Tonspuren

Die Stimme der Doppelgängerin oder Die geheimnisvolle Schreibpraxis der Joanna Bator. Feature von Wolfgang Popp. Redaktion: Alfred Koch

2011 wurde man im deutschsprachigen Raum auf eine ganz ungewöhnliche neue Stimme in der polnischen Gegenwartsliteratur aufmerksam. Damals erschien Joanna Bators Debütroman "Sandberg" und zwar gleich beim renommierten Suhrkamp-Verlag.

Die Geschichte spielte zwar wenig idyllisch in der Plattenbausiedlung einer polnischen Bergbaustadt, der Tonfall, der hier angeschlagen wurde, ließ aber an die magischen Realisten denken, die Wirklichkeit schien hier ähnlich durchlässig wie in den Romanen Haruki Murakamis und dann klang in der hypnotischen Sprache auch Polens großer Stilist Witold Gombrowicz mit. Das deutschsprachige Feuilleton schwärmte damals einhellig von der "raffinierten", "wunderbaren" und "dicht am Körperlichen bleibenden Erzählweise".

Wolfgang Popp hat mit Joanna Bator einen Wien-Spaziergang unternommen und von der studierten Philosophin zwischen Café Aida und Freud-Museum erfahren, wie sie in Japan ihre akademische Karriere spontan an den Nagel hängte und zur Schriftstellerin wurde.

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