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Do, 28.02.2008
kunst
Kunst und Mathematik
Audio
Länge: 2:58 min
Ö1 Morgenjournal
Man entkommt der Mathematik letztlich nirgends und so auch nicht in der Kunst. Die Schau im MUMOK zeigt dabei mit über 300 Arbeiten von 120 Künstlern eindrucksvoll, wie unterschiedlich die mathematischen Fragestellungen ausfallen können, von der Wiederentdeckung der Zentralperspektive in der Renaissance bis hin zum Schwarzen Quadrat von Kasimir Malewitsch zu Beginn des 20. Jahrhunderts - gleichsam eine Ikone der Urform, die ihrerseits wiederum viele Künstlergenerationen zu Kommentaren inspiriert hat, von Paul Klee bis Herbert Bayer, von Samuel Beckett bis Bruce Nauman.

Trotz Ungenauigkeiten klar
Es sind durchaus die bewussten wie unbewussten Ungenauigkeiten in der Kunst, die sie erst im Kopf des Betrachters zu einem großen Werk werden lassen. Dabei wendet der Mensch erlerntes Regelwerk an, eben auch mathematisches, um ein Kunstwerk zu lesen. Er sieht eben bei Malewitsch ein Quadrat, obwohl es kein präzise konstruiertes ist. Genau das macht aber ein großes Werk aus, erklärt der Wiener Mathematiker Rudolf Taschner, der als Berater der Ausstellung und als Leiter von Sonderführungen beteiligt ist.

Letztlich machen die Zusammenhänge, die in dieser Schau demonstriert werden, sie so faszinierend, der große Bogen, den sie bis zu den frühen Vorläufern der zeitgenössischen Kunst schlägt. Wie etwa zu Albrecht Dürer, dessen Stich "Melancolia 1" mit allen seinen Symbolen und seinem magischen Quadrat, dessen Diagonalen, Spalten und Zeilen immer die Summe 34 ergeben, bis heute rätselhaft ist.

Das Unfassbare
Wie in der Mathematik ganz üblich, versucht sich auch die Kunst bisweilen, dem Unfassbaren anzunähern. Etwa der Unendlichkeit, mit der sich am wohl radikalsten der Künstler Roman Opalka auseinandersetzt, wenn er seit Jahrzehnten seine Bilder von 1 weg aus aufsteigenden, klein notierten Zahlen gestaltet.

Alles lässt sich ja angeblich in Zahlen ausdrücken – in der aktuellen Schau im MUMOK zeigt sich, dass dies keineswegs immer nur in Form des Preises für ein Kunstwerk geschehen muss.

Textfassung: Ruth Halle

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