Bewaffnete Revolutionäre, 1917

ASSOCIATED PRESS

Radiokolleg - Erhebt euch, schuftende Massen!

Die Musik der russischen Revolution (4).
Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

Die Industriearbeiter in St. Petersburg gaben mit ihren Massenstreiks im Februar 1917 den unmittelbaren Anstoß zur russischen Revolution und dem Ende des Zarenreichs. Bei den Kundgebungen sangen sie Berichten zufolge die Internationale, die Marseillaise, aber auch Arbeiterlieder aus den vorrevolutionären Kämpfen wie "Das rote Banner" oder "Kameraden, haltet mutig den Schritt". Bereits unmittelbar nach dem politischen Umsturz zeigte sich allerdings, dass die Vorstellungen von einer wahrhaft proletarischen, sozialistischen oder sowjetischen Kultur weit auseinander gingen.

Die 1920er Jahre waren gekennzeichnet von intensiven Richtungsstreits zwischen radikalen Organisationen wie Proletkult und RAPM, der Russischen Vereinigung proletarischer Musiker, auf der einen Seite und sogenannten bürgerlichen und Avantgarde-Künstlern auf der anderen Seite. Führende Vertreter der neuen Sowjetmacht, allen voran Lenin und Stalin, lehnten die avantgardistischen Experimente ab, auch Kompositionen, die gezielt Industriegeräusche aufgriffen - wie etwa eine Sirenen-Symphonie - fanden keinen Gefallen bei den Mächtigen. 1932 wurde dann der sozialistische Realismus als verpflichtend verordnet. Es blieb die Frage, was das für eine rein instrumentelle Musik bedeutet.

Playlist

Urheber/Urheberin: keine angaben
Titel: Baku: Symphony of sirens
Sound Experiments of the Russian Avantgarde
Original Documents and Reconstructions by Miguel Molina Alarcón
CD2 Cut 11
Alexander Mossolov, Zavod 2,00
Ausführender/Ausführende: keine angaben
Länge: 02:00 min
Label: ReR Megacorp, London 2008

Urheber/Urheberin: Valdimir Deshevov,
Titel: Eis und Stahl
Ausführender/Ausführende: Saarländisches Staatsorchester, Dirigent Will Humburg
Länge: 02:00 min
Label: Arthaus Musik 101323

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