Inland
18:00
Di, 25.09.2007
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Di, 25.09.2007
Darfur-Flüchtlinge
Darabos überlegt Bundesheereinsatz im Tschad
Darabos überlegt Bundesheereinsatz im Tschad
Schon Ende August hat Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) die Möglichkeit eines Engagements des Bundesheeres im Tschad in Erwägung gezogen. Diese Überlegungen wurden in der Zwischenzeit offenbar weiter intensiviert, in Wien und in Brüssel. Dort, in Brüssel, fällt demnächst die definitive Entscheidung über die Aufstellung einer etwa 4.000 Mann starken EU-Truppe. Österreich hat seine Bereitschaft signalisiert.
Einsatz nur bei koalitionärer Einstimmigkeit
Weil der Afrika-Einsatz aber nicht ungefährlich und durchaus heikel ist, betont Norbert Darabos im Interview mehrmals, dass die Entscheidung darüber noch keineswegs gefallen sei, und er großen Wert auf eine abgestimmte Vorgangsweise mit der ÖVP lege.
Wobei, vom Profil her würde der Einsatz ins Konzept der Auslandsmissionen passen, wie sie sich Verteidigungsminister Darabos vorstellt: "Wir sind im humanitären Bereich sehr aktiv, wir können auch unsere Kompetenz einbringen im so genannten zivil-militärischen Bereich, das würde vom Anforderungsprofil her durchaus hineinpassen. Aber wie gesagt, es ist eine Vereinbarung zwischen Außenministerin (Ursula Plassnik, ÖVP, Anm.) und mir in der letzten Woche besiegelt worden, dass wir hier eine gemeinsame Vorgangsweise wählen werde. Ich werde in den nächsten Woche persönlich in den Tschad reisen, um mir ein Bild vor Ort zu machen und mir (...) anzuschauen, wie weit ein Engagement österreichischer Bundesheersoldaten in diesem Raum sinnvoll ist." Eine Entscheidung werde es Mitte Oktober geben, allerdings ohne Hast und nur in Abstimmung mit der Bundesregierung, sagt Norbert Darabos.
Pioniere, eventuell Jagdkommando
Laut Minister könnten 50 bis 60 Soldaten nach Afrika entsendet werden. Das sei machbar. Die rund 4.000 Mann starke Truppe soll laut derzeitigen Plänen von Frankreich geführt werden. Die Österreicher könnten dabei als Sanitäter, in der Trinkwasseraufbereitung oder als Pioniere eingesetzt werden. Zu ihrem Schutz und letztlich auch zum Schutz der Flüchtlingslager selbst könnte es aber auch notwendig sein, Elitesoldaten etwa vom Jagdkommando mitzuschicken. Ob es auch eine Anfrage für die Bereitstellung von Herkules-Transportkapazitäten gibt, wollte man im Bundesheer weder bestätigen noch dementieren.
Kein Einsatz direkt in Darfur
Während über den Tschad-Einsatz nachgedacht wird, ist eine allfällige Mitwirkung an einer direkten Darfur-Friedenstruppe im Sudan für den Minister weiter ausgeschlossen: "Im Sudan ist es aus meiner Sicht ein Fass ohne Boden, und das würde ich der österreichischen Bevölkerung und dem österreichischen Bundesheer nicht zumuten wollen, aber ein humanitärer Einsatz in einem Nachbarland, wo es 250.000 Flüchtlinge gibt, da ist eine seriöse Prüfung sinnvoll und entspricht auch der Philosophie unserer Auslandseinsätze", sagt SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos.
Einsatz nur bei koalitionärer Einstimmigkeit
Weil der Afrika-Einsatz aber nicht ungefährlich und durchaus heikel ist, betont Norbert Darabos im Interview mehrmals, dass die Entscheidung darüber noch keineswegs gefallen sei, und er großen Wert auf eine abgestimmte Vorgangsweise mit der ÖVP lege.
Wobei, vom Profil her würde der Einsatz ins Konzept der Auslandsmissionen passen, wie sie sich Verteidigungsminister Darabos vorstellt: "Wir sind im humanitären Bereich sehr aktiv, wir können auch unsere Kompetenz einbringen im so genannten zivil-militärischen Bereich, das würde vom Anforderungsprofil her durchaus hineinpassen. Aber wie gesagt, es ist eine Vereinbarung zwischen Außenministerin (Ursula Plassnik, ÖVP, Anm.) und mir in der letzten Woche besiegelt worden, dass wir hier eine gemeinsame Vorgangsweise wählen werde. Ich werde in den nächsten Woche persönlich in den Tschad reisen, um mir ein Bild vor Ort zu machen und mir (...) anzuschauen, wie weit ein Engagement österreichischer Bundesheersoldaten in diesem Raum sinnvoll ist." Eine Entscheidung werde es Mitte Oktober geben, allerdings ohne Hast und nur in Abstimmung mit der Bundesregierung, sagt Norbert Darabos.
Pioniere, eventuell Jagdkommando
Laut Minister könnten 50 bis 60 Soldaten nach Afrika entsendet werden. Das sei machbar. Die rund 4.000 Mann starke Truppe soll laut derzeitigen Plänen von Frankreich geführt werden. Die Österreicher könnten dabei als Sanitäter, in der Trinkwasseraufbereitung oder als Pioniere eingesetzt werden. Zu ihrem Schutz und letztlich auch zum Schutz der Flüchtlingslager selbst könnte es aber auch notwendig sein, Elitesoldaten etwa vom Jagdkommando mitzuschicken. Ob es auch eine Anfrage für die Bereitstellung von Herkules-Transportkapazitäten gibt, wollte man im Bundesheer weder bestätigen noch dementieren.
Kein Einsatz direkt in Darfur
Während über den Tschad-Einsatz nachgedacht wird, ist eine allfällige Mitwirkung an einer direkten Darfur-Friedenstruppe im Sudan für den Minister weiter ausgeschlossen: "Im Sudan ist es aus meiner Sicht ein Fass ohne Boden, und das würde ich der österreichischen Bevölkerung und dem österreichischen Bundesheer nicht zumuten wollen, aber ein humanitärer Einsatz in einem Nachbarland, wo es 250.000 Flüchtlinge gibt, da ist eine seriöse Prüfung sinnvoll und entspricht auch der Philosophie unserer Auslandseinsätze", sagt SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos.