Ambiente

Reisen mit Ö1. Reisemagazin: Transalpin. Imaginäre und tatsächliche Reisen zwischen Wien und Zürich. Von Eva Roither; Kunst gegen die Mafia - Ein Besuch im CAM (Casoria Art Museum) und in den Katakomben des Heiligen Gennaro, von Christina und Martin Höfferer; Thomas Mann und die wilden Kerle der Niddener Künstlerkolonie. Unterwegs auf der Kurischen Nehrung in Litauen. Von Edgar Schütz

Österreicher und Schweizer: was verbindet sie, was trennt sie? Welche Klischees werden aufrecht erhalten, welche verändern sich im Lauf der Zeit? Welche Erkenntnisse sind auf einer Zugfahrt zwischen diesen beiden Ländern zu gewinnen? Diese und mehr Fragen haben sich Schweizer und österreichische Künstlerinnen und Künstler gestellt. Ab Mitte September werden sie unter dem Titel "Transalpin" in den Städten Wien und Zürich ihre höchst unterschiedlichen bildnerischen, literarischen oder fotografischen Antworten präsentieren. Eva Roither hat mit einigen von ihnen gesprochen. Außerdem hat sie einen Sammler besucht, der in langjähriger Kleinarbeit wertvolles und wissenswertes zum legendären europäischen Fernzug "Transalpin" zusammengetragen hat. Über fünf Jahrzehnte, von 1958 bis 2010 stand dieser Name für stilvolle Passagierbeförderung zwischen Österreich und der Schweiz.

Das Auge der Camorra beobachtet die Mitarbeiter im CAM jeden Tag. Es ist ein Kunstwerk des neapolitanischen Künstlers Sebastiano Deva - Camorra Eye. Das CAM, Contemporary Art Museum von Casoria, liegt mitten im Gebiet der Camorra. Das CAM leistet Widerstand und macht aufmerksam, durch so spektakuläre Aktionen wie die Verbrennung von Kunstwerken oder dem politischen Asyl für das Tacheles, das autonome Kunstzentrum in Berlin, das einem Einkaufszentrum weichen musste. Was das CAM mit den Mitteln der Gegenwartskunst leistet, das liegt auch als Konzept der Bespielung der Katakomben des Heiligen Gennaro zugrunde. Die Katakomben befinden sich im Stadtviertel Sanità, einer Hochburg der Camorra. Durch Besinnung auf das kulturelle Erbe will das Viertel seiner Jugend eine Alternative zur Malavita bieten.

Kiefern, Moos, Föhren und jede Menge Sand. Die Kurische Nehrung hat ihre Reize schon immer einzusetzen gewusst. Heute gehört sie teils zu Litauen, teils zur russischen Exklave Kaliningrad. Als sie aber noch ein Teil Ostpreussens war und die heutige Hafenstadt Klaipeda noch Memel hieß, tummelten sich hier allerhand Künstlernaturen. Ihre Hochburg war Nidden, heute Nida, wo neben vielen auswärtigen Malern und Literaten zumeist Schüler und Lehrer der Kunstakademie Königsberg in der Abgeschiedenheit des Ortes Ruhe und Inspiration suchten. Bis in die 1930er Jahre vergab die Akademie sogenannte Blode-Stipendien, die mit einem kostenlosen Aufenthalt im Gasthof Blode in Nidden verbunden waren. Ganz in der Nähe hatte der Literatur-Nobelpreisträger Thomas Mann sein Sommerhaus. Ihm gingen die Kollegen von der malenden Zunft bisweilen kräftig auf die Nerven, waren sie doch exzessiven Feiern keineswegs abgeneigt.

Service

Atrium ed Arte
Künstlerhaus
Eisenbahnmuseum Grafenberg
Thomas Mann Haus
Thomas Mann Haus in Nida
CAM
Casa del Monacone Hospitality

TransAlpin.Wien-Zürich: Reisen mit allen Sinnen. Hrg. Von Silvia Maria Grossmann, Anita Hahn, Heidi Hahn, Brigitta Malche, Folio Verlag Wien
Jörn Barford: "Nidden - Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung" "Edition Fischerhuber Kunstbuch" ( 2008)
Thomas Mann: "Joseph und seine Brüder" Verlag: S. Fischer

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Sendereihe

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FR | 23 August 2013