Radiokolleg - Der Sonne entgegen

Solararchitektur in neuem Licht (1). Gestaltung: Ilse Huber

Es ist schon verwunderlich, dass der Mensch als lichtorientiertes Wesen solange auf seinen Fixstern vergessen hat. Die Sonne scheint seit einer Milliarde Jahren und auch die Erfindung der Keilschrift als Beginn der Zivilisationsgeschichte liegt schon 5.000 Jahre zurück.

Dennoch wollte die europäische Architektur lange vom gestirnten Himmel nichts sehen, sie hatte buchstäblich die Sonne aus den Augen verloren. Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist ein so grundlegendes Bedürfnis, dass die Innovationskraft in andere Bereiche gesteckt wurde wie etwa in die Luftfahrt. Da schaffte es der Mensch innerhalb von nur 72 Jahren von den ersten Gleitflugversuchen eines Otto Lilienthals hochentwickelte Raketen ins All zu schießen.

Der tägliche Sonnenbogen hingegen bestimmt seit jeher die Existenz allen Lebens. Er ist normal, gewöhnlich und die hiesigen Baumeister haben sich nur in Einzelfällen um ihn gekümmert. Mit der Energiekrise, dem Ökologiebewusstsein und dem Klimawandel ändert sich das allerdings doch.

Die Solare Architektur entwickelt sich langsam zu einem eigenen Architekturstil, der modernes Design mit ökologischem Verantwortungsbewusstsein verbindet. Denn es geht darum, die Sonne wieder zum Zentralgestirn für die Baukunst zu machen. Schließlich bringt sie Licht, Wärme und Energie und das in gleichbleibender Qualität. Welche mannigfaltigen architektonischen Konsequenzen daraus abzuleiten sind, wird gerade intensiv untersucht. Längst reicht es nicht mehr aus, möglichst viele Solarpaneele auf das Dach zu montieren oder sich der hemmungslosen Wanddämmung hinzugeben, sondern der Wohnkomfort rückt in den Mittelpunkt. Seine Parameter lauten: Raum, Licht und Wärme.

Wie Ästhetik, regenerative und emissionsfreie Erzeugung von Energie sowie ausreichend Tageslicht unter einem Dach zusammenfinden können, beleuchtet Ilse Huber in diesem "Radiokolleg".

Service

Martin Treberspurg, Neues Bauen mit der Sonne- Ansätze zu einer klimagerechten Architektur, Springer Wien New York 1999

Eurpean Solar Days
Sonnenhaus
Bauhaus Solar
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Donauuniversität
RICHTLINIE 2010/31/EU DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 19. Mai 2010 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden
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