Ausland
12:00
Sa, 08.11.2008
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Sa, 08.11.2008
USA
Obamas Wahlkampf im Internet
Obamas Wahlkampf im Internet
Politiker treten nur selten mit ihren Wählern in einen direkten Dialog - sieht man vom Händeschütteln bei Wahlkampfveranstaltungen und ein paar freundlichen Worten abseits der Reden ab. Das Internet eröffnet da ganz neue Möglichkeiten - und Barack Obama gehört zu den ersten, die diese neuen Möglichkeiten genützt haben.
Obama hat Dialog gesucht
Im amerikanischen Wahlkampf haben viele Kandidaten im Internet ausschließlich eine Geldsammelmaschine gesehen. Die Übermittlung der Bitte um Spenden ist elektronisch eben einfacher, als mit der herkömmlichen Post. Barack Obama hat darüber hinaus in seinen E-Mails Telefonnummern der jeweiligen Nachbarschaft mitgeschickt und dazu animiert, für ihn Werbung zu machen. Damit hat er den ersten Schritt hin zu einem echten Dialog gemacht.
Jüngere Internet-Zielgruppe ist ihm gefolgt
Robert Hadzetovic, Internet-Experte der Beratungsfirma Deloitte, hat den elektronischen Wahlkampf in den USA beobachtet: "Wenn Sie sich z. B. das Facebook-Profil von Obama anschauen: Obama hat ja über drei Millionen Leute, die ihm da gefolgt sind. Mit denen ist man aktiv in Diskussion getreten, hat auch geschaut, was diese Leute bewegt. Er hat sich somit die komplette jüngere Internet-Zielgruppe in Amerika abgeholt."
Auch You Tube und Blogs für Wahlkampf benutzt
Facebook ist eine Internet-Seite, um soziale Netzwerke aufzubauen. Obama hat auch You Tube - die Internet-Seite auf der man Videos anschauen kann - mit Ausschnitten aus eigenen Reden aktiv und professionell beschicken lassen. Die Blogs - das sind Internet-Tagebücher - benutzte er ebenso, indem er auf Einträge reagierte und auswerten ließ, welche Themen die Menschen dort diskutieren und bewegen.
"Obama kann zuhören"
Dabei kam ihm eine Eigenschaft zugute, von der sich auch Politiker quer über die Welt einiges erhoffen. Obama kann zuhören, auch wenn er anderer Meinung ist: "Man geht also nicht her und stellt irgendetwas ins Internet und hofft, dass das viele lesen und verbreitet seine Botschaft im Internet, so wie man es im TV oder Radio oder auf Plakaten macht, sondern man bekommt auch etwas unmittelbar von den Usern zurück. Das Zuhören spielt natürliche eine sehr große Rolle. Das hat offensichtlich Obama sehr gut gemacht, er hat dieses Zuhören ausgewertet und dann verwertet", sagt Hadzetovic.
Blogs spielen bei US-Meinungsbildung große Rolle
Die Blogs haben in den USA vor allem den Journalismus beeinflusst, indem sie Themen aufgriffen, die in klassischen Medien nicht vorkamen. Weil mehr als ein Drittel der Internet-Benutzer in den USA von den Blogs erreicht werden, spielen sie bei der Meinungsbildung eine größere Rolle, als bei uns, sagt Hadzetovich: "Ein Grund könnte sicherlich sein, dass das amerikanische Volk per se etwas aufgeschlossener, etwas liberaler ist. Bei uns in Österreich ist man schon so erzogen, dass das, was in den Zeitungen, in den Medien steht oder im Fernsehen gesagt wird, halt noch zählt", sagt der Internet-Experte.
Stimmengewinne in den Ballungszentren
Abgesehen von historisch gewachsenen Politstrukturen ist es daher kein Wunder, dass Obama vor allem dort Stimmen gewonnen hat, wo die Ballungszentren sind. Das Internet ist auch in den USA nach wie vor ein städtisches Medium. Vielfach fehlen am Land einfach schnelle Leitungen, die das World Wide Web erst richtig interessant machen.
Obama hat Dialog gesucht
Im amerikanischen Wahlkampf haben viele Kandidaten im Internet ausschließlich eine Geldsammelmaschine gesehen. Die Übermittlung der Bitte um Spenden ist elektronisch eben einfacher, als mit der herkömmlichen Post. Barack Obama hat darüber hinaus in seinen E-Mails Telefonnummern der jeweiligen Nachbarschaft mitgeschickt und dazu animiert, für ihn Werbung zu machen. Damit hat er den ersten Schritt hin zu einem echten Dialog gemacht.
Jüngere Internet-Zielgruppe ist ihm gefolgt
Robert Hadzetovic, Internet-Experte der Beratungsfirma Deloitte, hat den elektronischen Wahlkampf in den USA beobachtet: "Wenn Sie sich z. B. das Facebook-Profil von Obama anschauen: Obama hat ja über drei Millionen Leute, die ihm da gefolgt sind. Mit denen ist man aktiv in Diskussion getreten, hat auch geschaut, was diese Leute bewegt. Er hat sich somit die komplette jüngere Internet-Zielgruppe in Amerika abgeholt."
Auch You Tube und Blogs für Wahlkampf benutzt
Facebook ist eine Internet-Seite, um soziale Netzwerke aufzubauen. Obama hat auch You Tube - die Internet-Seite auf der man Videos anschauen kann - mit Ausschnitten aus eigenen Reden aktiv und professionell beschicken lassen. Die Blogs - das sind Internet-Tagebücher - benutzte er ebenso, indem er auf Einträge reagierte und auswerten ließ, welche Themen die Menschen dort diskutieren und bewegen.
"Obama kann zuhören"
Dabei kam ihm eine Eigenschaft zugute, von der sich auch Politiker quer über die Welt einiges erhoffen. Obama kann zuhören, auch wenn er anderer Meinung ist: "Man geht also nicht her und stellt irgendetwas ins Internet und hofft, dass das viele lesen und verbreitet seine Botschaft im Internet, so wie man es im TV oder Radio oder auf Plakaten macht, sondern man bekommt auch etwas unmittelbar von den Usern zurück. Das Zuhören spielt natürliche eine sehr große Rolle. Das hat offensichtlich Obama sehr gut gemacht, er hat dieses Zuhören ausgewertet und dann verwertet", sagt Hadzetovic.
Blogs spielen bei US-Meinungsbildung große Rolle
Die Blogs haben in den USA vor allem den Journalismus beeinflusst, indem sie Themen aufgriffen, die in klassischen Medien nicht vorkamen. Weil mehr als ein Drittel der Internet-Benutzer in den USA von den Blogs erreicht werden, spielen sie bei der Meinungsbildung eine größere Rolle, als bei uns, sagt Hadzetovich: "Ein Grund könnte sicherlich sein, dass das amerikanische Volk per se etwas aufgeschlossener, etwas liberaler ist. Bei uns in Österreich ist man schon so erzogen, dass das, was in den Zeitungen, in den Medien steht oder im Fernsehen gesagt wird, halt noch zählt", sagt der Internet-Experte.
Stimmengewinne in den Ballungszentren
Abgesehen von historisch gewachsenen Politstrukturen ist es daher kein Wunder, dass Obama vor allem dort Stimmen gewonnen hat, wo die Ballungszentren sind. Das Internet ist auch in den USA nach wie vor ein städtisches Medium. Vielfach fehlen am Land einfach schnelle Leitungen, die das World Wide Web erst richtig interessant machen.