheitern, stehen letztlich doch im krassen Gegensatz zu den 1960er Jahre Kostümen von extrem provinzieller Tristesse. Andrea Breth zeigt keine verklärte Nostalgie, sondern harten Realismus.
Doch abgesehen von den bisweilen irritierenden Widersprüchen zwischen der Welt der Duelle in Puschkins Text und Tschaikowskis Musik und jener von Fernsehapparaten, Schreibmaschinen und nähenden Fabrikarbeiterinnen in Breths Inszenierung, entstehen in dieser Aufführung beeindruckende Bilder und Momente von höchster Spannung und zartester Emotion.
Im Großen Salzburger Festspielhaus steht Tschaikowskis Eugen Onegin in diesem Sommer noch sieben Mal auf dem Programm.
Textbearbeitung: Nick Meinhart
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