Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

1. Zeitgeschichte ohne Zeitzeugen
2. Eliteuniversitäten in Deutschland
3. Wundheilung aus der Spritze
4. Archeen: der neue Ast am Stammbaum des Lebens

Redaktion und Moderation: Franz Tomandl

1. Zeitgeschichte ohne Zeitzeugen

Es gibt nur noch wenige von ihnen: Überlebende des Holocaust, die ein unmittelbares Zeugnis über die Verbrechen des NS-Regimes geben können. Sie alle sind hochbetagt, und mit jedem von ihnen, der stirbt, verschwindet eine ganze Welt an Wissen und Erfahrung, die der Nachwelt weiterzugeben sind. - Dem Thema "Zeitgeschichte ohne Zeitzeugen" widmete sich diese Woche ein Symposium in Wien: Historiker, Politologen, Sozialwissenschaftler, Psychologen und Filmemacher diskutierten die Problematik mit Überlebenden der Shoah und dem Publikum. Die Veranstaltung fand zu Ehren der Kunstkritikerin, Autorin und Zeitzeugin Angelica Bäumer statt, die heuer ihren achtzigsten Geburtstag feierte. Mit Angelica Bäumer, Maria Ecker, Historikerin, Salzburg, Walter Manoschek, Politikwissenschaftler. Autorin: Sabrina Adlbrecht.

2. Eliteuniversitäten am Beispiel Deutschland

Seit 2005 gibt es in Deutschland die sogenannte "Exzellenzinitiative". Dieses staatliche Förderprogramm soll helfen, die Spitzenforschung an deutschen Universitäten auszubauen und Deutschland als Wissenschaftsstandort zu stärken. Der Soziologe Michael Hartmann kritisiert diese Form der universitären Förderung massiv. Die Exzellenzinitiative habe in Deutschland zu einer Spaltung der Hochschullandschaft geführt. Sie bedrohe die Fächer- und Forschungsvielfalt und das System fördere sozial privilegierte Studierende, während sozial Schwächere das Nachsehen haben. Neue Studienergebnisse scheinen Michael Hartmanns Thesen zu bestätigen. Im Rahmen des Symposiums "Hat wissenschaftliche Leistung ein Geschlecht? Ergebnisse und Perspektiven der Exzellenzdebatte" an der Medizinischen Universität Wien, war Michael Hartmann zu Gast in Wien. Mit Michael Hartmann, Soziologe; Autorin: Marlene Nowotny.

3. Wundheilung aus der Spritze

Normalerweise heilen Wunden von selbst. Doch bei manchen Menschen ist das anders - bei Tumorpatienten zum Beispiel oder Diabetikern. Wie viele Menschen schlecht heilende, chronische Wunden haben, weiß niemand - Experten im Nachbarland Deutschland sprechen von Hunderttausenden, vielleicht sogar von mehr als eine Million Betroffenen. Nun wollen Münchner Forscher Abhilfe schaffen: mit einer Spritze, die solche Wunden zum Verheilen bringen soll. Ob sich Patienten schon Hoffnungen machen können. Mit Arndt Schilling, Ektoras Hajipanayi, beide Klinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie der TU München. Autor: Hellmuth Nordwig.

4. Archeen: der neue Ast am Stammbaum des Lebens
Teil I: Teil I: Die Evolution der Urzeitmikroben

Vor dreieinhalb Milliarden Jahren lebten sie bereits in der Ursuppe, den Wässern des Urozeans, heute findet man sie in den extremsten Lebensräumen der Erde. Um sie zu entdecken braucht man aber ein Mikroskop: Einzellige Archeen, die wohl ursprünglichste Lebensform auf unserem Planeten. Äußerlich kaum von Bakterien zu unterscheiden, sind sie doch grundlegend verschieden. So verschieden, dass die Biologie den Baum des Lebens um einen neuen Ast erweitern musste. Und sie sind mit jedem von uns verwandt: die Kerne unserer Zellen, sowie von allen anderen Tieren und Pflanzen, sind vermutlich aus Archeen entstanden. Die Forschungsgruppe um die Biologin Christa Schleper beschäftigt sich an der Universität Wien seit Jahren mit den Urzeit-Mikroben. Vor kurzem konnten Sie das Erbgut einer neuen Gruppe von Archeen entschlüsseln, und damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis dieser Organismen leisten. Mit Christa Schleper, Department Ökologische Genetik, Universität Wien. Autor: Wolfgang Däuble.

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