Menschen am Faulenzen

ORF/JOSEPH SCHIMMER

Salzburger Nachtstudio

Faulenzen, chillen relaxen.
Vom Sinn, nichts zu tun.
Gestaltung: Michael Reitz

In unserer Leistungsgesellschaft hat die Faulheit einen schlechten Ruf. Aktivität ist der Motor der Gesellschaft, wer faul ist, schadet ihr. Doch gleichzeitig geht von dem "süßen Nichtstun" eine seltsame Faszination aus, Paul Lafargue, Schwiegersohn von Karl Marx, sprach sogar von einem Recht auf Faulheit. Denn in der Nicht-Aktivität, dem Ab- und Rumhängen, liegt eine produktive Kraft, die dem Stress des Alltags die Stirn bietet.

Bewusste Inaktivität, so die Befürworter/innen einer Kultur der Faulheit, lässt den Menschen vollständiger werden und fördert seine seelische Gesundheit. Sie bedeute nicht destruktive Verweigerung, sondern eine wichtige Bereicherung des modernen Lebens. Michael Reitz ist dieser Lebensphilosophie auf der Spur.

Service

Literatur:

Björn Kern: Das Beste, was wir tun können, ist nichts. Fischer Verlag, 2016

Ralf Konersmann: Die Unruhe der Welt. Fischer Verlag, 2016

Herman Melville: Bartleby, der Schreiber. Übersetzt von Jürgen Krug. Insel Verlag, 2004.

Herbert Marcuse: Versuch über die Befreiung. Übersetzt von Herbert Reinicke und Alfred Schmidt. Suhrkamp Verlag, 1969

Sendereihe