Hörspiel-Studio

"Der Mann mit der Zündholzschachtel". Von Alexandru Weinberger-Bara. Und: "Sing doch mal!" Von Simon Dworaczek. Unter der Leitung des Theater- und Hörspielregisseurs Harald Krewer haben die Studierenden des Wiener Max Reinhardt Seminars zwei Hörspiele entwickelt. (Max Reinhardt Seminar 2016)

Das Hörspiel "Der Mann mit der Zündholzschachtel" lehnt sich inhaltlich an die Prosasammlung "Niederungen" von Herta Müller an. Die darin versammelten Erzählungen handeln vom Alltagsleben in der kommunistischen Diktatur Rumäniens und erzählen vor allem von der Unterdrückung, den Erniedrigungen und Missbräuchen, unter denen jeder Einzelne leiden musste. Der stark autobiografische 80-seitige Text wurde über vier Jahre vom Verlag zurückgehalten und erschien 1982 in Rumänien nur in zensierter Fassung. Erst 1984 erschien das Buch in Originalfassung in Deutschland. Herta Müller konnte 1987 nach Westdeutschland ausreisen.

Alexandru Weinberger-Bara ist in Rumänien 1995 geboren und seit drei Jahren Regiestudent am Max Reinhardt Seminar.

Die zweite Arbeit, die Hörspielcollage "Sing doch mal!" von Simon Dworaczek, setzt sich mit dem Radio als ein Medium der Sprache auseinander. Diese Hörspielcollage nutzt die Stärke des Radios und setzt den Kampf um die Sprache, das Stottern, in den Mittelpunkt.

Wie fühlt sich Stottern an? Was löst es aus? Wie geht die Gesellschaft mit diesem Phänomen um? - Der Regisseur Simon Dworaczek hat Stotterern und Nichtstotterern solche Fragen gestellt. Auf dieser Grundlage ist ein Text entstanden, der mit Schauspielstudierenden und Stotterern gemeinsam im Hörspielstudio des ORF-Funkhauses eingesprochen wurde. Zwei verschiedene Welten prallen aufeinander. Entstanden ist eine Hörspielcollage, die das Phänomen "Stottern" erfahrbar macht und Erschreckendes über den sozialen Umgang der Gesellschaft mit Stotterern zu Tage bringt.

Simon Dworaczek wurde 1993 in Lennestadt/Altenhundem (Deutschland) geboren und stottert seit frühester Kindheit. Nach zahlreichen erfolglosen Therapieversuchen flüchtete er sich in das Theater. Bereits im Alter von 15 Jahren gründete er eine eigene Theatergruppe, mit der erste eigene Arbeiten, wie die Inszenierung von Frank Wedekinds Skandalstück "Frühlings Erwachen" (2012), entstanden. Nach dem Abitur im Jahr 2013 begann er sein Studium am Max Reinhardt Seminar. Dort entstanden zahlreiche Arbeiten für Theater und Musiktheater. Die Hörspielcollage "Sing doch mal!" ist eine erste Annäherung an das Hörmedium Radio.

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