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dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Hörspiel-Studio

"ich/meines/mir/mich" von und mit Jörg Piringer. Koproduktion steirischer herbst, Forum Stadtpark, ORF Steiermark, Literaturhaus Graz, Akademie Graz 2016
Der zum zweiten Mal ausgeschriebene lime-lab-Hörspielpreis geht an den in Wien lebenden Schriftsteller, Sprachkünstler und Musiker Jörg Piringer. In seinem Datenhörspiel wertet der Autor Daten von Schritten bis hin zu Telefongesprächen über sich selbst aus.

"1. April 2016: 15.659 Schritte gegangen, 57 Stockwerke überwunden, 29,83 Euro überwiesen, 1 Kanne Tee, einen Kaffee, zwei Gläser Wasser und zwei große Biere getrunken" - einen Monat lang hat der Künstler Jörg Piringer seine ganz persönlichen Aktivitäten im elektronischen Datenraum gesammelt. Entstanden ist daraus das preisgekrönte Hörstück "ich/meines/mir/mich", das aktuelle Fragen aufwirft - nach Überwachung und meist freiwillig und oft unbekümmert preisgegebenen Informationen etwa in sozialen Netzwerken, die sich in den weltweiten Datendschungel einschreiben.

In "ich/meines/mir/mich" zieht der in Wien lebende Autor sozusagen sein eigenes Datenkostüm an, macht die Datenselfies hör- und spürbar. Mit seinem innovativen Konzept hat Jörg Piringer den lime-lab-Bewerb gewonnen - das ist ein transmedialer Hörspielpreis, ausgelobt vom steirischen herbst, der Akademie Graz, dem Literaturhaus Graz, dem Forum Stadtpark und dem ORF-Steiermark -gewidmet dem 2015 verstorbenen steirischen Kulturmentor Emil Breisach.

"ich/meines/mir/mich" feierte am 6. Oktober im Forum Stadtpark in Graz im Rahmen des Festivals steirischer herbst seine Uraufführung. Der Datenpoet Piringer, Mitglied des Instituts für transakustische Forschung und des Gemüseorchesters, arbeitet in den Bereichen Sprachkunst, Musik, Performance und Daten-Software. Diesmal, ganz auf sich bezogen, hat er möglichst viele elektronische Informationen über sich selbst gesammelt: vom Horoskop bis zur Bedeutung seines Namens, er hat einen Fitness-Tracker getragen, medizinische Daten abgefragt, EKIS-Anfragen gestellt, hat aufgezeichnet, welche Internetseiten er besucht oder mit wem er sich auf facebook angefreundet hat. All die Zahlen, Codes und Infos in Klänge und eigene Stimme - teils verfremdet - gegossen, lassen einen polyphonen Datenchor erklingen: den gläsernen Jörg Piringer.


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