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Prinzessin Vukobrankovics. Die drei Leben der Elisabeth Thury. Feature von Susanne Ayoub. Redaktion: Elisabeth Stratka (Koprod. ORF/DLR Köln)

Journalistin. Widerstandskämpferin. Giftmörderin? Die 1894 geborene Milica von Vukobrankovics war der letzte Spross eines serbischen Adelsgeschlechts, das schon bei der Schlacht auf dem Amselfeld eine gewichtige Rolle gespielt hatte. Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs stand Milica im Mittelpunkt zweier spektakulärer Gerichtsprozesse. Versuchter Giftmord lautete die Anklage. Das Motiv enttäuschte Liebe blieb unbewiesen, ein Geständnis legte sie nicht ab.

Nach der Haftentlassung wechselte sie Beruf und Namen. Als Elisabeth Thury wurde sie Journalistin, trat der sozialdemokratischen Partei bei und ging nach deren Verbot in den Widerstand. 1939 folgte auf ein Jahr Gestapohaft die Überstellung ins Frauen-KZ Ravensbrück. Sie stieg bis Kriegsende zur Leiterin der Lagerpolizei auf, was für viele zwiespältig blieb. Mit der Gründung der Austria Presseagentur begann die dritte Karriere der Elisabeth Thury. Sie wurde eine der einflussreichsten Journalistinnen, über Österreichs Grenzen hinaus bekannt. Die Nachrede "Giftmörderin" verstummte bis zu ihrem Tod 1973 nicht.

Susanne Ayoub hat das Porträt dieser außergewöhnlichen Frau aus Originalzitaten zu Erzähltexten und Szenen zusammengefügt.

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