Apropos Musik

Der Standard (2)
Gestaltung: Helmut Jasbar

Verwandlungen, Metamorphosen, Unkenntlichmachungen.

Wie wird ein Musikstück zum Standard? Es ist eine gnadenlose, Jahrzehnte währende Auslese, die die Bekanntheit eines Werkes festigt. Nur die Favoriten unter den Auserwählten überleben ihre unentwegte Neuinterpretation - und damit auch Neubewertung - ohne Schaden zu nehmen. Die tradierten Jazz-Kompositionen, die dieser Schmiede gehärtet entstiegen sind, waren vor ihrer Seligsprechung Chansons, Popsongs, aus Broadway-Shows, Musicals oder Kinofilmen, sie stammen aus einfachen Verhältnissen.

"Interpretieren" kann vieles bedeuten, Musikerinnen und Musiker legen den Begriff auf unterschiedliche Weisen aus. Ist es bei dem einen einen eine sanfte Erneuerung, kann die Interpretation eines anderen schon einmal die versuchte Atomisierung bedeuten. Da gibt es behutsame Annäherungsversuche von Jim Hall, sensible Nachschöpfungen von Chet Baker oder Lester Young. Am anderen Ende des Spektrums aber werken fruchtbringende Lied-Zertrümmerer wie John Zorn oder Derek Bailey. Der Jazzstandard ist wie eine kostbare Flüssigkeit, die viele Gefäße füllen kann. Letztlich entscheidet die Substanz des Standards über dessen Lebensdauer.

Sendereihe

Mehr dazu in oe1.orf.at

Ausblick auf das Viennale-Programm

Tribute für Harry Belafonte

Heinz Karl "Nali" Gruber im Gespräch

Composer in Residence in Grafenegg

Neue Chefin für Pompeji

Hoffen auf neue Mäzene