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Sa, 10.05.2008
Väterkarenz
Bures schlägt Kompromiss zum Papamonat vor
Audio
Länge: 2:22 min
Ö1 Morgenjournal
Wie bringt man mehr Väter dazu, für ein paar Monate den Beruf an den Nagel zu hängen und sich eine Auszeit für ihre Kinder zu nehmen? Diese Frage ist nicht nur im Vorfeld des morgigen Muttertages von Relevanz. Sie ist auch eine der koalitionsinternen Baustellen, um nicht zu sagen Streitthema.

Derzeit noch keine bezahlte Auszeit für Väter möglich
Derzeit haben Väter in Österreich keinen Anspruch auf eine bezahlte Auszeit unmittelbar nach der Geburt des Kindes. Einige Vorschläge, das zu ändern, liegen bereits auf dem Tisch; die sind aber allesamt innerhalb der Koalition nicht mehrheitsfähig.

Bures schlägt Kompromiss vor
Frauenministerin Doris Bures (SPÖ) versucht es jetzt mit einem weiteren Vorschlag: Väter können ja bereits jetzt Kindergeld beziehen, wenn sie es wollen, allerdings nicht unmittelbar nach der Geburt ihres Kindes. Das soll sich ändern, sagt Bures: "Wir ziehen das vor. Es kann ein Monat - gleich nach Geburt des Kindes - ein Kindergeld bezogen werden."

Gemeinsamer Familien-Neustart nun möglich
Die Väter können also gleichzeitig mit der Mutter ein Monat lang zu Hause beim neugeborenen Kind bleiben; dieser Monat wird dann von der gesamten Kindergeld-Bezugszeit abgezogen: "Ich glaube, dass diese erste Phase so wichtig ist. Wir sollten den Eltern jetzt die Chance geben, gleich zu Beginn, wenn sozusagen ein Kind in eine Familie kommt und sich das Familienleben von einem Tag auf den anderen verändert, diese neue Phase gemeinsam erleben zu können", betont Bures.

"Kein Rückzieher"
Bislang hat sich die SPÖ immer für einen Vaterschutzmonat - analog zum Mutterschutz - eingesetzt. Die Eckpunkte: Väter haben einen Rechtsanspruch darauf, vier Wochen lang vom Beruf freigestellt zu werden, sind in dieser Zeit versichert und bekommen ein Entgelt von noch undefinierter Höhe. Doris Bures will in ihrem jetzigen Vorschlag aber trotzdem kein Zurückrudern der SPÖ sehen: ""Ich habe immer gesagt, dass es mir um mehrere Varianten geht. Und die Variante, die der Koalitionspartner vorgeschlagen hat, 'Väter geht auf Urlaub oder so' - das ist jetzt schon möglich, und das kann keinen Papamonat ersetzen", so Bures.

ÖVP pocht auf Finanzierbarkeit
Die ÖVP hat sich bislang in punkto Vatermonat eher unwillig gezeigt und dabei vor allem das Kostenargument vorgebracht. Denn finanziert werden müsste das Ganze aus dem Familienlastenausgleichsfonds - und in dem herrscht Ebbe. Bei diesem jetzigen Vorschlag, dass Väter ein Monat Kindergeld-Anspruch vorziehen können sollen, gelte dieses Argument aber nicht, sagt Bures: "Wir haben jetzt beim Kindergeldbezug den Rechtsanspruch der Väter auf Kindergeld in den unterschiedlichsten Varianten. Und wenn es diesen Rechtsanspruch gibt, dann muss das budgetiert und finanzierbar sein". sagt sie.

ÖVP noch bedeckt
Die ÖVP hält sich derzeit bedeckt zum neuen SPÖ-Vorstoß, Staatssekretärin Christine Marek will ihn derzeit nicht kommentieren. Die Verhandlungen werden sich noch eine Weile hinziehen. Bis September hat sich die Regierung Zeit gegeben, dann soll ein Konzept zur stärkeren Väterbeteiligung im Ministerrat abgesegnet werden.
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