Logos - Theologie und Leben

"Lässt sich Gott beweisen?" - Der Glaube zwischen Metaphysik und Mathematik. Gestaltung: Alexandra Mantler

Die meisten Menschen sehen in der Frage, ob es Gott gibt oder nicht, wohl eine Frage des persönlichen Glaubens. Nichtsdestoweniger haben im Laufe der Geschichte auch immer wieder Theolog/innen, Philosoph/innen und Mathematiker/innen versucht, die Existenz oder Nicht-Existenz Gottes mit den Mitteln der menschlichen Vernunft und Logik zu ergründen.

Der österreichische Logiker Kurt Gödel entwarf einst einen Beweis, den er bis kurz vor seinem Tod unter Verschluss hielt. Er hatte versucht, ein gottartiges Wesen mit abstrakten Mitteln zu beschreiben und dabei möglichst wenig Grundannahmen vorauszusetzen und kam zu dem Ergebnis: "Gott existiert notwendigerweise". Zwei Mathematiker haben vor kurzem die Beweisführung mittels Computer überprüft und für korrekt befunden.

Doch Kurt Gödel war nicht der Erste, der den Versuch eines "Gottesbeweises" antrat. Seine Arbeit steht etwa in der Tradition von Anselm von Canterbury, Thomas von Aquin oder René Descartes. Und schon Immanuel Kant widersprach der Möglichkeit und Sinnhaftigkeit, überhaupt so einen kosmologischen, teleologischen oder ontologischen Gottesbeweis zu führen.

Ist also die Frage nach der Existenz Gottes nicht eher eine Frage der Metaphysik, die sich mit Mitteln der Modallogik gar nicht beantworten lässt? Und hat die Frage nach Gott für den modernen Menschen heute überhaupt noch Relevanz? Diesen Fragen widmen sich in der Sendung "Logos - Theologie und Leben" Rudolf Langthaler, Professor für christliche Philosophie an der katholisch-theologischen Fakultät Wien, Regina Polak, Professorin für praktische Theologie an der katholisch-theologischen Fakultät Wien und Bruno Woltzenlogel-Paleo vom Institut für Computersprachen der Technischen Universität Wien, der Gödels Gottesbeweis mittels Computer nachvollzogen hat.

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