Dimensionen - die Welt der Wissenschaft

Dimensionen. Das Magazin. Redaktion und Moderation: Franz Tomandl. Alpbacher Technologiegespräche 2015. Mit Beiträgen von Marlene Nowotny, Julia Gindl und Wolfgang Däuble

1. Gespaltene Städte - Soziale Ungleichheit im urbanen Gebiet und ihre Folgen

Brennende Autos, eingeschlagene Schaufenster, Jugendliche, die sich Straßenschlachten mit der Polizei liefern - seit Beginn der 2000er Jahre gab es in mehreren europäischen Städten Unruhen. Das jüngste Beispiel war die schwedische Hauptstadt Stockholm im Jahr 2013. Eine Überraschung für viele, gilt das skandinavische Land doch als vorbildlicher Reformstaat. Gibt es also Gemeinsamkeiten zwischen den Städten Stockholm, Paris und London, in denen es ebenfalls zu gewalttätigen Ausschreitungen kam? Diese Frage versucht der niederländische Sozialwissenschaftler Maarten van Ham von der Universität Delft mit seiner Forschung zu beantworten. Für sein jüngstes Projekt hat er die soziale Segregation in 13 europäischen Hauptstädten untersucht, also ob es in diesen Städten Gegenden gibt, in denen bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders stark vertreten sind und sich nicht mischen. Wie groß ist die soziale Ungleichheit in Europas Städten und wie sieht die Situation in Wien aussieht? Mit: Maarten van Ham, Professor of Urban Renewal and head of the department of Neighbourhood Change and Housing, Technische Universität Delft. Autorin: Marlene Nowotny.

2. Robotik der Zukunft

Entwicklungen, die vor 2000 Jahren in Griechenland für Faszination gesorgt haben, beschäftigen auch die diesjährigen Alpbacher Technologiegespräche. Damals waren es vom griechischen Mathematiker und Ingenieur Heron von Alexandria kreierte Tempeltüren, die sich automatisch öffnen konnten und eine Art Roboter, der von einem fallenden Gewicht angetrieben und über ein System verschlungener Schnüre gesteuert wurde. Auch heute sind es Maschinen, die autonom agieren sollen. Der erste autonome mobile Roboter "Shakey" war in den 1970er Jahren zwar noch zittrig auf seinen Rädern unterwegs, konnte sich aber - ausgestattet mit Kamera und Sensoren - bereits alleine in einem Raum bewegen und auf Befehle reagieren. In Zukunft sollen die Maschinen in unserer Umgebung noch autonomer werden und selbstständig in komplexen Gefahrensituationen agieren. Mit Roland Siegwart, Professor für Autonome Systeme, Institut für Robotik und Intelligente Systeme, ETH Zürich. Autorin: Julia Gindl.

3. Sich selbst ordnende Moleküle und ihre medizinische Bedeutung

Gleich und gleich gesellt sich gern. Das klingt nach einer Binsenweisheit, hat jedoch eine tiefere Bedeutung als den meisten Menschen bewusst sein dürfte. Denn es handelt sich dabei um ein Naturgesetz, das für kleineste Moleküle genauso gilt wie für ganze Sonnensysteme: Dinge mit gleichen Eigenschaften neigen dazu, sich zusammenzutun - sie bilden Selbstassemblierende Systeme. Von den Materialwissenschaften über die Teilchenphysik bis hin zur Informatik forschen viele Wissenschaftszweige an diesem Phänomen. Auch am US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology beschäftigt man sich mit damit. Hier liegt das Augenmerk besonders auf biologischen Materialien. Denn Lebewesen sind besonders reich an sich selbst organisierenden Molekülen. Sie zu verstehen und verändern zu können, bietet den Forschern ein mächtiges Werkzeug, um eine ganze Palette an Aufgaben zu erledigen - von der Wundheilung bis zur Behandlung von Alzheimer. Mit Shuguang Zhang, Molekularbiologe, Massachusetts Institute of Technology . Autor: Wolfgang Däuble.

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20.02.2015