Inland
07:00
Mi, 09.04.2008
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Mi, 09.04.2008
Umfrage zu Reformvertrag
Österreicher mehrheitlich für Volksabstimmung
Österreicher mehrheitlich für Volksabstimmung
Heute wird der Nationalrat den EU-Reformvertrag ratifizieren. Im Vorfeld dieser Ratifizierung hat es zahlreiche Umfragen gegeben aus denen hervorgeht, dass viele Österreicher eher schlecht über den EU-Vertrag informiert sind. Dennoch wollen viele selbst über den Vertrag entscheiden. Ö1 hat sich ebenfalls in mehreren Bundesländern umgehört. Das Ergebnis ist nicht repräsentativ, aber die Skepsis ist eindeutig.
"80 Prozent wissen gar nicht, was drin steht“
Informationsdefizit, Unsicherheit und EU-Skepsis plagen die Österreicher. Viele fühlen sich über den EU-Reformvertrag schlecht informiert und sind deshalb dagegen: "Ungefähr 80 Prozent der Österreicher wissen gar nicht, was in dem EU-Vertrag steht, weil er uns ja auch nicht zu Gehör und zu Gesicht gebracht wird, und das aus gutem Grund: Denn wenn alle wissen würden, was da drinnen steht, dann täten nicht 10.000 Leute draußen auf der Straße sein, sondern da wären wahrscheinlich jedes Mal 50.000 draußen. Daher bin ich prinzipiell dagegen", meint einer der Befragten.
Mehrheit für Volksabstimmung
Aber egal, ob gut oder schlecht informiert: Die Mehrheit der Befragten ist eindeutig für eine Volksabstimmung, und die meisten würden gegen den EU-Reformvertrag stimmen, und das aus verschiedenen Gründen ...
"Entschieden wird eh alles von oben"
"Viel mitbestimmen können wir eh nicht, wir Kleinen. Entschieden wird eh alles von oben. Aber: Ganz so richtig, wie das jetzt in der EU abläuft, finde ich es nicht“, sagt einer.
"Jede Entscheidung wird einem abgenommen“
Ein anderer meint: "Ich bin nur dafür, dass das Volk selber abstimmen soll, denn es wird uns ohnehin jede Entscheidung abgenommen - aber von solchen Leuten, mit denen wir nicht einverstanden sind. Ich würde - jetzt - gegen die EU abstimmen, weil mir das überhaupt nichts gebracht hat."
"Eigenständigkeit bewahren“
Eine weitere Meinung: "Ich bin auf jeden Fall dagegen, weil ich denke, dass dem österreichischen Volk eine gewisse Eigenständigkeit bleiben sollte und wir uns nicht komplett von Brüssel diktieren lassen müssen.“
"Über die Köpfe hinweg“
Ein anderer wiederum: "Ich bin gegen den Vertrag. weil einfach über die Köpfe hinweg so Vieles bestimmt wird, was für uns gar nicht gut ist, finde ich."
"Euro ist Teuro“
Weitere negative Stimmen: "Ich würde Nein zur EU sagen, einfach weil seit dem Bestehen der EU alles so teuer geworden ist und diese Sachen, die sie da allen Mitgliedsländern auferlegt haben, die passen einfach nicht." Ein anderer bestätigt: "Ja, weil ich einfach nicht viel von der EU halte. Es wird alles teurer, Teuro statt Euro - ich persönlich bin gegen die EU."
"Man ist vergleichbar"
Schließlich: "Durch die EU hat sich der Wirtschaftsraum einfach so globalisiert, dass alles so transparent wird, dass man so vergleichbar ist und sich das einfach im Geschäft negativ niederschlägt.“
Nur wenige für Ratifizierung
Natürlich gibt es auch einige wenige, die für die Ratifizierung durch das Parlament sind, aber auch hier steht das Informationsdefizit im Vordergrund ...
"In die Hände der Parlamentarier"
"Ich glaube nicht, dass das Volk die Inhalte kennt und darüber so viele Informationen hat, um wirklich entscheiden zu können. Also, das lege ich schon in die Hände der Parlamentarier."
"Reformvertrag als Alternative“
"Ich finde, dass dieser Reformvertrag, nachdem die Verfassung nicht hingehauen hat, die Alternative dafür ist. Daher sollte man das eigentlich schon machen."
"Abstimmung war schon einmal“
"Nein, ich bin gegen eine Abstimmung. Wir sind ja eigentlich schon dafür gewesen. Daher brauchen wir keine neue Abstimmung, aber politisch bin ich nicht so gut drauf."
Soweit willkürlich ausgewählte Stimmen aus dem Volk und wahrscheinlich nicht repräsentativ, aber dennoch: nicht ermutigend für die Regierung.
Mehr zum EU-Reformvertrag in oe1.ORF.at
Links
Informationen des Außenministeriums zum EU-Vertrag
Der Vertrag im Wortlaut (Version in deutscher Sprache)
"80 Prozent wissen gar nicht, was drin steht“
Informationsdefizit, Unsicherheit und EU-Skepsis plagen die Österreicher. Viele fühlen sich über den EU-Reformvertrag schlecht informiert und sind deshalb dagegen: "Ungefähr 80 Prozent der Österreicher wissen gar nicht, was in dem EU-Vertrag steht, weil er uns ja auch nicht zu Gehör und zu Gesicht gebracht wird, und das aus gutem Grund: Denn wenn alle wissen würden, was da drinnen steht, dann täten nicht 10.000 Leute draußen auf der Straße sein, sondern da wären wahrscheinlich jedes Mal 50.000 draußen. Daher bin ich prinzipiell dagegen", meint einer der Befragten.
Mehrheit für Volksabstimmung
Aber egal, ob gut oder schlecht informiert: Die Mehrheit der Befragten ist eindeutig für eine Volksabstimmung, und die meisten würden gegen den EU-Reformvertrag stimmen, und das aus verschiedenen Gründen ...
"Entschieden wird eh alles von oben"
"Viel mitbestimmen können wir eh nicht, wir Kleinen. Entschieden wird eh alles von oben. Aber: Ganz so richtig, wie das jetzt in der EU abläuft, finde ich es nicht“, sagt einer.
"Jede Entscheidung wird einem abgenommen“
Ein anderer meint: "Ich bin nur dafür, dass das Volk selber abstimmen soll, denn es wird uns ohnehin jede Entscheidung abgenommen - aber von solchen Leuten, mit denen wir nicht einverstanden sind. Ich würde - jetzt - gegen die EU abstimmen, weil mir das überhaupt nichts gebracht hat."
"Eigenständigkeit bewahren“
Eine weitere Meinung: "Ich bin auf jeden Fall dagegen, weil ich denke, dass dem österreichischen Volk eine gewisse Eigenständigkeit bleiben sollte und wir uns nicht komplett von Brüssel diktieren lassen müssen.“
"Über die Köpfe hinweg“
Ein anderer wiederum: "Ich bin gegen den Vertrag. weil einfach über die Köpfe hinweg so Vieles bestimmt wird, was für uns gar nicht gut ist, finde ich."
"Euro ist Teuro“
Weitere negative Stimmen: "Ich würde Nein zur EU sagen, einfach weil seit dem Bestehen der EU alles so teuer geworden ist und diese Sachen, die sie da allen Mitgliedsländern auferlegt haben, die passen einfach nicht." Ein anderer bestätigt: "Ja, weil ich einfach nicht viel von der EU halte. Es wird alles teurer, Teuro statt Euro - ich persönlich bin gegen die EU."
"Man ist vergleichbar"
Schließlich: "Durch die EU hat sich der Wirtschaftsraum einfach so globalisiert, dass alles so transparent wird, dass man so vergleichbar ist und sich das einfach im Geschäft negativ niederschlägt.“
Nur wenige für Ratifizierung
Natürlich gibt es auch einige wenige, die für die Ratifizierung durch das Parlament sind, aber auch hier steht das Informationsdefizit im Vordergrund ...
"In die Hände der Parlamentarier"
"Ich glaube nicht, dass das Volk die Inhalte kennt und darüber so viele Informationen hat, um wirklich entscheiden zu können. Also, das lege ich schon in die Hände der Parlamentarier."
"Reformvertrag als Alternative“
"Ich finde, dass dieser Reformvertrag, nachdem die Verfassung nicht hingehauen hat, die Alternative dafür ist. Daher sollte man das eigentlich schon machen."
"Abstimmung war schon einmal“
"Nein, ich bin gegen eine Abstimmung. Wir sind ja eigentlich schon dafür gewesen. Daher brauchen wir keine neue Abstimmung, aber politisch bin ich nicht so gut drauf."
Soweit willkürlich ausgewählte Stimmen aus dem Volk und wahrscheinlich nicht repräsentativ, aber dennoch: nicht ermutigend für die Regierung.
Mehr zum EU-Reformvertrag in oe1.ORF.at
Links
Informationen des Außenministeriums zum EU-Vertrag
Der Vertrag im Wortlaut (Version in deutscher Sprache)