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"Mr. Hokuspokus". Das abenteuerliche Leben des Moshe Feldenkrais. Von Christian Buckard

Moshe Feldenkrais, geboren 1904 in der kleinen ukrainischen Stadt Slavutah, ist noch nicht einmal vierzehn Jahre alt, als er im Spätsommer 1918 ganz alleine nach Eretz Israel aufbricht. Mit einer Handvoll Geld, dem Segen der Mutter und einem geladenen Revolver.

Im Straßenkampf im Palästina der 20er Jahre entwickelt der junge Bauarbeiter Moshe Feldenkrais seine eigene Art des Kampfsports Jiu-Jitsu. 1931 beschließt er, in Frankreich Ingenieurswissenschaften zu studieren. Feldenkrais lernt in Paris den Japaner Jigoro Kano, den Erfinder des Judo, kennen und gründet bald darauf eine eigene Schule der Selbstverteidigung.

Als die Deutschen 1940 in Frankreich einmarschieren, arbeitet Feldenkrais mit dem Physiker Paul Langevin auf dem Gebiet der Ultraschall-Forschung zusammen. Zuvor hat er bereits dem Ehepaar Joliot-Curie bei Experimenten assistiert, die später zur Entdeckung der Kernspaltung führten. Nebenbei unterrichtet er alle Mitarbeiter des Radium-Instituts in der Kunst des Judo. Während Moshes jüngere Schwester Malka sich dem Widerstand anschließt, wird Moshe mit Geheimakten und dem Rezept für die Phosphorbombe in der Aktentasche zu General De Gaulles Exilregierung nach London beordert. Das rettet sein Leben.

Bald darauf erfindet der Physiker und Kampfkünstler eine Methode, wie man durch bewusste und ungewohnte Körperbewegungen das Gehirn in Bewegung bringen, sich selbst "verjüngen" kann. Nach der Feldenkrais-Methode, die die Wissenschaft immer noch vor Rätsel stellt, lernen heute weltweit Menschen, sich achtsam zu bewegen. Doch über Feldenkrais selbst, der dem 70-jährigen David Ben Gurion den Kopfstand beibrachte und deswegen als "Mr. Hokuspokus" tituliert wurde, ist bis heute kaum etwas bekannt (Produktion WDR/SWR 2010).

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