Von Tag zu Tag

Älter, ärmer, einsamer und weniger vielfältig ohne "unsere Freunde" - oder: "Du bist nur Gast hier?" Ljubomir Bratic, Philosoph, Migrationsforscher & Roland Verwiebe, Soziologe, Universität Wien. Moderation: Barbara Zeithammer. Anrufe kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79

Vor 50 Jahren, am 4. April 1966, trat in Österreich das Abkommen zur Beschäftigung jugoslawischer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Kraft. Ein vergleichbares Abkommen gab es mit Spanien und der Türkei; das "Wirtschaftswunder" konnte nur mit Arbeitskräften aus dem Ausland gelingen. Die "gastarbajteri", wie diese Menschen auf Serbokroatisch genannt werden, sind geblieben - und haben das Land, die Wirtschaft, die Städte mit aufgebaut und verändert. Das 50-Jahr-Jubiläum ist Anlass für eine Konferenz mit Filmprogramm und Ausstellung ab 7. April in Wien, um die Geschichten dieser Menschen und die historische Bedeutung der Arbeitsmigration in Erinnerung zu rufen.

"Ich möchte Ihnen sagen, dass ich mir Wien nicht vorstellen könnte, ohne unsere jugoslawischen Freunde. Sie sind ein Bestandteil unserer Stadt, so wie die Donau und der Stephansdom", sagte 1989 der damalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk bei der Eröffnung der 10. Arbeitersportspiele. Eine aktuelle Studie zeigt, wie es ohne Migrantinnen und Migranten um die Hauptstadt bestellt wäre: Wien wäre ärmer, einsamer und älter.

Über das kulturelle Gedächtnis Österreichs, Normalität und Wandel spricht Barbara Zeithammer mit dem Philosophen und Migrationsforscher Ljubomir Brati?, einem der Organisatoren der Jubiläumsveranstaltung, und mit dem Soziologen Roland Verwiebe vom Institut für Soziologie der Universität Wien, der vor kurzem die Analyse "Was wäre Wien ohne Migranten" durchgeführt hat.

Service

Veranstaltungshinweis:
50 Jahre Anwerbeabkommen Österreich - Jugoslawien 1966-2016
"… dass ich mir Wien nicht vorstellen könnte, ohne unsere jugoslawischen Freunde…"
Programm im Detail
Konferenz und Filmprogramm: 7. April 2016
Ausstellung: 7. - 26. April 2016
Filmcasino
Margaretenstraße 78
1050 Wien
Eine Kooperation von: Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck, Arbeitskreis Archiv der Migration und der Initiative Minderheiten.

Infografiken: Was wäre Wien eigentlich ohne Migration?

Projekt Migration sammeln

Universität Wien, Semesterfrage: Wie verändert Migration Europa?

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