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Fr, 04.04.2008
Ärztearbeitszeit
Positive Reaktionen auf strengeres Gesetz
Audio
Länge: 3:05 min
Ö1 Mittagsjournal
Alle Beteiligten sind sich einig: Das Gesetz muss her und zwar schnell. Sowohl Patientenanwaltschaft als auch die Ärztekammer, konkret deren Kurien-Obmann Thomas Sekaresch, begrüßen strenge Kontrollen und höhere Strafen. Immerhin würden 14 Prozent der angestellten Ärzte würden angeben, dass sie mehr als 100 Stunden in der Woche beschäftigt sind. Es sei im Interesse der Ärzte und der Patienten, dieses Ausmaß auf das gesetzliche Höchstmaß zu reduzieren.

Gesetz braucht Gesetz
Dem schließt sich nahtlos auch die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) an. Der Standesvertreter für alle drei Universitätskliniken, Richard Kdolsky, merkt aber zynisch an, es sei erstaunlich, dass man für die Einhaltung eines Gesetzes ein weiteres Gesetz braucht.

Für ausgeschlafene Ärzte
Das findet auch der Sprecher der Patientenanwaltschaft, Gerald Bachinger, der sich durch die Gesetzesänderung mehr Qualität für die Patienten erhofft. Schließlich wolle man bei einer Operation nicht nur einen fachlich gut ausgebildeten Arzt sondern auch einen gut ausgeschlafenen Arzt haben.

Maximal 72 Stunden pro Woche
Soweit so gut: Eine Verkürzung der Arbeitszeit für Ärzte, wie es einige Experten wie z.B. der Oberarzt der Chirurgie in Steyr, Kurt Adamer, fordert, verlangen paradoxerweise weder die Ärztekammer noch die Gewerkschaft. Derzeit gilt für Ärzte im Einverständnis mit dem Arbeitgeber eine Maximal-Arbeitszeit von 72 Stunden pro Woche. Am Wochenende kann ein sogenannter Journaldienst bis zu 49 Stunden dauern.

Dennoch, meint Prof. Sekaresch von der Ärztekammer, sei das kein Problem: vorausgesetzt die vorgesehenen Ruhezeiten während dieser Dienste werden einhalten. Das bestätigt auch Gewerkschafter Kdolsky, räumt aber ein, dass es immer wieder schwarze Schafe gebe.

Verkürzung brächte Verdiensteinbußen
Eine Strukturänderung in Form eines Schichtdienstes, wie es einige seiner Kollegen fordern, lehnt Kdolsky ab - wohl auch aus dem Grund, dass die Ärzte dadurch weniger verdienen würden. Außerdem würde das große Probleme bei der Ausbildungsqualität bringen und nicht auf große Gegenlöiebe stoßen. Und aus dieser Sicht, so Kdolsky, sind strengere Kontrollen fürs erste ausreichend.

Mehr dazu in Ö1 Inforadio:
Neues Gesetz soll kürzere Dienste bringen
Bartenstein setzt auf strenge Kontrollen
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